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Ausflug zum Regensburger Saatgut-Tag

Landshut im Wandel
 
Am Samstag, den 24. Februar 2018 findet von 11.00 – 17.00 Uhr der 2. Regensburger Saatgut-Tag – für die Stadt und das Land statt. Veranstaltungsort: Evangelisches Bildungswerk Regensburg e.V. Am Ölberg 2 93047 Regensburg Details: http://www.ebw-regensburg.de/2-regensburger-saatgut-tag-fuer-die-stadt-und-das-land Zugverbindung hin: Landshut(Bay)Hbf ab 09:29 Uhr, Gleis 5 Regensburg Hbf an 10:06 Uhr Zugverbindung zurück: Regensburg Hbf ab 17:53 … Ausflug zum Regensburger Saatgut-Tag weiterlesen →
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It’s #WorldWhaleDay! We are excited to share some of our favorite fun facts about these amazing marine mammals throughout the day. First up, take a morning swim with a graceful humpback. Bild/Foto (Bild/Foto: Shutterstock) pic.twitter.com/TIb4XxiPMZ
Neubau großer Tierhaltungsanlagen einschränken

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
BUND Naturschutz begrüßt Aussage im neuen Arbeitspapier des Bayerischen Gemeindetags
 Landwirtschaft und Gentechnik
Kanusport auf der Wiesent im Landkreis Forchheim

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
Kanuvergnügen ja bitte - aber nur in naturverträglichen Maßen!
Gemeingebrauchsverordnung besser machen.
 Wasser  Vögel  Insekten  Amphibien
Mehr Einsatz für den Klimaschutz fordern von der neuen Bundesregierung Stadtwerke und Versorger in Bayern, gemeinsam mit dem BUND Naturschutz

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
Fünf kommunale Stadtwerke und ein Versorger in Bayern, die Stadtwerk Haßfurt GmbH, die Stadtwerke Neuburg an der Donau, die N-ERGIE Aktiengesellschaft in Nürnberg, die Stadtwerke Rosenheim, die SWW Wunsiedel GmbH und die Überlandzentrale Lülsfeld eG fordern gemeinsam mit dem BUND Naturschutz in Bayern e.V., Klimaschutz auch durch eine dezentrale Energiewende in Deutschland.
 Energie und Klima
Umweltpolitischer Aschermittwoch 2018 - Masterplan Donau als Lichtblick

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
Traditionell luden die Umweltverbände BUND Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) wieder zum Umweltpolitischen Aschermittwoch nach Niederbayern. Auch wenn der letzte frei fließende Abschnitt der niederbayerischen Donau zwischen Straubing und Vilshofen gerettet ist, gehen den Naturschützern die Themen nicht aus.
 Umweltpolitik
Bildervortrag Nikola gestean & heid

Landshut im Wandel
 
Am Montag, den 19. Februar 2018 findet um 19:00 Uhr der nächste Teil einer interaktiven Bildervortragsreihe über das Nikola-Viertel von und mit Oswald Reidinger statt. Bei diesem Vortrag zeigt Oswald neben neueren Bildern Aufnahmen von 1944 bis ca. 1950. Ort: AWO Mehrgenerationenhaus, Ludmillastraße 15 Einlass: 18:30 Uhr Unkostenbeitrag: 3 Euro, ermäßigt 1 Euro Veranstalter sind … <a href="https://www.laiwand.org/2018/02/12/bildervortrag-nikola-gestean-heid-3/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">Bildervortrag Nikola gestean & heid</span> weiterlesen <span class="meta-nav">→</span></a>
 Nikola  Vernetzung  Termine  Vortrag
Wandel.jetzt – Schweizer Vernetzungsinitiative für Wandelorganisationen

green net project
 

<p>Es gibt zu viele Karten und Vernetzungsplattformen! Das stellten 13 Schweizer Nachhaltigkeits-Initiativen und -Verbände fest und gründeten Anfang 2017 den Verein „Wandel.jetzt“. Dabei ist nicht nur eine übergreifende Plattform in Kooperation mit anderen AkteurInnen entstanden, sondern auch die Schnittstelle „Transition-Connect“, die Veranstaltungen und Organisations-Profile automatisch über auf mehreren Plattformen veröffentlicht und so einer Zersplitterung entgegen wirkt. Dies … </p>
<p class="link-more"><a href="https://greennetproject.org/2018/02/12/wandel-jetzt-schweizer-vernetzungsplattform/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">"Wandel.jetzt – Schweizer Vernetzungsinitiative für Wandelorganisationen"</span> weiterlesen</a></p>
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 Themenreihe Digitale Vernetzung
Bericht vom dritten Platform Coops Berlin Meetup

green net project
 
Bericht vom dritten Platform Coops Berlin Meetup

Uber, AirBnB, Amazon, Google und Co. – all diese Plattformen standen bislang alternativlos dar. Doch was die kapitalistisch funktionierenden Unternehmen können, schaffen bald auch mehr und mehr ihre demokratisch organisierten Pendants. Diese „Plattform-Kooperativen“ bieten zukunftsgerichteten Menschen und Organisationen erstmals die Möglichkeit, sich unabhängig von den etablierten Internetkonzernen zu organisieren – und bilden nun auch in Deutschland ein Netzwerk zur gegenseitigen Unterstützung.

Veranstaltungsrahmen


Die Veranstaltung „Platform Coop Meetup“ fand am 29.01.2018 von 15-18 Uhr im SUPERMARKT Berlin statt, am gleichen Ort wie beide Male zuvor auch. Der SUPERMARKT wurde vor sieben Jahren von Ela Kagel, David Farine und Zsolt Szentirmai gegründet und hat seit Beginn einen engen Bezug zur Berliner Kultur- und Kreativszene.

Peter Hartmann und Markus Kollotzek haben teilgenommen, um über die aktuellen Entwicklungen in der Platform Coop Szene zu berichten – für Außenstehende und Interessierte, die nicht teilnehmen konnten.
Bild/FotoEingang vom SUPERMARKT Berlin

Warum Meetups?


Im September des vergangenen Jahres hatten wir bereits an einem Meetup teilgenommen und darüber berichtet.

