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BUND Naturschutz zieht positive „Grüne Bilanz 2017“

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
BUND Naturschutz zieht positive „Grüne Bilanz 2017“

Der BUND Naturschutz zieht trotz mancher Rückschläge insgesamt eine positive "Grüne Bilanz" für das Jahr 2017. Immer mehr Menschen seien aktiv für die Bewahrung von Bayerns Lebensgrundlagen Boden, Luft und Wasser sowie bei der Rettung bedrohter Tiere und Pflanzen in ihrer Heimat. Bayerns größter Natur- und Umweltschutzverband freut sich über Erfolge beim Schutz von einzigartigen Naturlandschaften wie am "Grünen Band Deutschland", über positive Entwicklungen bei der Wiederkehr von Biber und Wildkatze sowie einen großen Mitgliedergewinn im Jahr 2017. Mit zum Jahresende rund 228.000 Mitgliedern und Förderern erreicht Bayerns größter Umweltverband den größten Mitgliederstand in seiner 105 jährigen Geschichte. Über eine Million Stunden Gemeinwohlarbeit wurden von den ehrenamtlich Aktiven in den rund 600 Orts- und Kreisgruppen für den Schutz von Mensch und Natur geleistet. Als Trauerspiel und Rückschlag für Bayerns Natur sieht der BN die Entscheidungen zur weiteren Zulassung von Glyphosat, zur Änderung des Alpenplans am Riedberger Horn und des Landesentwicklungsprogramms als "Freibrief für Flächenverbrauch". Im Jahr der Landtagswahl 2018 will der BUND Naturschutz seine Arbeit für den Klimaschutz, für einen dritten Nationalpark, für Bauernhöfe statt Agrarfabriken und für den Schutz von Boden und Landschaft vor dem Flächenfraß noch verstärken.

Als größte Erfolge seiner Arbeit im Jahr 2017 sieht der BUND Naturschutz die laufende Revitalisierung der Isarmündung, den endgültigen Verzicht auf weitere Staustufen an der Donau im Bundesverkehrswegeplan, die Rettung des Naturjuwels Eisenbreche im Oberallgäu und des Felsentors an der Ramsauer Ache vor Wasserkraftwerken, die Aufgabe der Flugplatzplanung im Coburger Land sowie die zunehmende Akzeptanz der Bevölkerung für Bayerns Ureinwohner wie Luchs, Wildkatze und Biber. Das wachsende Umweltbewusstsein zeige die Zunahme von ökologischer Landwirtschaft und wachsende Nachfrage nach Lebensmitteln ohne Gentechnik und ohne Pestizideinsatz. Ebenso erfreulich sei der mehrheitliche Wunsch der bayerischen Bevölkerung für einen dritten Nationalpark und für mehr "wilde Wälder" vor der Haustür.

"Der Einsatz für eine ökologische und soziale Energiewende sowie für eine Agrar- und Verkehrswende zählten 2017 zu den Arbeitsschwerpunkten und hat zu konkreten Fortschritten geführt. So unterstützen immer mehr Stadtwerke die Bürgerenergiewende, der ökologische Landbau in Bayern boomt und der Widerstand gegen unsinnige Verkehrsprojekte wächst", so der BN-Vorsitzende Hubert Weiger. Als basisdemokratischer und überparteilicher Mitgliederverband werde der BUND Naturschutz gerade im Jahr der Landtagswahl die Kandidatinnen und Kandidaten auf den umweltpolitischen Prüfstand stellen. Die konkreten Schwerpunkte der Arbeit für das Jahr 2018 werde der Landesvorstand in einer Klausur im Januar festlegen.

"Die politische Entscheidung der Landtagsmehrheit für eine Skischaukel am Riedberger Horn durch die Aushöhlung des Alpenplans sowie der Freibrief für die hemmungslose Zersiedelung der Landschaft mit der Änderung des Landesentwicklungsprogramms waren ein Tiefpunkt der bayerischen Naturschutzpolitik des Jahres 2017", bilanziert der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner. "Der BN wird daher für den Alpenschutz mit einer Normenkontrollklage vor Gericht gehen", so Mergner. Mit regionalen Veranstaltungen vor der Landtagswahl sollen zudem Forderungen für den Schutz der Alpen vor Profitinteressen, für ein Verbot von Glyphosat und für bessere Schutzvorschriften gegen neue Straßen, Stromautobahnen und Gewerbegebiete "auf der grünen Wiese" diskutiert werden.

Erfolge und Herausforderungen für Bayerns Natur und Umwelt

Mit der Verleihung des höchsten deutschen Umweltpreises an den BN-Artenschutzreferenten Kai Frobel und Hubert Weiger durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wurde das vom BUND Naturschutz initiierte Naturschutzprojekt "Grünes Band" ausgezeichnet. Der längste Lebensraumverbund Deutschlands mit 1.393 Kilometern entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze wurde inzwischen erfolgreich zum Grünen Band Europa weiterentwickelt, das sich über 12.500 Kilometer entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs zieht. Es ist weltweit der längste ökologische Korridor und lebendiges Symbol der friedlichen Überwindung des Kalten Krieges. Der BUND Naturschutz arbeitet daran, dass sich Bayern für die Anerkennung des Grünen Bandes als Weltnatur- und Weltkulturerbe einsetzt.

Im Landkreis Main-Spessart konnte durch eine Fotofalle wieder ein Luchs nachgewiesen werden. Das 1971 vom BUND Naturschutz im tschechischen Böhmerwald finanzierte Wiederansiedlungsprojekt für den Luchs hat den "kleinen bayerischen Löwen" wieder in seine ursprüngliche Heimat zurückgebracht. Doch der Luchsbestand von nur 29 Tieren in Bayern, vor allem im Bayerischen Wald, ist durch illegale Verfolgung erneut vom Aussterben bedroht. Die BN-Aktion "Stoppt die Wilderer, rettet den Luchs!" hat zwar zu ersten erfolgreichen Ermittlungen beigetragen, aber um den Luchs in Bayerns Wäldern wieder eine Heimat zu geben, muss das vom BN vorgelegte Konzept für eine aktive Bestandsstützung mit gezieltem Freisetzen von Luchsen in geeigneten bayerischen Mittelgebirgen und im bayerischen Alpenraum umgesetzt werden.

In sechs Landkreisen in Unterfranken, Oberpfalz, Niederbayern und Schwaben haben dieses Jahr 100 Ehrenamtliche gezielt nach noch unentdeckten Vorkommen der Wildkatzen gesucht. Erfreuliche Ergebnisse eines der größten "Citizen Science"-Projekte Bayerns: 23 Mal hatte die Wildkatze am "Baldrian-Lockstock" Haare hinterlassen. Erstmals gelang der direkte genetische Nachweis, dass Wildkatzen aus der Rhön bis nach Schweinfurt wandern.

Als motivierende Beispiele für gelebte Bürgerdemokratie bewertet der Naturschutzverband den Einsatz seiner Basisgruppen und von Bürgerinitiativen für den Schutz wilder Wälder vor allem in den Nationalparksuchgebieten Steigerwald, Spessart, Rhön, Frankenwald sowie den Donau-und Isarauen. Der BUND Naturschutz erwartet, dass im Frühjahr 2018 die Diskussion zur Abgrenzung eines neuen Nationalparks, ob in der Rhön oder an Donau und Isar, mit einer konkreten Kulisse der naturschutzfachlich wertvollsten Staatswaldflächen geführt werden kann. Ebenso müsse die Staatsregierung in den vorerst aus politischen Gründen ausgeschlossenen Gebieten im Steigerwald und Spessart die Vorschläge für die Ausweisung von Waldschutzgebieten umsetzen. Dies gelte besonders für den "Hohen Buchenen Wald" im Ebracher Forst, dessen Status als "geschützter Landschaftsbestandteil" vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht verteidigt werden konnte. Daher appelliert der BN an die Staatsregierung, dieses Waldstück als Naturschutzgebiet ohne Nutzung auszuweisen.

Ebenso positiv sei das Engagement der Bevölkerung im Einsatz für eine bäuerliche Landwirtschaft und bei Demonstrationen und Klagen gegen geplante industrielle Tierfabriken in den Landkreisen Passau und Pfaffenhofen. Die Verankerung des Ausstiegs aus der Massentierhaltung durch die CSU im Koalitionsvertrag war zentrale Forderung der Demonstranten vor der für insgesamt 360.000 Legehennen geplanten Fabrik in Dorfbach. Die Ausweitung industrieller Massentierhaltung gefährdet auch in Bayern Landwirte, die tierschutzgerechter arbeiten wollen. Ohne Bindung der Tierhaltung an die Fläche sind durch Überdüngung an vielen Brennpunkten Bäche und Trinkwasserqualität bedroht.

Der BN-Landesvorstand hat mit dem BN-Arbeitskreis Landwirtschaft 2017 hierzu eine Grundsatzposition zu den Zukunftsperspektiven der Bauern in Bayern vorgelegt. Auch deshalb mobilisiert der BUND Naturschutz in einem breiten Bündnis von Imkern, Bauern, Umwelt- und Entwicklungsverbänden am 20. Januar 2018 zur Kundgebung in Berlin unter dem Motto: "Wir haben es satt! Der Agrarindustrie die Stirn bieten". Unter www.wir-haben-es-satt.de ist die Anmeldung zu Busfahrten aus mehreren Städten Bayerns möglich.

Bei der Biolandwirtschaft ist auch dank des Engagements des BUND Naturschutz und der Förderung im Ökopakt Bayern eine äußerst positive Entwicklung festzustellen. Etwa 800 Betriebe haben im Jahr 2017 neu auf "Bio" umgestellt, so dass inzwischen neun Prozent der Betriebe besonders umweltverträglich wirtschaften.