Zur Erinnerung: Platform Coops sind demokratisch gesteuerte Businesses in Gemeinschaftsbesitz – also Plattformen / Apps / Internetseiten zum Verkaufen, Teilen oder Tauschen von Ressourcen, z.B. Know-How, Daten, Fahrdienste, Räume, Material, usw.

Die regelmäßig stattfindenden Meetups sind dafür gedacht, den Austausch unter den deutschen Platform Coops zu fördern und schrittweise eine gemeinsame Struktur zu schaffen. Dafür braucht es regelmäßige Kommunikation, um eine kollektive Einigkeit zu schaffen, die allen nützt.
Bild/FotoArbeitsgruppe zum Thema stukturierter Support im Gespräch

Was bisher geschah


Das letzte Meetup fand am 28.11.2017 statt, hier konnten wir leider nicht teilnehmen. Auch diese Veranstaltung wurde im SUPERMARKT Berlin durchgeführt und von Ela Kagel moderiert. Die Teilnehmerzahl war zwar kleiner als beim ersten Meetup im September, dennoch wurden aber damals angestoßene Impulse weiterentwickelt.

Besonders wichtig zu erwähnen ist, dass speziell für die Platform Coop Bewegung ein Magazin #CoopsViadrina entstanden ist, das dieses noch relativ neue Thema ganz konkret und bildhaft erklärt. Das in einem studentischen Projekt an der Europa-Universität Viadrina entstandene Magazin porträtiert auch die wichtigsten Player der Szene. Auch das Thema „Smart City“ findet darin Platz und hebt dabei besonders hervor, dass auch solche Projekte immer demokratisch und gemeinnützig ausgerichtet sein sollten. Das Magazin gibt es in einer optisch ansprechenden Printversion und hier als kostenlose Online-Version im Internet.
Bild/FotoFoto der Zeitschrift #CoopsViadrina

Ablauf der Veranstaltung


Die Veranstaltung wurde von Ela Kagel und Thomas Dönnebrink moderiert. Auf der Agenda standen drei Punkte:
  • Vorstellungsrunde
  • Barcamp
  • Auswertung
In der Vorstellungsrunde kam jedeR der 24 TeilnehmerInnen zu Wort. JedeR konnte sich vorstellen und etwas über seine/ihre Organisation erzählen. Insbesondere wurden die Ziele und Herausforderungen der Organisationen erfragt. Jede Person hat ein Post-It ausgefüllt, das anschließend auf einem großen Flipchart verortet wurde. Hierbei sollte ein angestrebtes Platform-Coop-Ecosystem visualisiert werden, das in seiner Grundstruktur bereits durch Ela und Thomas vorbereitet und im Prozess erweitert wurde.
Bild/FotoPlatform Coops Ecosystem und die darin verorteten Organisationen / Menschen
Anschließend gab es auch einen kurzen inhaltlichen Einschub, um das Platform Coops Magazin „#CoopsViadrina“ zu präsentieren (s.o.)

Für das Barcamp waren die TeilnehmerInnen gefragt – über welche Themen wollen wir hier gemeinsam sprechen, die dazu beitragen können, eine gemeinsame Struktur für die deutschen Platform Coops zu schaffen.

Es wurden vier Themen gefunden:
  • 1. Gemeinsame Strategie / Platform-Coop-ID
  • 2. Struktur & Support
  • 3. Coin-Einführung
  • 4. Internationale Entwicklungen
Im Anschluss wurde den Gruppen eine Stunde zur Verfügung gestellt, um sich ihrem Thema zu widmen.
Bild/FotoDas Team zur Einführung einer Coin für die deutschen Platform-Coops im Gespräch
Nach dem einstündigen Austausch wurden die Ergebnisse eingesammelt und in einer großen Runde von dem jeweiligen Team präsentiert.

Als Ergebnis des ersten Teams wurde der Beschluss gefasst, eine WECHANGE-Gruppe zum Austausch von Daten und Informationen der unterschiedlichen Platform Coops zu erstellen. Bislang wurden meist E-Mail-Listen erstellt und es gab keine Möglichkeit, Dokumente und Dateien zentral abzulegen oder gemeinsam zu bearbeiten. Durch den Einsatz von WECHANGE gibt es nun eine Möglichkeit, einfacher miteinander zu kommunizieren und zu arbeiten:  https://wechange.de/group/platform-coop-network/

In der Gruppe „Struktur & Support“ wurden zunächst Fragen gesammelt, die die anwesenden Platform Coops beschäftigen. Hierbei sind die fünf Hauptbereiche Governance, Ressourcen, Geschäftsmodell, Finanzierung und Rechtliches identifiziert worden. Diese Fragensammlung stellt eine Grundlage dar, um die Bedarfe der Platform-Coops in eine strukturierte Form zu bringen und gezielter angehen zu können. Diese Sammlung ist von Alexandre Sourzac-Lami auf Trello veröffentlicht worden. Ein weiteres Ergebnis dieser Gruppe ist eine Folgeveranstaltung im März, in der die strukturierte Unterstützung von Platform-Coops vorangebracht werden soll.
Bild/FotoFragen zur Unterstützung von Platform Coops, gruppiert nach Themenblöcken
Die Gruppe „Coin-Einführung“ diskutierte die Möglichkeiten, eine eigene digitale Währung für die Platform-Coop-Bewegung einzuführen. Karim Chabrak nutzte dazu die Gelegenheit, sein Projekt „COINSENCE“ vorzustellen – eine Plattform, die es möglich macht, eigene Community-Währungen zu schöpfen.

In der Gruppe zum Thema „Internationale Entwicklungen“ wurde festgestellt, dass Deutschland nicht oder besonders aktiv in der Europäischen Genossenschafts-Bewegung vertreten ist. Mit Blick auf Frankreich wurde festgestellt, dass es dort einfacher ist, eine Genossenschaft zu führen. Dort ist diese Rechtsform deutlich weiter verbreitet – insbesondere Freiberufler- und Mitarbeitergenossenschaften sind in Frankreich schon seit längerer Zeit etabliert.

Nächste Schritte


Am Ende der Veranstaltung wurde eine Timeline für das kommende Jahr mit wichtigen Events für die Platform-Coop-Bewegung befüllt. Hier kamen 12 Veranstaltungen in Deutschland und international zusammen, die noch in der WECHANGE-Gruppe veröffentlicht werden.

Im Nachgang zur Veranstaltung wies Trebor Scholz (Initiator der Platform-Coops-Bewegung) auf die bevorstehende Onlinestellung des Platform Cooperativism Consortium China hin. Ende September wird übrigens eine Platform Coop Conference in Hong Kong stattfinden.

Das m4h-Lab 2018 wurde auch mit aufgenommen, wodurch WECHANGE und Ecobasa spontan zugesagt haben, dort einen Hackathon zu veranstalten um den Quellcode ihrer Plattform zu überarbeiten und zu veröffentlichen.
Bild/FotoTimeline – Sammlung von anstehenden Terminen für 2018

Organisationen und Vertreter vor Ort


Insgesamt waren ca. 24 TeilnehmerInnen vor Ort. Folgende Organisationen wurden durch sie vertreten:

Unser Fazit


Ela und Thomas haben die Veranstaltung wunderbar moderiert und für eine solide Struktur gesorgt. Im Gegensatz zu den anderen Veranstaltungen mit Fokus auf technischen Themen, an denen wir oft teilnehmen, war das Geschlechterverhältnis ziemlich ausgewogen. Allgemein kann man sagen, dass es eine produktive und positive Arbeitsatmosphäre gab. Wir haben das Gefühl, dass das Thema Platform Coops zunehmend Konturen bekommt und die Community stetig wächst.

Was wir allerdings auch bemerkt haben ist, dass drei Stunden für einen tiefen Austausch knapp bemessen sind. Die Vorstellungsrunde hat recht viel Zeit in Anspruch genommen, war aber gleichermaßen eine Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Für die Zukunft würden wir uns ein längeres Meetup wünschen, um genug Raum für inhaltliche Arbeit und persönliche Gespräche zu gewährleisten.

Trotz der knappen Zeit sind erstaunlich produktive Ergebnisse erzielt worden. Wir sind auf den weiteren Prozess sehr gespannt.

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 Unsere Botschafteraktivitäten
Koalitionsvertrag: GroKo verschleppt sozial-ökologische Wende

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
Koalitionsvertrag: GroKo verschleppt sozial-ökologische Wende

In einer ersten Bewertung des Koalitionsvertrags von Union und SPD sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern (BN) und des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „In zu vielen Politikbereichen siegt bei Union und SPD der kleinste gemeinsame Nenner. Die Chance auf eine sozial-ökologische Wende wird wieder einmal vertan. Einige wenige gute Ansätze können nicht darüber hinwegtäuschen, dass beim Klima, dem Verkehr und der Landwirtschaft weiterhin die Interessen einzelner Industriezweige wie der Kohle-, Auto- und der Agrarlobby  Vorrang vor Menschen und Umwelt erhalten. Die GroKo setzt sich zwar die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung als Maßstab, flankiert diese aber nicht wirksam. So bleibt Nachhaltigkeit nur eine Worthülse. Eine GroKo werden wir daran messen, ob sie unverzüglich nach der Regierungsbildung mit effektiven Sofortmaßnahmen bei dringlichen Themen wie Klimawandel, Dieselskandal, Artensterben und Glyphosat-Ausstieg nachsteuert.“  

Dramatisch sei, dass der Koalitionsvertrag auf konkrete Maßnahmen verzichte, mit der das Klimaziel 2020 noch erreicht werden könne. „Mit dem Beschluss, das Klimaziel für 2020 aufzuschieben, wird ein wesentliches Wahlversprechen ignoriert, für das es eine große Mehrheit in der Bevölkerung gibt. Hier sind die GroKo-Verhandler vor der Kohlelobby eingeknickt. Das 2020-Ziel kann nur noch durch die rasche Abschaltung der klimaschädlichen Kohlekraftwerke erreicht werden – die dreckigsten und ineffizientesten zuerst. Der Koalitionsvertrag setzt mit einer Kohle-Kommission und einem Klimaschutzgesetz zwar mittelfristig Instrumente für Klimaschutz, versäumt es aber, die erforderlichen Festlegungen für das Hier und Jetzt zu treffen. Besonders dramatisch zeigt sich dies bei der Energieeffizienz, bei der die vage Strategie nicht zu der erforderlichen Reduktion des Energieverbrauchs führen kann“, sagte Weiger. Kohleausstieg und deutliche Energieeinsparungen seien auch essentiell, um die Klimaziele für 2030 und 2050 nicht zu gefährden.

Mit Blick auf notwendige Konsequenzen aus dem Dieselskandal und die auch klimapolitisch erforderliche Verkehrswende sagte Hubert Weiger weiter: „Die Fortschritte in einzelnen Bereichen wie dem ÖPNV oder dem Ausbau der Bahn können nicht darüber hinwegtäuschen, dass mutige Reformen auch im Verkehrsbereich fehlen. Statt den Schutz von Umwelt und Gesundheit zu garantieren, wird weiterhin die Automobilindustrie protegiert und aus der Verantwortung entlassen.“ Zwar finde sich im Koalitionsvertrag der Beschluss, Fahrverbote in Städten zu vermeiden, die hierfür notwendigen Maßnahmen wie die Einführung einer Blauen Plakette und einer verpflichtende Hardware-Nachrüstung auf Kosten der Autohersteller blieben jedoch aus. Zudem hätten sich die GroKo-Verhandler nicht zum Abbau der staatlichen Dieselförderung und anderer umweltschädlicher Subventionen bekannt, kritisierte der BN- und BUND-Vorsitzende.