Die Rettung des Atomausstiegs und der Energiewende sowie die Ablehnung neuer Stromautobahnen war auch im Jahr 2017 ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt. Gemeinsam mit Bürgerinitiativen und Bayerns zweitgrößten kommunalen Stadtwerk N-ERGIE sowie weiteren Stadtwerken will der BUND Naturschutz teure Fehlinvestitionen und eine Subvention von Kohle- und Atomkraftwerken im europäischen Stromverbund verhindern, damit dezentrale, erneuerbare Energien und energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung weiter eine Chance haben.

Als skandalöses Unternehmens- und Politikversagen bewertet der BUND Naturschutz den Betrug beim Verkauf von Dieselfahrzeugen und damit der Verletzung geltenden Vorschriften zur Luftreinhaltung. Scheinlösungen wie Software-Updates werden die Belastung nicht ausreichend senken und scheinen als Hauptzweck die Vermeidung von Fahrverboten zu haben. Der Schutz der Menschen müsse endlich Vorrang vor kurzfristigen Konzerninteressen haben. Der Verstoß gegen Gesetze zum Schutz der Gesundheit durch Autoindustrie und Zulassungsbehörden dürfe von der Bundesregierung, der Staatsregierung und den Bürgermeistern der betroffenen bayerischen Großstädte nicht länger geduldet werden.

Mit Eigentum und Pacht betreut und sichert der BN inzwischen über 3000 Hektar schutzwürdiger Lebensräume, verteilt über ganz Bayern. Damit knüpfen Tausende im Artenschutz Aktive an einem "Netz des Lebens". In über 40 Modellprojekten mit einem Finanzumfang von mehr als einer Million Euro für bedrohte Tier- und Pflanzenarten von der Gelbbauchunke in Oberbayern bis zum Biberschaugehege in Unterfranken ist der BUND Naturschutz in allen Regionen Bayerns aktiv.

Für Rückfragen:

BN-Landesbeauftragter Richard Mergner, Tel.: 0171- 6394370
 Umweltpolitik
BUND Naturschutz zum Revisionsverfahren am Bundesverwaltungsgericht

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
BUND Naturschutz zum Revisionsverfahren am Bundesverwaltungsgericht

Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) hatte mit einer Klage für den Erhalt des Schutzgebietes (Geschützter Landschaftsbestandteil) im Steigerwald bis zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gekämpft. Leider hat das Gericht die Klage heute im Revisionsverfahren abgewiesen. Der BN bedauert, dass das Bundesverwaltungsgericht aus formalen Gründen den Geschützten Landschaftsbestandteil für den "Hohen Buchenen Wald" nicht als geeignetes Instrument ansieht.

"Die Schutzwürdig- und -notwendigkeit ist offenkundig, weil auch schon in der Vorinstanz vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof klar festgestellt wurde, dass die betreffenden Wälder schutzwürdig sind", so BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger. "Wir appellieren jetzt dringend an die Bayerische Staatsregierung, ein wirksames Naturschutzgebiet für den Hohen Buchenen Wald im Steigerwald zu schaffen. Nur ein nutzungsfreies Schutzgebiet in entsprechender Größe und Qualität ermöglicht es, eine von den Menschen der Region gewünschte Weltnaturerbe-Bewerbung auf den Weg zu bringen. Nur so lassen sich die anhaltenden Auseinandersetzungen um den fehlenden Schutz der alten dicken Buchen im Steigerwald befrieden." Damit würde auch dem Antrag der Marktgemeinde Ebrach vom 21.03.2011 entsprochen und das wäre auch eine Umsetzung des Kreistagsbeschlusses von Bamberg vom 20.12.2010 im Hinblick auf eine Weltnaturerbe-Bewerbung.

Peter Rottner, Landesgeschäftsführer des BUND Naturschutz, erläutert: "Wir sind ebenso wie der Bayerische Verwaltungsgerichtshof von der Schutzwürdigkeit des Hohen Buchenen Waldes überzeugt und haben deshalb als BN alle Rechtswege ausgeschöpft, um einen überfälligen Schutz zumindest für Teile der Buchenwälder im Nordsteigerwald zu erreichen. Es ist schade, dass das Bundesverwaltungsgericht nicht die ihm zur Verfügung stehenden Mittel ergriffen hat, die Natur im Steigerwald wirksam zu schützen. Darüber hinaus bedeute die Klageabweisung, dass das Schutzinstrument "Geschützter Landschaftsbestandteil" in Wäldern nicht eingesetzt werden kann. Insofern ist dies heute ein schwarzer Tag für die Entwicklung des Naturschutzrechtes in Deutschland."

Richard Mergner, Landesbeauftragter des BN, ergänzt: "Wir erwarten von den Bayerischen Staatsforsten, den seit 2014 ausgesetzten Holzeinschlag nicht wieder aufzunehmen, sondern den Hohen Buchenen Wald in ihr Trittsteinkonzept für nutzungsfreie Naturwälder aufzunehmen. Nur so kann die ökologisch wertvolle Substanz der über 7.600 alten und dicken Bäume erhalten werden, die wir im Gebiet kartiert haben. Ansonsten befürchten wir, dass eine weitere Verschärfung der Debatten droht, wenn im Hohen Buchenen Wald wieder dicke Buchen vom Staatsforstbetrieb gefällt werden."

Nach Ansicht des BN ist mit dem Ende der gerichtlichen Auseinandersetzungen der Weg frei, ein geeignetes Naturschutzgebiet im Hohen Buchenen Wald durch die Regierung von Oberfranken schützen zu lassen. Dies hatte der Markt Ebrach bereits 2011 beantragt, bis heute ohne Ergebnis. Der BN fordert, dass die Staatsregierung den ökologisch hochwertigen Wäldern im Steigerwald endlich den notwendigen Schutz gewährt. "Wir bedauern es sehr, dass die Staatsregierung nicht nur einen Nationalpark Steigerwald ablehnt, sondern auch die Kompromisslösung für den Hohen Buchenen Wald, ein Schutzgebiet mit weniger als 10 Prozent der Nationalparkfläche", so Ralf Straußberger, BN-Waldreferent. Der BN wird sich deshalb weiter intensiv für einen Nationalpark Steigerwald einsetzen und kurzfristig für ein Naturschutzgebiet - auch unabhängig von der aktuellen Entscheidung über einen dritten Nationalpark in der Rhön oder den Donau-/Isarauen.

Für Rückfragen:

Dr. Ralf Straußberger Waldreferent BUND Naturschutz

Tel. 0911 / 818 78 - 22, Mobil: 0171 / 738 17 24
E-Mail: ralf.straussberger@bund-naturschutz.de
 Wald
STARTSCHUSS FÜR DIE NEUE BAUMSCHUTZSPRECH-STUNDE

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
STARTSCHUSS FÜR DIE NEUE BAUMSCHUTZSPRECH-STUNDE

Von Seiten der Stadtbewohner ist in den letzten Jahren ein stark steigendes Bewusstsein und großes Engagement für ihre Stadtbäume zu erkennen. Landesweit formt sich zunehmend Protest bei geplanten Fällungen und z. B. die hohe Zahl von Baumpatenschaften in Nürnberg - über 900 Paten bei fast 1.300 Patenbäumen - legt Zeugnis davon ab, dass die Menschen sich um ihre Bäume kümmern. In vielen bayerischen Städten und Gemeinden sind dennoch große Verluste an Bäumen zu verzeichnen. Im Zeitraum von 2010 bis 2015 hat allein die Stadt München einen Nettoverlust von fast 9.000 Stadtbäumen zu verzeichnen. Im August startete der BUND Naturschutz mit Förderung des Bayerischen Naturschutzfonds deshalb das bayernweite Projekt "Neue Chancen für alte Bäume" mit der Koordinationsstelle in Nürnberg.

"Der Verlust von Bäumen vollzieht sich vor allem in den nun kommenden Wintermonaten. Denn Winterzeit ist traditionell Baumfällzeit. Angesichts des Klimawandels und der überlebenswichtigen Funktion der Bäume auf die Luft- und Lebensqualität in der Stadt, haben die Bürger aber natürlich ein starkes Interesse am Wohlergehen ihrer Stadtbäume", äußert sich Richard Mergner, Landesbeauftragter des BUND Naturschutz. "Doch hier herrschen häufig Unsicherheiten, sei es bei rechtlichen Unklarheiten, Fragen zum Naturschutz oder der Verkehrssicherheit. Genau an dieser Stelle helfen wir in Zukunft mit unserem Bürgertelefon."

Ob bei Fragen zur Verkehrssicherheit von Bäumen, Baumschutz auf Baustellen, bei Nachbarschaftsstreitigkeiten oder wenn eine Fällung ohne Genehmigung vermutet wird - ab sofort finden interessierte Bürger für ihre Fragen und Anliegen rund um das Thema Stadtbäume Ansprechpartner unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 78 23 822 (0800/STADTBAUM), Montag bis Donnerstag von 9 Uhr bis 13 Uhr sowie unter der Emailadresse stadtbaum@bund-naturschutz.de.

Auf der Webseite des BUND Naturschutz gibt es zudem eine FAQ-Sektion, in der man Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema Stadtbäume erhält.