Auch in den Bereichen Landwirtschaft und Nutztierhaltung bleibe der Koalitionsvertrag – gemessen am Wunsch der Verbraucher, das Ende der Massentierhaltung einzuleiten – weit hinter den Erwartungen zurück und lasse lediglich kleine Fortschritte zu. „Es ist richtig, die nationale Nutztierhaltungsstrategie weiterzuentwickeln, nur hätten die Koalitionäre hier konkret und zeitlich sowie finanziell verbindlich werden müssen. Statt alle tierischen Produkte mit einer verpflichtenden staatlichen Haltungskennzeichnung nach dem Modell der Eier-Kennzeichnung von 0 bis 3 zu versehen, plant die GroKo offenbar wieder eine Fortsetzung des viel zu laschen freiwilligen Tierwohllabels, das nur wenig Verbesserungen bringt“, sagte Weiger.

Schwach und unverbindlich sei der Koalitionsvertrag auch beim Problem des Insektensterbens, dem die mögliche Koalition mit einem Aktionsplan begegnen wolle, so Weiger. „Das Insektensterben zu stoppen kann ohne den schnellen Ausstieg aus schädlichen Pestiziden wie Glyphosat und den besonders für Bienen gefährlichen Neonikotinoiden nicht gelingen. Skandalös ist, dass der unlauteren und von einer Bevölkerungsmehrheit abgelehnten Wiederzulassung des Pestizids Glyphosat kein verbindliches nationales Ausstiegsdatum entgegengesetzt wird. Wir fordern einen Glyphosat-Ausstieg innerhalb der nächsten drei Jahre. Der künftigen Bundesregierung muss ein Strategiewechsel hin zu einer Agrarpolitik gelingen, die Biodiversität und Insekten schützt, statt Agrarwüsten und Megaställe weiter zu fördern“, so der BUND-Vorsitzende.

Ein vernichtendes Urteil fällt der BUND Naturschutz auch hinsichtlich der Vereinbarung zum Abbau von Bürgerrechten unter dem Vorwand einer Planungsbeschleunigung von Infrastrukturprojekten. „Die geplante Einschränkung von Mitwirkungsrechten und Umweltgesetzen ist empörend und demokratieschädlich. Damit will die Bundesregierung von ihren eigenen Planungsfehlern ablenken. Gute Planung und Beteiligung in einem verbindlichen Verfahren ist das effektivste Mittel zur Beschleunigung“, sagte Weiger.
 Umweltpolitik
Vernetzungstreffen am 15. Februar 2018

Landshut im Wandel
 
Vernetzungstreffen am 15. Februar 2018

Bei diesem Treffen möchten wir möglichst viele Vertreter von in Landshut bereits aktiven Organisationen, bei denen die Themen Umweltschutz, Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit eine Rolle spielen, zusammenbringen.

Ziel des Treffens ist die Planung einer öffentlichen Aktion um die Existenz und Vielfalt dieser Organisationen bekannt zu machen und mit noch nicht engagierten Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Bild/Foto

Wann:     Donnerstag, 15. Februar 2018, 19:30 Uhr
Wo:           Café International

Bitte macht dieses Vernetzungstreffen in Eurem Umfeld bekannt damit sich möglichst viele Organisationen beteiligen können.
 Treffen  Vernetzung  Termine
GRÜNE WIESE IN DER ALLGÄUER KULTURLANDSCHAFT SOLL GEWERBEGEBIET WERDEN

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
GRÜNE WIESE IN DER ALLGÄUER KULTURLANDSCHAFT SOLL GEWERBEGEBIET WERDEN

„Noch bevor die Neuregelung in Kraft tritt, beginnen in den ersten Gemeinden die Planungen für Gewerbegebiete auf der Grünen Wiese.  Viele weitere Fälle werden dem ersten Fall im Westallgäu folgen. So wird die Bayerische Staatsregierung zum Totengräber der bayerischen Kulturlandschaft“, kommentiert der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner die Planungen der Argentalgemeinden Gestratz, Grünenbach, Maierhöfen und Röthenbach im Landkreis Lindau für ein knapp 8 ha großes unangebundenes Gewerbegebiet mitten auf der grünen Wiese. „Wir fordern die bayerische Staatsregierung auf, die geplante Demontage des LEP nicht zu beschließen und ein im Grundsatz neues Landesentwicklungsprogramm auf den Weg zu bringen, das den Klima-, Ressourcen- und Flächenschutz als zentrales Element beinhaltet“, ergänzt Mergner.

„Die Wiese, auf der jetzt ein Gewerbegebiet entstehen soll,  ist als landschaftliches Vorbehaltsgebiet ausgewiesen“, erklärt Erich Jörg, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Lindau. „Wir werden diese landschaftzerstörerische Planung nicht zulassen und prüfen daher auch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht.“

Das Interkommunale Gewerbegebiet „In der Au“, den Argentalgemeinden Gestratz, Grünenbach, Maierhöfen und Röthenbach im Landkreis Lindau ist bereits seit 2014 geplant. Auf Grund einer Petition des BUND Naturschutz an den bayerischen Landtag stellte das bayerische Innenministerium klar: „Im Ergebnis steht die geplante Gewerbegebietsausweisung auch weiterhin im Widerspruch zu den rechtskräftigen Zielen der Raumordnung und ist somit gem. § 1 Abs. 4 BauGB nicht zulässig“ (Stellungnahme des bayerischen Innenministerium vom 19.1.2015). Durch die aktuell laufende Änderung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) erhoffen sich die Gemeinden, ihre Vorhaben doch noch genehmigt zu bekommen.  Der BUND Naturschutz hält die Planung allerdings nach wie vor für nicht genehmigungsfähig.

Die aktuelle Änderung des LEP sieht weitreichende Änderungen des sog. Anbindegebotes vor. Dieses besagt, dass neue Baugebiete nur angebunden an bestehende Siedlungen ausgewiesen werden dürfen. Damit sollen eine Zersiedelung der Landschaft verhindert und kurze Wege und eine Stärkung der Ortskerne gefördert werden.