Das Projekt "Neue Chancen für alte Bäume" soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die Situation und die positiven Wirkungen der Bäume im Siedlungsbereich zu schärfen und nachhaltig ihren Schutz zu gewährleisten. Über den Zeitraum von drei Jahren wird neben der neuen Beratungsleistung die Wirksamkeit bisherigen Instrumente zum Stadtbaumschutz untersucht und Möglichkeiten der Weiterentwicklung geprüft. Es soll eine Argumentationshilfe zu gesundheitlichen Wirkungen von Stadtnatur erstellt werden und eine Wanderausstellung zur Bedeutung und Funktion von innerstädtischem Grün entstehen. Da Eichhörnchen aufgrund ihrer Lebensweise auf Bäume angewiesen sind, wird außerdem ein Citizen-Science-Projekt durchgeführt, in dessen Rahmen Naturfreunde mithilfe einer einfachen Handy-App erfassen können, wann und wo sie die flinken Nager gesehen haben.

Hintergrund: Die Sommermonate waren in den letzten Jahren gekennzeichnet von immer neuen Hitzerekorden. In Nürnberg wurden 2015 schon rekordverdächtige 33 Tage mit Temperaturen über 30°C gemessen. Bis zum Ende des Jahrhunderts soll die Zahl auf um die 45 Tage ansteigen. Die Stadt Nürnberg rechnet daher damit, dass kreislaufbedingte Belastungen und die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zunehmen werden. Eine Studie der Professoren Rauf und Paeth an der Universität Würzburg kommt hinsichtlich der Zunahme der Hitzetage in Würzburg sogar noch zu dramatischeren Ergebnissen.

In Städten sorgt die hohe Wärmespeicherfähigkeit von Beton und Asphalt durch den hohen Versiegelungsgrad zur Stauung der Hitze. Grünflächen spielen daher für die Klimatisierung einer Stadt eine sehr wichtige Rolle. Und vor allem Stadtbäume haben einen enormen positiven Effekt, ein ausgewachsener Laubbaum verdunstet an einem heißen Sommertag bis zu 400 Liter Wasser und entzieht dabei der umgebenden Luft Wärme. Außerdem sind sie effektive Schattenspender: Mit gerade einmal 15 m Kronendurchmesser schafft es ein einziger Laubbaum, eine Fläche von 160 m² mit seinem Schatten zu kühlen. Vor diesem Hintergrund ist es umso dramatischer, dass in den meisten Städten Bayerns jedes Jahr eine große Zahl an Bäumen unwiederbringlich verloren geht. Zum Schutz der Bäume haben nur ca. 100 von insgesamt 2.056 Kommunen eine Baumschutzverordnung erlassen.

Hinweis: Für das Stadtgebiet München gibt es bei der BN-Kreisgruppe München seit Jahren eine Baumschutz-Sprechstunde, die Dienstag und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr unter der Nummer 089 / 51 56 76 64 erreichbar ist.

gez. Dr. Kai Frobel, BN-Artenschutzreferent

Christopher Busch und Dr. Daniel Mühlleitner, Projektmitarbeiter "Neue Chancen für alte Bäume", Tel. 0911/575294-17 bzw. -18.
Hängebrücke übers Höllental?

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
Hängebrücke übers Höllental?

Rauschen. Zirpen. Sehnsucht.

Seit einiger Zeit sind Planungen im Gange über das Lohbachtal und das Höllenbachtal im Landkreis Hof zwei spektakuläre Hängebrücken als touristischen Höhepunkt zu errichten.

Der BUND Naturschutz unterstützt die grundsätzlichen Überlegungen, sieht aber die Überspannung des europäischen und nationalen Naturschutzgebietes Höllental kritisch.

Im Rahmen eines Ortstermins am Kesselfels bei Lichtenberg, dem designierten Start der beiden geplanten Hängebrücken präsentierten Ulrich Scharfenberg, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Hof, Wolfgang Degelmann, Geschäftsführer der Kreisgruppe, sowie der Regionalreferent für Oberfranken, Tom Konopka, einen Alternativvorschlag.

"Wir freuen uns über alle Initiativen, die Schönheit der Natur im Frankenwald auch für den Tourismus zu nutzen. Wir begrüßen auch den Plan für eine oder zwei spektakuläre Hängebrücken im Landkreis. Allerdings ist uns der vollständige Schutz des Naturschutzgebietes und des europäischen Natura 2000-Gebietes Höllental genauso wichtig. Die Ruhe, die Schönheit und die Ursprünglichkeit des Höllentals als einmaliges Relikt in unserer durch Technik, Zivilisation und Mensch dominierten Landschaft darf dem Tourismus nicht geopfert werden" so Tom Konopka als Vertreter des Landesverbandes.

"Durch den auch von uns geforderten und dankenswerter Weise auch angefangenen öffentlichen Beteiligungsprozess ist das Projekt in Bewegung geraten. Deshalb schlägt der BUND Naturschutz folgende Alternative vor: Vom Fußweg Parkplatz Freizeitzentrum zum Kesselfels kommend findet der Besucher folgende Möglichkeiten: die Begehung einer neuen Lohbachtalhängebrücke mit einer Länge von 380 m mit Ankunft an der Burgruine und der Möglichkeit, das Städtchen Lichtenberg zu besuchen. Außerdem einen Skywalk mit der Möglichkeit, das Höllental mit den Augen zu erschließen und die wertvollsten naturschutzfachlichen Gebiete am König David auf der gegenüber liegenden Talseite zu sehen", so Ulrich Scharfenberg. "Der Skywalk wäre genauso spektakulär und hätte den Vorteil, dass er barrierefrei wäre und somit Alle etwas davon hätten."

Das hätte den unbestreitbaren Vorteil, dass jeder Besucher die touristischen Highlights erleben kann, ohne aber den Fuß in das sensible Naturschutzgebiet Höllental zu setzen. Immerhin gehen die vom Landratsamt bzw. den Planern vorgelegten Schätzungen der Besucherzahlen von 200.000 bis 300.000 Menschen pro Jahr aus. Das heißt im Klartext: An sonnigen Sommerwochenenden kann mit bis zu 6.000 Besuchern pro Tag gerechnet werden. Und wenn nur jeder zwanzigste den Rückweg durch das Höllental nehmen würde wäre die Belastbarkeit in jedem Fall überschritten. Auch mit dem "Ort der Ruhe", wie der Landkreis das NSG Höllental auf seiner Homepage beschreibt wäre es dann wohl vorbei.

"Wir haben deswegen kurz vor dem Weihnachtsfest ein kleines Geschenk für unseren Landrat, Dr. Oliver Bär, gepackt. Es enthält, das verraten wir schon mal, unseren Alternativvorschlag. Natürlich wünschen wir uns auch was. Es muss auch nicht zum Fest sein, auch spätere Gaben nehmen wir an: Nämlich ein kleines Umdenken bei der Planung mit dem Ergebnis, dass alle etwas davon haben: Die Touristen, der Landkreis, die Stadt Lichtenberg und unsere Natur! Denn nur wenn wir die Besonderheiten im Höllental erhalten, bleibt auch der Slogan des Landkreises richtig: 'Es gibt Orte, die zu entdecken es sich immer und immer wieder lohnt. Das Höllental im oberfränkischen Landkreis Hof ist genau so ein Ort. Ein Ort, dessen Schönheit, Reinheit, Klarheit und Einzigartigkeit seine Besucher einnimmt, in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt.'", so Wolfgang Degelmann.

Das Höllental in der Darstellung des Landkreises
"Rauschen. Zirpen. Sehnsucht.

Es gibt Orte, die zu entdecken es sich immer und immer wieder lohnt. Das Höllental im oberfränkischen Landkreis Hof ist genau so ein Ort. Ein Ort, dessen Schönheit, Reinheit, Klarheit und Einzigartigkeit seine Besucher einnimmt, in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt.

Schatzkästchen der Region.

Es ist ein Ort der Ruhe und des Entdeckens zugleich. Eingebettet inmitten des Naturparks Frankenwald lädt das Höllental auf mehr als 30 Kilometern zu kleinen, aber auch ausgedehnten Wanderungen ein. Im Schatten Jahrtausende alter Diabas-Felsen, entlang der Selbitz, die sich malerisch und voller Energie durch das Tal schlängelt, lässt sich die unerschöpfliche Kraft der Natur spüren. Gewaltige Felsbrocken säumen nicht nur die Wege, sondern auch den Flussverlauf. Sie liegen dort, als hätte sie eben erst ein Riese ins Wasser geschnippt."

So wirbt die Internetseite des Landkreises Hof für ihr Projekt, zwei Brücken zwischen Lichtenberg und dem Kesselfels und weiter über das Höllental bis in die Nähe des Aussichtspunktes König David zu bauen.

Position des BUND Naturschutz
Schon auf den ersten Seiten des Internetauftritts des Landkreises Ho wird der Widerspruch deutlich: Auf der einen Seite loben die Initiatoren - der Landkreis Hof - die Ruhe, Schönheit und Ursprünglichkeit des Höllentals als einmaliges Relikt in unserer durch Technik, Zivilisation und Mensch dominierten Landschaft. Auf der anderen Seite soll eben genau dieses Fossil erhaltener Natur dem Massentourismus geopfert werden. Die Schätzungen der Besucherzahlen gehen von 200.000 bis 300.000 Menschen pro Jahr aus.

Der Bund Naturschutz stellt sich in keiner Weise generell gegen die touristische Erschließung des Frankenwaldes. Naturnaher und sanfter Tourismus birgt eine sinnvolle Ergänzung der Einnahmemöglichkeiten in unserer Grenzregion.

Und dazu bedarf es neben der Therme in Bad Steben, der Feste Rosenberg in Kronach, den vielen ausgezeichneten Wanderwegen des Frankenwaldvereins sicher auch noch weiterer Anziehungspunkte für den Tourismus. Vielleicht auch die längste Hängebrücke der Welt. Dies zu entscheiden, obliegt nicht einem Naturschutzverband. Sehr wohl allerdings hat der BUND Naturschutz die Aufgabe, bei der Wahl des Standortes seine Kompetenz mit in die Diskussion und Planung einzubringen.