Auf Initiative von „Heimatminister“ Markus Söder sollen weitere Ausnahmen vom Anbindegebot in das LEP aufgenommen werden:   Interkommunale Gewerbegebiete sollen künftig überall ausgewiesen werden dürfen. Auch soll es künftig  keine Beschränkungen für Gewerbegebiete an Autobahnen und vierspurigen Bundesstraßen und generell für Tourismusprojekte mehr geben.
Die Staatsregierung hat das Vorhaben gegen den Widerstand eines breiten Expertenbündnisses aus Planer-, Architekten-, Bau- und Naturschutzverbänden vorangetrieben.  (siehe: www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/heimat-bayern-2020-ausverkauf-unserer-bayerischen-kulturlandschaft.html )
Es wird erwartet, dass das neu gefasste LEP in Kürze durch das bayerische Kabinett verabschiedet wird und dann nach der Veröffentlichung im Gesetztesblatt in Kraft tritt.

Aktuell läuft die Öffentlichkeitsbeteiligung des Zweckverbandes Interkommunales Gewerbegebiet Argental zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes im Gebiet.

Der BUND Naturschutz (BN) ist zuversichtlich, dass das Vorhaben nicht genehmigt wird, bzw. spätestens gerichtlich zu Fall kommt:
1) Die aktuell laufenden Verfahrensschritte laufen auf einer vermeintlichen Rechtsgrundlage, die noch gar nicht in Kraft ist.
2) Als Ergebnis heftiger Proteste der Fachöffentlichkeit hat der Landtag noch einen Vorbehalt bei  Ausnahmereglungen vom Anbindegebot eingefügt: Genehmigt werden dürfen nur Vorhaben „ohne wesentliche Beeinträchtigungen des Orts- und Landschaftsbilds“ sowie wenn „kein geeigneter angebundener Alternativstandort vorhanden ist“.
Nach Ansicht des BUND Naturschutz ist beim beplanten Standort zweifelsfrei eine wesentlich Beeinträchtigung des Landschaftsbildes gegeben. Diese Auffassung wird rechtlich auch dadurch unterstützt, dass  das Gebiet als landschaftliches Vorbehaltsgebiet im Regionalplan ausgewiesen ist.
Zudem sind nach Ansicht des BN zahlreiche  angebundene Alternativstandorte für Gewerbebetriebe in den Gemeinden vorhanden.

Für Rückfragen:

Thomas Frey
Regionalreferent für Schwaben
thomas.frey@bund-naturschutz.de
089/548298-64; 0160-95501313
 Flächenschutz
BESSERES VERKEHRSKONZEPT FÜR DAS INNTAL - BUND NATURSCHUTZ FORDERT VERKEHRSWENDE

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
BESSERES VERKEHRSKONZEPT FÜR DAS INNTAL - BUND NATURSCHUTZ FORDERT VERKEHRSWENDE

„Der Alpen-Transitverkehr hat sich in den letzten Jahren immer mehr auf die Brenner-Trasse verlagert – zu Lasten der betroffenen Anwohner. Für eine langfristige Lösung braucht es zeitnah wirksame Instrumente statt Versprechungen und kurzfristigen Maßnahmen wie die Blockabfertigung“, kritisiert BUND Naturschutz Landesbeauftragter Richard Mergner.
Der vom BN abgelehnte sechsspurige Ausbau der Autobahn A8 und der von Ex-Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt durchgesetzte Einsatz von „Monster-Trucks“ verschärfe die schlechte Luftsituation im Inntal und am Brenner.


„Es muss für das sensible Inntal eine zukunftsfähige Verkehrsstrategie mit der Priorität für Verkehrsvermeidung geben“, so BUND Naturschutz Kreisvorsitzender Peter Kasperczyk. „Bisher gab es kaum Erfolge bei der Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene. Es reicht nicht, lediglich neue Kapazitäten auf der Schiene zu schaffen, ohne verkehrsmindernde Maßnahmen zu setzen.“ Eine Verlagerung müsse dabei zu einer echten Entlastung und nicht zu neuem Transitverkehr auf der Straße führen. Nur so könne es zur Verbesserung der Lebensqualität durch Lärmminderung und gesünderer Luft in den belasteten Alpen-Tälern kommen.
„Die Belastung der Anwohner an den Zulaufstrecken hat untragbare Maße angenommen. Es müssen geeignete Infrastrukturen geschaffen werden, welche den Lkw Verkehr nicht weiter in diesem Maße begünstigen“, ergänzt BN-Regionalreferentin Agnes Grasberger.

Der BUND Naturschutz fordert daher von der Bundes- und Landesregierung folgende verkehrspolitische Weichenstellungen:

Die Steuersätze für Benzin und Diesel müssen in den beteiligten EU-Staaten auf ein gleichmäßig hohes Niveau gebracht werden. Dafür ist eine Beschränkung der „Lkw-Billig-Tankstellen“ in Tirol, die als billigste Tankstellen Europas gelten, erforderlich. Der "Tanktourismus“ - Lastkraftwagen die für den billigen Kraftstoff Umwege von hunderten Kilometern in Kauf nehmen - muss vermieden werden.

Wettbewerbsverzerrungen durch Dumpinglöhne für LKW-Fahrer, Überschreitung der Lenkzeiten, Überladung, stillgelegte Abgasnachbehandlung und die massive Missachtung der gesetzlichen Vorschriften verbilligen den Lkw-Verkehr und bringen die Schiene wieder ins Hintertreffen. Europaweit sind faire Arbeitsbedingungen im Transportsektor sowie rigorose Kontrollen und Überwachung der Sozialvorschriften durchzusetzen.

Eine flächendeckende LKW-Maut, die auch Umwelt- und Gesundheitskosten einschließt, muss eingeführt werden. So kann der Umwegverkehr über den Brenner - der wegen der günstigeren Maut in Deutschland bevorzugten Transitstrecke - reduziert werden.

Mit der Einführung einer Alpentransitbörse wird eine begrenzte Zahl von Lkw-Durchfahrtsrechten für einen bestimmten Zeitraum vergeben, die auch handelbar sind. Für die Gesamtzahl der Fahrten wird somit eine verträgliche Obergrenze auf jeder Transitstrecke festgelegt. Dies würde eine faire Verteilung ohne Benachteiligung von Teilstrecken bedeuten.

Die bereits zugesagten Verbesserungen des Lärmschutzes müssen realisiert sowie regelmäßig überprüft und an die Verkehrsentwicklung angepasst werden.

Für Rückfragen:

Richard Mergner
BUND Naturschutz Landesbeauftragter
Tel. 0911-8187825 | Mobil. 0171-6394370

Agnes Grasberger
BN Regionalreferentin für die Regionen Oberland und Südostoberbayern
agnes.grasberger@bund-naturschutz.de | Tel. 089-54829888
 Verkehr
Hubert Weiger wird BN-Vorsitz in neue Hände legen

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
Hubert Weiger wird BN-Vorsitz in neue Hände legen

Als Gründe nennt Hubert Weiger die Herausforderungen des weiter wachsenden Bundesverbandes BUND, die anstehenden zentralen Weichenstellungen auf nationaler und internationaler Ebene und die hierfür notwendigen Reisen und die nötige Präsenz in Berlin.

Mit einer vorrausichtlich neuen Bundesregierung erfordert gerade das Jahr 2018 Jahr einen großen Kraftaufwand. Das hängt auch damit zusammen, dass in der Politik „auf Bundesebene immer mehr Themen auf die lange Bank geschoben werden, von denen wir glaubten, bereits deutliche Fortschritte erzielt zu haben“, wie Weiger erklärt. Als Beispiel nennt er die Energiewende: So werden Klimaziele inzwischen zeitlich immer weiter hinausgeschoben. Auch die Verkehrswende kommt nicht voran.

Die mögliche Beteiligung des BUND Naturschutz an einem Volksbegehren zum Flächenschutz – sollte dieses zugelassen werden – erfordert wiederum in Bayern vielfältige Präsenz und Entscheidungen des gesamten Landesvorstandes.

Auch nach dem Amtswechsel wird Hubert Weiger weiterhin als BUND-Vorsitzender in Rücksprache mit dem BN-Landesvorstand für Austausch, Beratung und Veranstaltungen in Bayern zur Verfügung stehen.

Hubert Weiger war im Jahr 2002 in der Nachfolge von Hubert Weinzierl zum Vorsitzenden des BUND Naturschutz gewählt worden. Seitdem wurden unter Weigers Vorsitz wichtige Entscheidungen zur fachlichen Profilierung, zur Transparenz und zur basis- wie kampagnenorientierten Verbandsentwicklung auf den Weg gebracht. Zudem hatte Weiger entscheidenden Anteil an der Ausweisung des Nürnberger Reichswaldes als ersten bayerischen Bannwald, an der Rettung der frei fließenden Donau zwischen Straubing und Vilshofen sowie der Sicherung eines gentechnikfreien Bayern.

Die Zahl der Mitglieder und Förderer des BUND Naturschutz in Bayern stieg 170.000 auf 230.000 und auch die Zahl der Mitarbeiter hat sich vervielfacht. „Haus und Hof“ des BUND Naturschutz sind damit bestens bestellt.

Hubert Weiger begann seine Naturschutzarbeit vor über 40 Jahren als der erste Kriegsdienstverweigerer im Naturschutz in Deutschland. Anschließend war er für den BUND Naturschutz zuerst als Beauftragter für Nordbayern, dann als Landesbeauftragter und schließlich als Landesvorsitzender im Einsatz. Gemeinsam mit Landesvorstand, Landesbeirat und den engagierten Kreis- und Ortsgruppen baute er den BN zum bedeutendsten unabhängigen Natur- und Umweltschutzverband in Bayern auf.

Im Landesbeirat am vergangenen Samstag erklärte Richard Mergner, bei der kommenden Delegiertenversammlung für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren. Er ist seit 1990 in verschiedenen Funktionen hauptamtlich im BN-Landesverband tätig. Seit 2002 engagiert er sich erfolgreich als Landesbeauftragter für den BUND Naturschutz. Weitere Kandidatinnen und Kandidaten sind derzeit nicht bekannt.

Mehr zu Hubert Weiger

Mehr zu Richard Mergner
 Umweltpolitik
Agrarbündnisverbände thematisieren Mitverantwortung Bayerns für Glyphosateinsatz, Landraub und Regenwaldzerstörung

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
Agrarbündnisverbände thematisieren Mitverantwortung Bayerns für Glyphosateinsatz, Landraub und Regenwaldzerstörung

Mitverantwortung Bayerns für Glyphosateinsatz, Landraub und Regenwaldzerstörung

Nur Kennzeichnungspflicht ermöglicht Verbrauchern Wahlfreiheit

In ihrer neuen Broschüre: „Soja, Regenwald und Glyphosat“ haben die Verbände des bayerischen Agrarbündnisses AbL, BN und Mission EineWelt die Mitverantwortung Bayerns für die Zerstörung des Regenwaldes in Südamerika, die Vertreibung von Kleinbauern und den großflächigen Einsatz von Glyphosat durch den Import von gentechnisch verändertem Soja thematisiert.



Glyphosatausbringung per Flugzeug

Beim Sprühen von Unkrautvernichtungsmitteln aus dem Flugzeug werden dort das Trinkwasser und die Umwelt vergiftet, und es häufen sich Krebs-fälle und Fehlgeburten in diesen Gegenden.

Sojaimporte nach Bayern noch sehr hoch

Trotz der Erfolge der 2011 vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium gestarteten Eiweißinitiative werden immer noch 560.000 Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot zu Futterzwecken nach Bayern importiert. Dafür werden ca. 280.000 Hektar Anbaufläche, vor allem in Südamerika in Anspruch genommen. Der Großteil des importierten Sojas wird an Rinder und Schweine verfüttert und damit mehr Milch und Fleisch erzeugt, als gebraucht wird.

Überproduktion als Problem

Ein Viertel der Milchpulverexporte aus der EU Intervention geht in afrikanische Länder und ruiniert dort Märkte, wie z.B.in Burkina Faso. Bauern werden zu Landlosen, die dann auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind.

In Bayern lag der Selbstversorgungsgrad für Milch und Milcherzeugnisse 2016 bei 164 % und für Käse bei 292 %. Im Segment Magermilchpulver deckte die Produktionsmenge den Bedarf zu 317 %.