Und da gibt es ein klares Nein zur Inanspruchnahme des Naturschutz- und Fauna-Flora-Habitats Höllental. Der Frankenwald bietet eine Vielzahl von möglichen Kerbtälern, die mit einer Hängebrücke - auch der längsten der Welt - überspannt werden können. Da muss nicht das wertvollste Gebiet für Natur und Erholungssuchende in Mitleidenschaft gezogen werden.

Geschichte des Naturschutzgebietes Höllental:
Bereits 1940 wurde ein kleiner Teil - die Eichleite und Verwaltersleite mit einer Größe von ca. 6 ha - des Höllentales unter Naturschutz gestellt. Diese beiden naturschutzfachlich wertvollsten Teile des Naturschutzes liegen direkt unterhalb des Aussichtspunktes König David. Just dem Bereich, an dem die geplante Hängebrücke enden soll.

1991 wurde im Auftrag des Landratsamtes Hof ein Gutachten mit dem Titel: "Botanische Zustandserfassung und Ableitung von Pflege- und Entwicklungsvorschlägen für das Höllental" für das bestehende und geplant zu erweiternde Naturschutzgebiet Höllental erstellt. Das Ergebnis der Studie war die Ausweisung eines 160 ha großen Naturschutzgebietes 1997 mit dem Ziel: "Die Talaue der Selbitz mit ihren Auwaldbereichen sowie die naturnahen Waldgesellschaften der Talhänge zu schützen, die landschaftliche Schönheit des Gebietes zu bewahren und die Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu erhalten, insbesondere seltenen, empfindlichen und gefährdeten Arten die notwendigen Lebensbedingungen zu gewährleisten und zu verbessern, sowie Störungen von ihnen fernzuhalten."

Auszug aus der Schutzgebietsverordnung: § 4 Verbote: "Gemäß Art. 7 Abs. 2 BayNatSchG sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebietes oder seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung führen können. Es ist deshalb vor allem verboten: bauliche Anlagen im Sinne der Bayerischen Bauordnung zu errichten oder wesentlich zu ändern, auch wenn dies sonst keiner öffentlich-rechtlichen Erlaubnis bedarf und Straßen, Wege, Pfade, Steige und Plätze neu anzulegen oder bestehende zu verändern, ... ."

Alternativvorschlag des BUND Naturschutz
Um Belange des Tourismus mit den Notwendigkeiten des Naturschutzes in Einklang zu bringen, hat der BUND Naturschutz gemeinsam mit anderen am Planungsprozess Beteiligten folgenden Vorschlag eingebracht: Wenn der Standort Lichtenberg aus entwicklungspolitischen Gründen für die Schaffung touristischer Infrastruktur aus Sicht der Kreisentwicklung unverzichtbar ist, sollte ein Fußweg vom Parkplatz Freizeitzentrum zum Kesselfels hinaufführen und dort findet der Besucher folgende Möglichkeiten vor: Begehung der Lohbachtalhängebrücke mit einer Länge von 380 m mit einer Ankunft an der Burgruine und der Möglichkeit, das Städtchen Lichtenberg zu besuchen. Außerdem einen Skywalk mit der Möglichkeit, das Höllental mit den Augen zu erschließen, ohne den Fuß hinein setzen zu müssen und die wertvollsten naturschutzfachlichen Gebiete am König David auf der Gegenseite sehen, aber nicht in Mitleidenschaft ziehen zu können. Mit dieser Kombination von Hängebrücke und Skywalk wären dem Tourismus alle Möglichkeiten einer weiteren Erschließung des Frankenwaldes gegeben und der Naturschutz hätte einen wichtigen Schritt zum Erhalt des Naturschutz- und FFH-Gebietes Höllental gemacht.

Für Rückfragen: Tom Konopka, Regionalreferent Oberfranken, Telefon 0911 81878-24
 Natur und Landschaft
GRENZÜBERSCHREITENDER NATIONALPARK RHÖN - BUND-LANDESVERBÄNDE BAYERN UND HESSEN WERBEN FÜR GEMEINSAME LÖSUNG

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
GRENZÜBERSCHREITENDER NATIONALPARK RHÖN - BUND-LANDESVERBÄNDE BAYERN UND HESSEN WERBEN FÜR GEMEINSAME LÖSUNG

Die Rhön ist für Susanne Richter, Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Rhön-Grabfeld und Franz Zang, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Bad Kissingen als Nationalpark besonders geeignet: Die Lage im Herzen Deutschlands macht die Rhön zu einem artenreichen Treffpunkt von Tier- und Pflanzenarten, die hier gerade noch z.B. ihr östlichstes oder wie die Alpenspitzmaus ihr nördlichstes Vorkommen in Deutschland aufweisen. Nur wenige Regionen Mitteleuropas sind auf vergleichbarem Raum so reich an Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften wie die Rhön. In der Rhön befindet sich der letzte außeralpine Bestand des Birkhuhns, brüten die allerletzten, amselgroßen und sich von Insekten ernährenden Raubwürger ganz Bayerns oder kommen mit der Rhönquellschnecke weltweit nur hier lebende Arten vor.

Für einen Nationalpark Rhön ist das Potential der Wälder entscheidend: Die sehr hohe geologische Vielfalt (vulkanischer Basalt, Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper), die Höhenstufen von warmem Weinbaulagen bis zum rauen Mittelgebirgsklima und das abwechslungsreiche Relief mit ausgeprägten Tälern und Hochflächen schaffen eine herausragende Vielfalt an Wuchsstandorten für Wälder wie sie kaum ein zweiter deutscher Nationalpark aufweist. So verfügt die Rhön auf den Plateaus, den Bergrücken- und flanken noch über kilometerlange, zusammenhängende, naturnahe Buchen-, Eichen- und Schluchtwaldgesellschaften mit sehr alten, artenreichen Laubholzbeständen. 11 Laubwaldgesellschaften kommen natürlich in der Rhön vor, unter anderem der in Bayern nur in der Rhön zu findende Zwiebelzahnwurz-Buchenwald.

Während das Biosphärenreservat v.a. die vom Menschen geprägte Kulturlandschaft wie die farbenprächtigen Bergwiesen erhält, gibt der Nationalpark vom Menschen nicht beeinflussten Naturwäldern eine Chance. Die 10.000 Hektar eines Nationalparks wären integriert in das 240.000 Hektar umfassende Biosphärenreservat.

Beispielhaft wird dies in Bayern bereits im Nationalpark Berchtesgaden praktiziert. Weltweit gibt es zahlreiche ähnliche Modelle, z.B. ist auch der afrikanische Krüger-Nationalpark von einem Biosphärenreservat umgeben. Damit besteht in der Rhön das Potential eines Biodiversitäts-Nationalparks, der das beste beider Welten - behutsam genutzte, traditionelle Kulturlandschaft und neuen Mut zur Wildnis - miteinander verknüpft!

Richard Mergner, Landesbeauftragter des BN: "Naturnahe, holznutzungsfreie Wälder mit ihrer speziellen Artenausstattung sind das wichtigste Naturerbe Mitteleuropas". Wer substanziell im Waldnaturschutz etwas verbessern will, darf nach Auffassung des BUND Hessen und des BN nicht - wie bisher in der Rhön - beim Schutz von winzigen Schutzgebieten stehenbleiben, weil dort bedrohte, anspruchsvolle Waldarten dauerhaft nicht überleben können. Die Staatsregierung muss von ihren Staatswäldern gerade in der Rhön deutlich mehr schützen und dazu beitragen, die Verpflichtungen aus der "Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt" auch in Bayern zu erfüllen. Ein Nationalpark in der Rhön würde zudem den ländlichen Raum stärken und wäre naturschutzfachlich wie wirtschaftlich eine einmalige Chance.

Die beiden BUND Landesverbände Hessen und Bayern fordern nun nach der allgemeinen Diskussion über einen Nationalpark, dass am Jahresanfang 2018 das federführende bayerische Umweltministerium mit konkreten Vorschlägen zur Abgrenzung eines länderübergreifenden Schutzgebietes "die Karten auf den Tisch legt". Der Entwurf muss - wie beim ebenfalls im Rennen befindlichen Nationalparkvorschlag an Donau und Isar - die wertvollsten Staatswaldflächen aus rein naturschutzfachlicher Sicht auswählen und zwingend alle internationalen Kriterien für einen Nationalpark erfüllen. Da sich einige besonders wertvolle Wälder z.B. bei Bad Kissingen oder am Südhang des Kreuzberges auch im Besitz von Gemeinden befinden, sollte hier unbedingt die Möglichkeit von Tauschflächen aus dem Staatswald berücksichtigt werden, um ein gut arrondiertes Nationalparkgebiet zu erreichen.

Für Rückfragen: Richard Mergner, BN Landesbeauftragter, Mobil 0171 / 639 43 70
 Wald
Öffentliches Treffen am 21. Dezember 2017

Landshut im Wandel
 
Öffentliches Treffen am 21. Dezember 2017

Am Donnerstag, den 21. Dezember 2017 laden wir Euch zum letzten öffentlichen Treffen in diesem Jahr ein. Das Treffen beginnt um 19:30 Uhr im Café International, Am Orbankai 3-4.

Bei selbst mitgebrachten Plätzchen, Stollen, Kinderpunsch, Glühwein etc. möchten wir das Transition Town Jahr mit anregenden Gesprächen ausklingen lassen.

Bild/Foto

Jeder der sich gerne über unsere Initiative informieren und/oder seine Ideen einbringen möchte ist herzlich willkommen.
 Termine  Treffen
Umweltschützer überreichen 520.000 Unterschriften für nationales Glyphosatverbot an die CSU

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
Umweltschützer überreichen 520.000 Unterschriften für nationales Glyphosatverbot an die CSU

Unterschriftenübergabe beim CSU-Parteitag in Nürnberg
Karl Bär, Referent für Agrarpolitik am Umweltinstitut München erklärt dazu: "Bei der Wiederzulassung von Glyphosat jagt ein Skandal den nächsten. Dass Landwirtschaftsminister Christian Schmidt von der CSU im Alleingang für das Ackergift gestimmt hat und trotzdem im Amt bleiben darf, ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Bundesregierung muss jetzt endlich darauf reagieren und ein nationales Glyphosat-Verbot auf den Weg bringen."

Richard Mergner, Landesbeauftragter beim BUND Naturschutz, sagt dazu weiter: "Glyphosat steht für eine fehlgeleitete Landwirtschaftspolitik, durch die der Artenrückgang bei Insekten und Vögeln maßgeblich beschleunigt wurde. Wenn wir die Vielfalt unserer Natur bewahren wollen, muss der Pestizideinsatz massiv reduziert werden. Deswegen muss die CSU jetzt ihrer Verantwortung ernst nehmen und sich auf ihrem Parteitag für ein nationales Glyphosat-Verbot einsetzen."

Gerald Neubauer von der Bürgerbewegung Campact richtete sich an Bundeskanzlerin Merkel, die beim CSU-Parteitag anwesend war: "Innerhalb von rund zwei Wochen haben mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland für ein Glyphosat-Verbot unterschrieben. Die Union muss jetzt die Zeichen der Zeit erkennen. Die Menschen wollen eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Landwirtschaft, in der Ackergifte wie Glyphosat keine Zukunft haben."

Hätte Deutschland sich wie geplant bei der Abstimmung im zuständigen EU-Ausschuss enthalten, wäre keine qualifizierte Mehrheit für die Wiederzulassung von Glyphosat zustande gekommen. Nun ist die Bundesregierung am Zug, ein nationales Verbot für den Unkrautvernichter zu erlassen. Ein solches Verbot ist einem Gutachten des Europareferats des Bundestags zufolge unter strengen Voraussetzungen durchaus möglich. SPD, BÜNDNIS90/Die Grünen und Die Linke fordern bereits einen Ausstiegsplan für die Anwendung von Glyphosat.

Professionelle Bilder zur freien Verwendung finden Sie ab Freitag Nachmittag unter folgendem Link: https://www.picdrop.de/dieprojektoren/CSU_parteitag_2017

Für Rückfragen:

Umweltinstitut München
Karl Bär
Referent für Agrarpolitik Referent für pol. Kommunikation
kb@umweltinstitut.org
Tel: 089 - 30 77 49 16
Mobil: 0176 - 100 94 126

BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Martin Geilhufe
martin.geilhufe@bund-naturschutz.de
Mobil: 0172 -7954607

Campact
Gerald Neubauer
Campaigner
neubauer@campact.de
Tel: 04231 - 95 74 83
Mobil: 0179 - 73 43 557
 Landwirtschaft und Gentechnik
Nein zu Glyphosat, Gentechnik und Lebensmittelverschwendung

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
Nein zu Glyphosat, Gentechnik und Lebensmittelverschwendung

Tagtäglich werden wir mit der unerträglichen Realität der industriellen Landwirtschaft konfrontiert: Lebensmittel-Skandale, Glyphosat und Antibiotikaresistenzen, Verlust der Artenvielfalt, Nitrat und Pestizidrückstände im Grundwasser, Gentechnik und Patente auf Pflanzen und Tiere. Maßgeblich verantwortlich hierfür: ein untätiger „Agrarindustrie-Minister“. Statt die wichtigen Zukunftsfragen unserer Zeit anzugehen, verteilt Christian Schmidt vorzeitige Weihnachtsgeschenke an die Industrie. Mit seiner Glyphosat-Zustimmung auf EU-Ebene beschert er dem geplanten Bayer-Monsanto Zusammenschluss weitere Milliarden-Profite. „Schluss damit!.- Wir haben es satt“ ist deshalb wieder das Motto der Großdemonstration am 20. Januar 2018  in Berlin , zu der ein breites Bündnis aus Bauern-, Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutzorganisationen aufruft.

Details zur Demonstration
Die Demo beginnt am 20.1.2018 um 11 Uhr am Hauptbahnhof Berlin (Washingtonplatz), mit Demonstrationszug zur Agrarministerkonferenz ab 11.30 Uhr  und abschließender Kundgebung ab ca. 13.30 Uhr am Brandenburger Tor.

Auch der Vorsitzende des BN und BUND, Prof Dr. Hubert Weiger, wird dort sprechen.

Mitfahrgelegenheiten
Der BN hat wieder Busse organisiert. Alle Busse sind unter
www.wir-haben-es-satt.de/anreise zu finden.

Für den Nürnberger Bus Nürnberg kann man sich bei der Landesfachgeschäftsstelle des  BN unter Tel. 0911 81878-21 oder landwirtschaft-wald@bund-naturschutz.de  verbindlich anmelden.

weitere Informationen finden Sie unter:

www.wir-haben-es-satt.de



Für Rückfragen:

Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin, Tel. 0911 81878-21;

Mobil am Veranstaltungstag 20.01.2018: 0173/4466553
 Landwirtschaft und Gentechnik
Reise- und Ländervortrag SRI LANKA

Stadt Regensburg: Veranstaltungskalender
 
Reise- und Ländervortrag SRI LANKA

Datum: 28.12.2017Zeit: 19.30 - 21.00 Uhr
Ort: Deggingerhaus
Biotopverbund aus Naturwaldgebieten im Spessart

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
Biotopverbund aus Naturwaldgebieten im Spessart

Auf Basis des Beschlusses der Staatsregierung, dass im Spessart substanzielle Maßnahmen zur Förderung des Natur- und Artenschutzes ergriffen werden sollen, schlagen Naturschutzorganisationen ein landkreisübergreifendes, differenziertes Naturwaldverbund-Konzept für den gesamten Spessart vor. Die Naturschutzverbände BUND Naturschutz (BN), Landesbund für Vogelschutz (LBV), Greenpeace Bayern, WWF Deutschland, Zoologische Gesellschaft Frankfurt und die "Freunde des Spessarts" werben für ein 3 Säulen-Konzept, das aus einem großen Kerngebiet, mehreren mittelgroßen Spenderflächen und etlichen kleinen Naturwaldflächen bzw. Trittsteinen besteht. Diese über den gesamten Spessart verteilten Gebiete sollen im Biotopverbund dauerhaft als Naturschutzgebiete geschützt werden, insgesamt knapp 9.000 Hektar an Staatswäldern. In diesen Wäldern soll kein Holz genutzt werden, damit sich langfristig „Urwälder von morgen“ entwickeln können, in denen Bäume alt und dick werden und bedrohte Waldarten dauerhaft überleben können. „Wir werben für ein Konzept, das Schützen und Nutzen verbindet und von dem Mensch und Natur im Spessart landkreisübergreifend profitiert. Dabei werden die Befürchtungen aus der Nationalparkdebatte berücksichtigt und zugleich mehr staatliche Spessartwälder konsequent geschützt. Dies entspricht auch dem Mehrheitswillen der Bevölkerung im Spessart“, so die Naturschutzorganisationen.

Sebastian Schönauer, BN Bayern: „Zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen gehört im Spessart, dass Wälder nicht nur der Holznutzung dienen, sondern dass auch ein deutlich größerer Teil des Staatswaldes als heute konsequent und auf Dauer geschützt wird. Mit einer großen Naturwaldfläche im Spessart wäre eine Weltnaturerbe-Bewerbung möglich.“

Detlev Drenckhahn, WWF Deutschland: „Der Spessart ist von seiner Ausstattung an alten Wäldern und bedrohten Arten geradezu prädestiniert hier Naturwälder in größerem Umfang zu schützen. Die Staatsregierung muss von ihren Staatswäldern gerade im Spessart deutlich mehr schützen und dazu beitragen, die Verpflichtungen aus der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ auch in Bayern zu erfüllen.“

Hartwig Brönner, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Main-Spessart: „Aus unseren Kartierungen wissen wir, dass es neben einem Großschutzgebiet im Heisterblock und dessen Umgebung viele weitere absolut schützenswerte Wälder über den Spessart verteilt gibt. Naturnahe Wälder mit ihrer speziellen Artenausstattung sind das primären Naturerbe Mitteleuropas, das es vorrangig – auf Teilfläche auch holznutzungsfrei - zu bewahren gilt.

Martin Niedermaier, Greenpeace Bayern: „Der Spessart ist aus nationaler und internationaler Sicht so wertvoll, dass hier deutlich mehr Wälder geschützt werden sollten. Nach dem Ausschluss des Spessarts aus der Nationalparksuche schlagen wir als Kompromiss einen Naturwaldverbund vor.“

Heidi Wright, Sprecherin Bürgerbewegung "Freunde des Spessarts": „Wir setzen uns als Bürgerbewegung weiterhin für großflächige Waldschutzgebiete im Spessart ein. Davon profitieren nicht nur Waldarten. Echte Natur als „Urwald vor der Haustür“ kann so auch von den Spessarter Bürgern in allen Spessartlandkreisen wohnortnah erlebt und genossen werden“.