Fütterungsalternativen ausbauen

Dass es auch anders geht, zeigen die Beispiele zu regionalen Fütterungskonzepten in der neuen Broschüre. Immer mehr Milch wird auch in Bayern mit dem Prädikat ohne Gentechnik verkauft. Beim Fleisch muss ein neuer Markt erst noch wachsen.

Kennzeichnungspflicht endlich umsetzen

Die Verbände fordern daher, dass die Kennzeichnungspflicht für tierische Produkte aus gentechnischer Fütterung, die schon im Koalitionsvertrag der letzten Bundesregierung verankert war, endlich umgesetzt wird. Nur so haben die Verbraucher auch eine Wahlmöglichkeit im konventionellen Fleischbereich. Bei Biolebensmitteln sind nach gesetzlichem Standard der EU Bioverordnung gentechnisch veränderte Futtermittel per se ausgeschlossen.

Forderungen für eine artgerechte gentechnikfreie Fütterung

Zur Lösung des Überangebotes fordern die Verbände gesetzliche Rahmenbedingungen, wie die Fleischerzeugung an die vorhandenen Flächen für den Futteranbau anzupassen, die Milcherzeugung an den Binnenmarkt anzupassen und regionale Wertschöpfungsketten zu stärken. Auch die Einführung einer Kennzeichnungspflicht für die Haltungsform bei Schweinen und Geflügel wird gefordert. Bei der staatlichen Förderung, Beratung und Forschung müssen die betriebseigene Fütterung, Weidesysteme und Anbauberatung für Erbsen, Bohnen, Lupinen und auch Soja eine bessere Unterstützung erfahren.

Die neue Broschüre steht als download zur Verfügung unter https://www.bund-naturschutz.de/landwirtschaft/veroeffentlichungen.html

https://mission-einewelt.de/wp-content/uploads/2018/01/Futtermittel_i.pdf

Mission EineWelt hat eine Mailkampagne an Bundeskanzlerin Merkel gestartet, in der ein Importstopp für Gensoja aus Brasilien gefordert wird, da der Sojaanbau dort ganz aktuell zahlreiche kleinbäuerliche Familienbetriebe

zerstört und vertreibt: mission-einewelt.de /kampagnen/soja-protest/

Für Rückfragen:

Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin, Tel. 0911 81878-21;

mobil am 5.2.: 0173-44 66 55 3

Gisela Voltz, Mission EineWelt, Referat Entwicklung und Politik,
Tel. 0911-36672-0;

Andrea Eiter; Geschäftsführerin AbL-Bayern, Tel. 0821/45 40 951,
mobil 0170/99 134 63
BUND NATURSCHUTZ UNTERSTÜTZT VOLKSBEGEHREN "DAMIT BAYERN HEIMAT BLEIBT, BETONFLUT EINDÄMMEN"

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
BUND NATURSCHUTZ UNTERSTÜTZT VOLKSBEGEHREN "DAMIT BAYERN HEIMAT BLEIBT, BETONFLUT EINDÄMMEN"

"Wenn der designierte Ministerpräsident Markus Söder und die CSU-Landtagsfraktion ernsthaft den Flächenverbrauch einschränken wollen, muss die Demontage des Landesentwicklungsprogramms umgehend zurückgenommen werden", fordern BN-Beiratssprecher Manfred Engelhardt und der BN-Vorsitzende Hubert Weiger. "Zahnlose Ankündigungen statt klarer Vorschriften zur Verringerung des Flächenverbrauchs und Förderprogramme für die Kommunen, wie von Söder angekündigt, können das Problem nicht lösen", so BN-Landesbeauftragter Richard Mergner.

Der übermäßige Flächenverbrauch ist eines der drängendsten ungelösten Umweltprobleme in Bayern. Seine Rückführung auf ein nachhaltiges Maß ist ein zentrales, jahrzehntelanges Herzensanliegen des BUND Naturschutz und besonders seiner im Flächenschutz engagierten Kreis- und Ortsgruppen. Der BUND Naturschutz setzt sich seit Jahrzehnten für die Bewahrung bayerischer Heimatlandschaften ein, besonders intensiv im aktuellen politischen Prozess gegen die Lockerung des Anbindegebots im Landesentwicklungsprogramm, im Kampf gegen eine dritte Startbahn am Flughafen München oder eine Autobahnanbindung des Nürnberger Flughafens mitten durch den Reichswald.

Der Landesvorstand und der Landesbeirat des BUND Naturschutz erwarten von den Initiatoren des Volksbegehrens, dass für die zweite und entscheidende Stufe des Volksbegehrens ein breiter, überparteilicher und zivilgesellschaftlicher Trägerkreis gebildet wird. Zur Unterstützung dieses Bündnisses sollen neben den Initiatoren weitere Organisationen u.a. aus landespflegerischen, landwirtschaftlichen und kirchlichen Zusammenhängen, sowie weitere demokratische Parteien eingeladen werden. Die BN-Delegiertenversammlung wird Ende April satzungsgemäß die letztendliche Entscheidung u.a. über die Höhe der finanziellen Unterstützung des Volksbegehrens im Rahmen der Haushaltsberatungen treffen.

Für Rückfragen: Richard Mergner, BN-Landesbeauftragter 0171/6394370
 Flächenschutz  Umweltpolitik
PETITIONSAUSSCHUSS LEHNT PETITIONEN GEGEN DAS GEWERBEGEBIET IN RAMERBERG SENDLING-OST IM LKR. ROSENHEIM AB

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PETITIONSAUSSCHUSS LEHNT PETITIONEN GEGEN DAS GEWERBEGEBIET IN RAMERBERG SENDLING-OST IM LKR. ROSENHEIM AB

Der Sprecher der Bürgerinitiative „Ramerberg - Sendling zum Schutz des Landschaftsraumes Kloster Attel“ Jürgen Zott zeigte sich sehr enttäuscht über den Ausgang: „Hier ist ein wertvoller Natur- und Kulturraum akut bedroht. Der geplante Standort befindet sich in besonders exponierter Lage am Ende des Inntrogtales nahe Attel, Attelmündung und dem Naturschutzgebiet Inntal in direkter Sichtachse zum Kulturgut Kloster Attel. Es muss möglich sein, einen weniger den Landschafts- und Kulturraum beeinträchtigten Standort zu finden.“
Der Petent Rupert Stäbler bemängelt darüber hinaus, dass er als betroffener Anlieger über das Bauvorhaben nicht schriftlich informiert und sehr spät im Verfahren beteiligt wurde.