Ruth Radl, stellv. Vorsitzende BN-Kreisgruppe Aschaffenburg: „Vorschläge, die sich nur auf touristische Ziele beschränken, widersprechen dem Beschluss der Staatsregierung, weil sie im Kern keine substantiellen Verbesserungen im Natur- und Artenschutz bringen. Wir werben für ein Konzept, das den Waldnaturschutz im gesamten Spessart substanziell verbessert.“

Steffen Scharrer, Vorsitzender BN-Kreisgruppe Miltenberg: „Für uns ist es wichtig, dass auch der Landkreis Miltenberg am Naturwaldverbund beteiligt ist: mit einer größeren Spenderfläche nördlich von Altenbuch und einem weiteren kleineren Naturwaldgebiet nördlich von Schollbrunn. Dies zeigt, dass es auch im Südspessart ökologisch wertvolle Wälder gibt.“

Erwin Scheiner, Vorsitzender BN-Kreisgruppe Main-Spessart: „Das von uns vorgeschlagene Wald-Konzept garantiert auf großen Wirtschaftswaldflächen weiterhin die Nutzung des Rohstoffes Holz, die wohnortnahe Brennholznutzung und die Pflege und Ernte der wertvollen Spessarteichen. Dies berücksichtigt Befürchtungen aus der Nationalpark-Diskussion.“



Ralf Straußberger, BN-Waldreferent: „Wer substanziell im Waldnaturschutz etwas verbessern will, darf nicht – wie bisher im Spessart – beim Schutz von winzigen Schutzgebieten stehenbleiben, weil dort bedrohte, anspruchsvolle Waldarten dauerhaft nicht überleben können.“

Hintergrundinformation:

Die Bayerische Staatsregierung hat am 18.07.2017 mit dem Ausschluss des Spessarts aus dem Nationalparksuchprozess beschlossen, im Spessart „weitere substanzielle Maßnahmen zur Förderung des Natur- und Artenschutzes sowie für den Naturtourismus“ zu ergreifen. Dazu sollen im Rahmen der Initiative „Natur.Heimat.Bayern“ der Staatsministerin Scharf Vorschläge auch aus der Spessartregion vertieft geprüft werden, die die Zustimmung der gesamten Region finden sollen.

Für Rückfragen:
Dr. Ralf Straußberger, BN Waldreferent, Mobil 0171 / 738 17 24
BUND-Weihnachtsbaum-Test: verbreiteter Pestizideinsatz

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
BUND-Weihnachtsbaum-Test: verbreiteter Pestizideinsatz

Berlin, Nürnberg: Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der BUND Naturschutz in Bayern (BN) haben Nadeln von 17 Weihnachtsbäumen von einem unabhängigen Labor auf Rückstände von knapp 140 Pestiziden untersuchen lassen. Dabei wurde das Labor bei 13 der 17 Bäume umfassenden Stichprobe fündig. Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von denen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden. Mehr als die Hälfte der getesteten Bäume war mit mindestens zwei Wirkstoffen belastet, ein Baum enthielt sogar Rückstände von vier Pestiziden. Untersucht wurden auch fünf Bäume aus Bayern, die in München, Donauwörth, Gemünden und Abensberg bei Bau- und Gartenmärkten gekauft worden waren. Von der bayerischen Stichprobe waren vier von fünf Bäumen belastet. In einem Baum aus Gemünden wurden zwei Pestizide nachgewiesen, darunter der Wirkstoff Parathion-Ethyl, der unter dem Handelsnamen E 605 verkauft wurde. Der Einsatz dieses Mittels ist illegal und ist bereits seit 15 Jahren in der EU verboten. "Wir sind besorgt, da unser Weihnachtsbaum-Test zeigt, dass in konventionellen Weihnachtsbaumplantagen weit verbreitet Herbizide, Insektizide und Fungizide eingesetzt werden", so Richard Mergner, BN-Landesbeauftragter. "Weil es dazu aber gute Alternativen gibt und eine Gefährdung für Natur und Mensch so nicht hinnehmbar ist, fordern wir, dass die Pestizidanwendung in den Christbaumkulturen reduziert und mittelfristig eingestellt werden muss".

"Die Gifte gelangen in Böden und Gewässer, sie töten und schädigen Bienen und andere Insekten und zerstören auch die Lebensräume anderer Nützlinge", sagte die BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel.

"Wir werben deshalb zum einen bei Weihnachtsbaum-Anbauer dafür auf Bio-Produktion umzustellen und zum anderen beim Verbraucher zertifizierte Bio-Weihnachtsbäume oder Bäume direkt aus dem Wald vom Förster und Waldbesitzer zu kaufen", so Ralf Straußberger, BN-Waldreferent. Der BN veröffentlicht deshalb jährlich einen Einkaufsführer mit regionalen Tipps zum Kauf von Weihnachtsbäumen aus Bio-Plantagen oder aus Wäldern.

Die untersuchten Weihnachtsbäume stammten überwiegend von deutschen Plantagen und wurden stichprobenartig in Baumärkten, Gartencentern und im Straßenverkauf an 15 Orten im gesamten Bundesgebiet erworben. Nicht zu vernachlässigen sind jedoch auch mögliche gesundheitliche Auswirkungen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Pestizide in geschlossenen und beheizten Räumen in die Raumluft ausdünsten.

Zum BN-Einkaufsführer 2017 für Bio-Weihnachtsbäume:
https://www.bund-naturschutz.de/fileadmin/Bilder_und_Dokumente/Themen/Wald/Christbaum-Einkaufsliste2017.pdf

Die Weihnachtsbaum-Testergebnisse
Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von welchen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden. Am häufigsten wurde mit neun Funden das Insektizid Lambda-Cyhalothrin festgestellt, es gilt als das schädlichste zurzeit in der EU zugelassene Pestizid. Es ist unter anderem akut toxisch, schädigt Nervenzellen und das Hormonsystem, ist giftig für Bienen und Wasserlebewesen und reichert sich in Organismen an. In Weihnachtsbaumplantagen wird es zur Insektenbekämpfung eingesetzt. In zwei Weihnachtsbäumen wurde auch das umstrittene Totalherbizid Glyphosat nachgewiesen.

zur Seite mit den Test: www.bund.net/weihnachtsbaumtest

Weitere Informationen zum Thema Pestizide finden Sie unter www.bund.net/pestizide

Für Rückfragen:

Dr. Ralf Straußberger, Waldreferent BUND Naturschutz Bayern, Tel. 0911/81878-22, Mobil 0171/ 738 17 24 E-Mail: ralf.straussberger@bund-naturschutz.de

Corinna Hölzel, BUND-Pestizidexpertin, Tel.: 0175-4487691, corinna.hoelzel@bund.net; bzw. Annika Natus, BUND-Pressesprecherin, Tel.: 030-27586-464, presse@bund.net, www.bund.net
 Landwirtschaft und Gentechnik  Wald
Twitter Search / freifunkrgb
 
https://twitter.com/TobT42/status/941050304283463681

Nachtrag - Seit ende August hängt die Antenne am #Feuerwehr Schlauchturm in #Kelheim :) @ubntWenn die Jugendschutz Fragen bezüglich der #Jugendfeuerwehr geklärt sind, darf ich auch im Feuerwehrhaus #Freifunk #WLAN einrichten. @freifunkRGB pic.twitter.com/lJlA21Dcfz
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Statusbericht Freifunknetz

Freifunk Regensburg e.V.
 
Statusbericht Freifunknetz

Die Weihnachtszeit hat dem Freifunknetz wieder neuen Antrieb gegeben. Auf dem Galeria Kaufhof haben wir einen neuen Access Point montiert, der jetzt sowohl 2,4 als auch 5 GHz gleichzeitig beherrscht. Mit der neuen Hardware sollten auf dem Neupfarrplatz mehr als 100 Geräte Gleichzeitig stabilen Zugang zum Freifunk-Netz erhalten. Auch im Schloss Thurn & Taxis haben wir für diesen Weihnachtsmarkt einen temporären Hotspot aufgebaut.

Um den Neupfarrplatz stabiler anzubinden wurden die Richtfunkstrecken mit dauerhaft AC-fähigen Richtfunkantennen ausgestattet.

In Kelheim ist der Ausbau des dortigen Freifunknetzes beinahe Abgeschlossen. Dank einer Spende der Gemeinde konnten wir dort den Bereich der Fußgängerzonen beinahe vollständig mit Freifunk versorgen.

Und auch im nächsten Jahr haben wir wieder einiges auf dem Programm: den Ausbau in Kelheim fertigstellen, den Gateway umziehen für mehr Bandbreite (ja, es kommt bestimmt irgendwann), und auch Painten soll Freifunk erhalten. Daneben sind aber auch weiterhin alle Regensburgerinnen und Regensburger dazu aufgerufen, selbst Freifunk zu betreiben und so das Netz zu erweitern.
 News
Mutterschiff ahoi!

green net project
 
Mutterschiff ahoi!

Welche Initiative kennt das nicht? Man will konzentriert „für die gute Sache“ arbeiten und muss sich durch einen administrativen Dschungel schlagen. Spenden erhalten? Dafür braucht man eine Gemeinnützigkeit. Einen Verein gründen? Viel Arbeit und zusätzliche Orga. Mit einem neuen Service bieten wir nun ein Starterpaket für Initiativen, die am sozial-ökologischen Wandel arbeiten, aber keine eigene Rechtsform haben.

Warum ein „Mutterschiff“?
Bei unserer Tätigkeit der aktiven Synergiesuche zwischen den AkteurInnen des öko-sozialen Wandels sind wir auf einen Sachverhalt aufmerksam geworden:   Viele Initiativen operieren ohne eigene Rechtsform und haben daher Schwierigkeiten, Fördergelder und Spenden zu akquirieren.

Da wir neben der moderierenden auch eine strukturierende Rolle für die deutschsprachige Wandelbewegung einnehmen wollen, haben wir das Konzept des „Mutterschiff“ erarbeitet und sind gerade dabei, dieses mit zwei Initiativen umzusetzen.

Derzeitige Initiativen des Mutterschiffs
Connected Awareness hat zur Mission, das Bewusstsein und die Vision weltweit aller Wandel-Organisationen zusammenzutragen und zu einem gemeinsamen Ganzen zu formen. Es geht dabei sozusagen um das gemeinsame Narrativ der Wandelbewegung. Weltweit sind bereits viele Menschen und Initiativen damit beschäftigt, unsere Welt enkeltauglich zu gestalten. Seien es die HerstellerInnen von Solarzellen, Kulturschaffende, Gemeinwohl-Ökonomen, Bio-LandwirtInnen oder die klassischen NGOs wie Greenpeace und Co. – sie alle verbindet etwas. Doch was genau? Dieses gemeinsame Bewusstsein will Connected Awareness verschriftlichen, um so die gemeinsame Vision zu schärfen.

Sobald die ersten Organisationen daran mitgestalten und sich das gemeinsame Bewusstsein mit der Zeit festigt, können sie und andere Organisationen in der Welt beginnen, ihre Handlungen daran auszurichten, ohne dafür verstärkt in Kommunikation treten zu müssen.
Bild/Foto(c) Connected Awareness
Bühnenzauber ist eine Initiative ganz anderen Inhalts. Hier geht es um Theater. Und um die grundlegende Erkenntnis „Jeder kann Theater spielen!“. Die Stücke werden individuell und unter Einbezug der DarstellerInnen entwickelt. Auch ohne Vorerfahrung können die TeilnehmerInnen z. B. an Schulen oder in Firmen so positive Gruppenerfahrungen sammeln und Selbstwirksamkeit und Mitgefühl stärken. Dieses resoniert bei allen Beteiligten besonders durch die Kooperationen von Bühnenzauber mit den Theaterhäusern der Stadt Leipzig. Jedes Projekt wird zu einer öffentlichen Aufführung an einem Spielort unter professionellen Theaterbedingungen gebracht. Neben dem verbesserten Klima untereinander werden auch Kompetenzen im künstlerischen, sozialen, personalen und Handlungs-, Lern- und Leistungsbereich gefördert. Dies ist ein wertvoller Beitrag für soziale und kulturelle Nachhaltigkeit.
Bild/Foto(c) Bühnenzauber

Wie unterstützt green net project diese Initiativen?
Hinter dem green net project steht der Trägerverein „Freie Kommunikation und nachhaltiger Lebensstil e.V.“ (frekonale). Dieser ist als gemeinnützig anerkannt und dazu berechtigt, Spenden anzunehmen und darüber Belege auszustellen.

Folgende Dienste können die Initiativen aktuell nutzen:
  • Einrichtung von Spenden- und Geschäftskonto
  • Buchhaltung
  • Mitgliederverwaltung
  • Personalverwaltung – Management von sozialversicherungspflichtigen Anstellungsverhältnissen (in Arbeit)
  • Versicherungsschutz (in Arbeit)
Das Projekt ist gerade noch im Entstehen begriffen und ist daher auch noch recht frei und offen für alle Interessierten gestaltbar. Wir sind insbesondere Connected Awareness dankbar dafür, grundlegende Prozesse gemeinsam konzipiert und ins Rollen gebracht zu haben.

Welche Voraussetzungen müssen die Initiativen dafür erfüllen?
Die Initiativen müssen grundlegend mit den Zielen des Vereins harmonieren. In der Satzung des Vereins sind diese Ziele und Maßnahmen klar formuliert. Wenn die Initiativen einen oder mehrere Tätigkeitsbereiche aus der Satzung erfüllen, ist eine „Nutzung des Mutterschiffs“ möglich.

Weiterhin empfiehlt es sich, dass möglichst viele Mitwirkende der Initiativen auch Vereinsmitglieder werden und einen frei gewählten Mitgliedsbeitrag zahlen.

Im Falle größerer Spendenaktionen wünschen wir uns eine finanzielle Beteiligung an unseren Aufwänden für unsere Infrastruktur. Wie hoch diese ausfällt, ist für jede Initiative einzeln zu klären.

Was hat das green net project davon?
Zunächst einmal haben wir die Möglichkeit, unserer Rolle der strukturellen Unterstützung der Wandelbewegung gerecht zu werden. Darüber hinaus freuen wir uns darüber, begeisterten AkteurInnen ein Stück Sicherheit geben zu können und somit eine Nachhaltigkeit ihres Handelns zu gewährleisten.

Und über die Initiativen selbst erreichen wir eine größere Öffentlichkeit. Es ist somit eine Situation, von der die Bewegung an sich profitiert.

Bild/Foto

Motherboard oder Mutterschiff?
Bislang haben wir unseren Service noch nicht offiziell unter dem einen oder anderen Namen beworben. Welchen Namen hältst du für geeignet – „Motherboard“, „Mutterschiff“ oder gar ein ganz anderer Name?

Du bist eingeladen, diesen Beitrag zu kommentieren und uns so in der Namensfindung zu unterstützen.

Du möchtest den Dienst nutzen?
Nimm Kontakt zu uns auf, falls auch du in einer Initiative tätig bist, die vom Mutterschiff profitieren möchte.
 green net project
Urteil zum Schutz des Hohen Buchenen Waldes am 21.12.

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
Urteil zum Schutz des Hohen Buchenen Waldes am 21.12.

Am Bundesverwaltungsgericht Leipzig fand heute die Revisionsverhandlung über die Rechtmäßigkeit der Aufhebung des Geschützten Landschaftsbestandteils "Hoher Buchener Wald" bei Ebrach durch die Regierung von Oberfranken statt. Bei dieser Verhandlung wurde deutlich, dass die Umwidmung des umstrittenen Geschützten Landschaftsbestandteils "Hoher Buchener Wald" in eine andere Schutzgebietskategorie ein gangbarer Weg gewesen wäre.

"Die Verhandlung hat gezeigt, dass es dieses Verfahren nicht hätte geben müssen, wenn der Freistaat Bayern bereit gewesen wäre, den Antrag der Marktgemeinde Ebrach auf ein Naturschutzgebiet durch die Regierung von Oberfranken umsetzen zu lassen" so Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND Naturschutz.

"Es ist traurig, dass der Freistaat Bayern sich weigert, seiner Verantwortung nachzukommen, seinen Wald zu schützen und stattdessen teure Prozesse anstrebt, um den notwendigen Schutz zu verhindern" so Peter Rottner, Landesgeschäftsführer des BUND Naturschutz.

Nationalparkfreunde angereist
Zur Beobachtung der Verhandlung waren mehr als 30 Befürworter des Geschützten Landschaftsbestandteils des BUND Naturschutz und des Vereins Nationalpark Nordsteigerwald angereist. "Diese Anzahl an Menschen an einem Termin unter der Woche kurz vor Weihnachten zeigt, dass das Schutzgebiet eine große Anhängerschaft hat und stimmt BN und den Verein Nationalpark Nordsteigerwald sehr optimistisch" so Hubert Weiger.

Die Entscheidung des Gerichts ist noch offen. Die Urteilsverkündung erfolgt am 21.12.2017.

Für Rückfragen:

Dr. Ralf Straußberger, BN Waldreferent

Mobil 0171 / 738 17 24, Tel. 0911 / 81878-22
 Wald
VERBUND AG muss das Vorhaben Pumpspeicherwerk Riedl endgültig einstellen

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
VERBUND AG muss das Vorhaben Pumpspeicherwerk Riedl endgültig einstellen

Für das vergleichbare Projekt Pumpspeicherwerk Atdorf im südlichen Schwarzwald teilte im April 2014 die RWE AG mit, aus der Planung und Finanzierung des Projekts auszusteigen. Die RWE AG war zu 50 % am Vorhabensträger Schluchseewerk AG beteiligt. Die EnBW, die zusammen mit ihren Tochtergesellschaften Energiedienst Holding und Energiedienst AG die anderen 50 % an der Schluchseewerk AG hält, strebte zunächst weiter eine Baugenehmigung an und übernahm die Planung und Weiterfinanzierung allein. Am 11. Oktober 2017 teilte die EnBW nun mit, das Projekt nicht mehr weiterzuverfolgen.

"Das geplante Pumpspeicherwerk Riedl würde Natur und Landschaft im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Donauleiten von Passau bis Jochenstein sinnlos zerstören. Pumpspeicherwerke haben in einer Welt der dezentralen Energiewende keinen Platz und keine Funktion. Pumpspeicherwerke gehören zur alten Welt der Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke. Und diese alte Welt muss beendet werden!" fordert Karl Haberzettl, Vorsitzender der Kreisgruppe Passau und Mitglied des Landesvorstandes des BUND Naturschutz in Bayern e.V.

"Der endgültige Ausstieg von RWE und EnBW aus dem Vorhaben Pumpspeicherwerk Atdorf im Südschwarzwald ist folgerichtig. Nun muss auch die Verbund AG endlich die Sinnlosigkeit des Vorhabens Pumpspeicherwerk Riedl einsehen und dessen AUS endgültig verkünden. Ein weiterlaufendes Genehmigungsverfahren der Naturzerstörung nur als Vorrat, ohne energiewirtschaftlichen Sinn und ohne Sinn für die Energiewende, darf nicht sein", so Haberzettl weiter.

"Die betroffene Bevölkerung, Grundstückseigentümer, Umweltschützer, aber auch die Anrainerkommunen, haben schwere Bedenken formuliert. Die Hürden für eine rechtswirksame Genehmigung sind extrem hoch, aus unserer Sicht unüberwindbar. Wir fordern die Verbund AG auf: Begraben Sie Ihre absurden Pläne in Riedl!" so Christian Schmid, Sprecher der Bürgerinitiative RiGoJo.

Die Energiewende für Klimaschutz und Atomausstieg erfordert einen umfassenden Umbau unseres Energiesystems und vor allem auch unserer Stromversorgung. Die EU Ziele für den Klimaschutz von 2009 legten fest, die Emission von Treibhausgasen, vor allem von Kohlendioxid, aus der energetischen Nutzung fossiler Energieträger, von 1990 bis 2050 um 80 bis 95 Prozent zu reduzieren. In der COP21, Klimakonferenz 2015 von Paris, formulierten die 196 Vertragsstaaten das Ziel, den mittleren globalen Temperaturanstieg gegenüber der Vorindustrialisierung auf maximal 2 Grad Celsius, besser auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Eine 2 Grad Begrenzung des Klimawandels könnte mit der Verfolgung der ambitionierten Obergrenze des EU Ziels, Reduktion der Kohlendioxid Emission um 95 Prozent, erreicht werden.

Das Erreichen dieses Zieles erfordert Energiesparen, Energieeffizienz und den dynamischen naturgemäßen Ausbau der Erneuerbaren Energien, vor allem die Produktion von Strom mit Wind- und Sonnenenergie. Strom von der Sonne mit Fotovoltaik und Strom vom Wind mit Windenergieanlagen bilden ein dezentral aufgebautes Energiesystem.

Wind und Sonne liefern Strom abhängig von Tageszeit, Jahreszeit und Wetter. Diese Erneuerbaren Energien müssen daher zusammenarbeiten mit steuerbaren Stromlieferanten - sie benötigen die Teamarbeit mit Kurzzeitspeichern und Langzeitspeichern.

"Speicher, die Wind und Sonne unterstützen, müssen dezentral platziert sein, lokal an den Produktionsanlagen und regional in Quartiersspeichern, und müssen eingebunden sein in die Spannungsebenen des Verteilnetzes. Zentrale Pumpspeicherwerke können dies nicht, sie arbeiten im Übertragungsnetz", so Dr. Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz des BUND Naturschutz in Bayern e.V.

Langzeitspeicher, also Speicher über mehrere Tage, Wochen und Monate, sind stoffliche Speicher und können der Überbrückung der sogenannten "Dunkelflaute" oder "kalten Dunkelflaute" dienen. Langzeitspeicher sind zum Beispiel Biomasse und Biogas, und in Zukunft Wasserstoff, und daraus Methan, aus der Elektrolyse von Wasser mit überschüssigem Erneuerbarem Energien Strom.

Pumpspeicherwerke sind als Langzeitspeicher völlig ungeeignet, in Deutschland liegt Ihre Speicherkapazität bei ca. 6 bis 12 Stunden. Dies macht sie als Langzeitspeicher völlig unwirtschaftlich und nie refinanzierbar.

Kurzzeitspeicher sind heute vor allem Batterien - das können Lithium-Ionen- aber auch Bleiakkumulatoren sein. Das können größere Komplexe sein, oder auch intelligent zusammengeschaltete und gesteuerte kleine Einheiten.

Typischerweise sind Kurzzeitspeicher heute immer mehr "double-use" Systeme, also Batterien, die seitens der Nutzer für spezifische andere eigene Interessen beschafft wurden: zur besseren Eigennutzung von Fotovoltaik-Anlagen, als Auto-Batterien, zur Stabilisierung lokaler Stromsysteme, und vieles andere mehr. Einmal beschafft für ihren individuellen Zweck, können sie dann quasi bei sehr geringen Mehr-Kosten für die Stabilisierung des Stromnetzes im Verteilnetz eingesetzt und angeboten werden. Hiergegen machen zentrale Pumpspeicherwerke keinen Sinn, weder wirtschaftlich noch energietechnisch.

Für Rückfragen:
Dr. Herbert Barthel,
Referat Energie und Klimaschutz
mobil: 0151-5048 9963
 Energie und Klima
BUND Naturschutz und LVÖ Bayern: Initiative BioRegio Bayern 2020 muss fortgesetzt werden

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
BUND Naturschutz und LVÖ Bayern: Initiative BioRegio Bayern 2020 muss fortgesetzt werden

Mehrwert regionaler Bioerzeugung für die Umwelt
Boden- und Wasserschutz, mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft und die Vermeidung von Folgekosten für die Gesellschaft, z.B. durch den Verzicht auf chemisch synthetische Pestizide und den geringeren Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung machen das System des Ökolandbaus zum Vorbild für eine umweltgerechte Landbewirtschaftung und Tierhaltung. Durch den Anbau mehrerer verschiedener Kulturen und die Beikrautregulierung ohne Ackergifte wachsen auf Bioackerflächen deutlich mehr Wildkrautarten als auf vergleichbaren konventionellen Flächen. Damit bieten die Ökoflächen auch mehr Lebensraum für Insekten und die Tiere der Feldflur.

Auch im Bereich des Klimaschutzes kann der Ökolandbau punkten. So belegt eine Metastudie aus 74 Studien aus aller Welt, dass die Kohlenstoffvorräte in biologisch bewirtschafteten Böden um durchschnittlich 3,5 t/ha höher sind als in konventionell bewirtschafteten. Bio-Böden können bis zu 450 kg mehr atmosphärischen Kohlenstoff je Hektar und Jahr speichern und emittieren flächenbezogen weniger Lachgas als konventionell bewirtschaftete Böden. Ökologisch bewirtschaftete Böden weisen wegen ihres höheren Humusgehaltes auch eine etwa doppelt so hohe Infiltrationskapazität auf wie konventionell bewirtschaftete, und können damit Hochwasserereignisse abpuffern.

"Auf europäischer Ebene müssen im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik jetzt die Weichen für eine umweltgerechtere Landwirtschaft und Tierhaltung gestellt werden. Innerhalb des europäischen Rahmens ist dann der Freistaat Bayern gefordert, seine Agrarpolitik noch stärker an den Belangen einer bäuerlich strukturierten, ökologischen Landwirtschaft auszurichten", fordert Hubert Weiger, Vorsitzender des BN.

BioRegio wirkt und kann noch mehr erreichen
Aus Sicht von LVÖ und BN hat die Initiative BioRegio Bayern 2020 mit gezielten Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Beratung, Forschung, Förderung und Markt wichtige Impulse gesetzt und Verbesserungen eingeleitet. Das große Potenzial des Ökolandbaus für Bayern ist jedoch noch bei Weitem nicht ausgeschöpft, da die Nachfrage nach heimischen Bio-Produkten noch immer größer ist als das Angebot. "Um die Erfolge der letzten Jahre dauerhaft zu sichern und das Potenzial auszuschöpfen, sind strukturelle Veränderungen in allen Bereichen, in denen der Freistaat Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten hat, notwendig", betont Josef Wetzstein, erster Vorsitzender der LVÖ Bayern. "Die aktuelle Bedeutung des ökologischen Landbaus - rund 9000 landwirtschaftliche Betriebe in Bayern wirtschaften bereits ökologisch - und die politische Zielsetzung zu seiner Ausdehnung, müssen sich auch in der Verteilung der staatlichen Ressourcen angemessen widerspiegeln", so Wetzstein weiter.

Ganzheitliche Politik für nachhaltige Landwirtschaft
Für BN und LVÖ ist der ganzheitliche Ansatz der Initiative BioRegio Bayern 2020 wegweisend für die zukünftige Ausrichtung der Unterstützungsmaßnahmen für den ökologischen Landbau. Neben der Flächenförderung spielen eine Vielzahl weiterer Maßnahmen und Faktoren eine Rolle für die Attraktivität einer Umstellung. So sind Forschung, Bildung und Wissenstransfer von großer Bedeutung für den weiteren Ausbau des ökologischen Landbaus. Nach Ansicht der LVÖ sollten Grundlagen des Ökolandbaus verpflichtender Bestandteil der Prüfungen für Auszubildende in der Landwirtschaft sein. Mit der Einrichtung einer dritten Fachschule für Ökolandbau mit einem Schwerpunkt auf Sonderkulturen könnte ein wichtiger Beitrag zur Linderung des Fachkräftemangels in diesem Bereich geleistet werden. Dies gilt auch für eine Stärkung der Lehre an den Hochschulen in diesem Bereich. Mit der Weiterentwicklung des BioRegio-Betriebsnetzes zu einem Praxisforschungsverbund ließen sich die praxisnahe Forschung und der Wissenstransfer zu Fragendes ökologischen Landbaus voranbringen.

Der ganzheitliche Ansatz der Initiative BioRegio 2020 wird auch im bayerischen Ökopakt deutlich, in dem sich aktuell 22 Organisationen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen für die Ziele der Initiative einsetzen. "Es ist an der Zeit, gemeinsam mit den anderen Akteuren des Ökopakts Bilanz über das bisher Erreichte zu ziehen, Ziele zu schärfen und weitere Gruppen für das Engagement zu gewinnen", stellt Wetzstein fest. "Besonders im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung und der Beschaffung kann der Einsatz von Bio-Produkten noch deutlich gesteigert werden - der Staat sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen", fordert Hubert Weiger im Namen des BN. Der gute Ansatz des Landwirtschaftsministeriums, in interessierten Gebietskörperschaften Öko-Modellregionen und dort mit Hilfe von Ökomanagern Impulse für die regionale Biovermarktung und Verbraucheraufklärung zu setzen, muss auch nach Auslaufen der jeweils 5 jährigen Anschubförderung weiter verfolgt werden, sind sich BN und LVÖ einig.

Für Rückfragen:

Marion Ruppaner, BN Referentin für Landwirtschaft,
Tel. 0911/81 87 8-20,
E-Mail: marion.ruppaner@bund-naturschutz.de

Cordula Rutz, LVÖ Geschäftsführerin

Tel: 089 4423190-11
E-Mail: cordula.rutz@lvoe.de
 Landwirtschaft und Gentechnik