Die Kreisgruppe Rosenheim des BUND Naturschutz hat in den Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zum Bebauungsplan diesen Standort abgelehnt. Nachdem jedoch ein angebundener Standort im Ortsentwicklungskonzept der Gemeinde Ramerberg aufgeführt ist, dürfte eine Ausnahmegenehmigung vom Anbindegebot nicht erstellt werden. Zudem wird hier ein Gewerbegebiet geschaffen, das sich bereits im Besitz eines Unternehmers befindet, der auch Gemeinderat ist.

Auch gemäß dem vom Landtag im November zugestimmten Entwurf zur Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogrammes Bayern kann nach Ansicht des BN keine Erlaubnis erteilt werden, da sowohl ein angebundener Alternativstandort vorliegt, als sich der geplanten Standort auch in einer landschaftlich besonderen Lage befindet und so eine Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes erfolgt.

Das Gewerbegebiet würde aus Sicht des BN letztendlich zur weiteren Landschaftszersiedelung beitragen und somit den wertvollen Natur- und Kulturraum unwiederbringlich zerstören.
„Bei dieser Entscheidung sieht man, wie ernst Landtagsabgeordnete die Verpflichtung zum Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft nehmen. Hier wird Natur und Landschaft wirtschaftlichen Gewinninteressen geopfert. Die Tatenlosigkeit zieht sich von kommunalen Entscheidungsträgern bis in den Landtag.“, kommentiert Richard Mergner, Landesbeauftragter des BUND Naturschutz in Bayern.

Für Rückfragen:

Wolfgang Matschke
Vorsitzender BN-Ortsgruppe Rott am Inn
Tel. 0176/ 38 13 40 98  

Agnes Grasberger
Regionalreferentin für die Regionen Oberland und Südostoberbayern
agnes.grasberger@bund-naturschutz.de; Tel. 089/ 54 82 98 88
 Flächenschutz
MÜNCHEN HAT DIE DRECKIGSTE LUFT DEUTSCHLANDS – ARMUTSZEUGNIS FÜR DIE STAATSREGIERUNG

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MÜNCHEN HAT DIE DRECKIGSTE LUFT DEUTSCHLANDS – ARMUTSZEUGNIS FÜR DIE STAATSREGIERUNG

Vorgestern musste Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bei EU-Umweltkommissar Karmenu Vella Versäumnisse der Bundesregierung eingestehen. Die Bundesregierung muss daher eine Klage wegen dauerhafter Überschreitung der NO2-Grenzwerte erwarten. Anlässlich der heute vom Umweltbundesamt veröffentlichten Zahlen zur Luftqualität kommentiert der Landesbeauftragte und Sprecher des Bundesarbeitskreises Verkehr im BUND Richard Mergner: "Die heute veröffentlichten Daten zeigen, was von Umweltverbänden seit Jahren angeprangert wird. Münchner Luft ist nicht weiß - blau, sondern grau und gesundheitsgefährlich. Die Staatsregierung hat über Jahre die Gefahr für Gesundheit und Umwelt in allen bayerischen Großstädten verharmlost und ist tatenlos geblieben."

Der BUND Naturschutz fordert, dass alle Diesel-Fahrzeuge die vorgeschriebenen Stickoxid-Grenzwerte nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf der Straße einhalten. "Die Autokonzerne sind verantwortlich dafür, dass Autos zu viele Schadstoffe ausstoßen, obwohl die technischen Möglichkeiten zur Nachrüstung längst gegeben sind. Wenn die Autokonzerne sich weigern, Filteranlagen auf ihre Kosten einzubauen, müssen sie von der Bundesregierung dazu gezwungen werden. Die Kumpanei zwischen Bundesregierung, bayerischer Staatsregierung und Autoindustrie ist unerträglich und muss zum Gesundheitsschutz der Bürger endlich beendet werden", so Mergner.

Brief der Umweltverbände an K. Vella:

www.bund.net/stickstoffdioxid-brief

Daten des Umweltbundesamtes:

https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/luftqualitaet-2017-rueckgang-der

Für Rückfragen: Richard Mergner, Landesbeauftragter und BUND Arbeitskreissprecher Verkehr

Tel: 0911/8187825 oder 0171/6394370
 Verkehr
Wiesenmeisterschaft Donau-Isar-Hügelland gestartet

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Wiesenmeisterschaft Donau-Isar-Hügelland gestartet

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und der BUND Naturschutz in Bayern (BN) führen einen gemeinsamen Wettbewerb in den Landkreisen Regensburg und Kelheim jeweils südlich der Donau und im Landkreis Landshut durch - Landwirte können sich bis zum 20. April 2018 bewerben.

Die Idee einer Wiesenmeisterschaft in Bayern, bei der vielseitig blühende Bauernwiesen prämiert werden sollen, wurde 2009 von BN und LfL gemeinsam entwickelt und der Wettbewerb seither jährlich in einer anderen Region Bayerns umgesetzt.

"Mit dem Wettbewerb soll mehr öffentliches Bewusstsein in Politik und Gesellschaft für den Wert artenreicher Wiesen und Weiden und die Leistungen der Landwirte für deren Erhaltung geschaffen werden", so Marion Ruppaner, BN-Landwirtschafsreferentin, "denn leider sind artenreiche Wiesen auch im Hügelland schon fast zur Rarität geworden." "Artenreiche Wiesen sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch unverzichtbarer Lebensraum für Bienen und bestäubende Insekten, sowie für viele bedrohte Vogelarten und Wildtiere," so Dr. Gisbert Kuhn vom LfL-Institut für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz in Freising.

Ablauf, Bewerbungsfristen und Unterlagen


Teilnehmen können bäuerliche Betriebe im Haupt-, Zu-, und Nebenerwerb in den Landkreisen Regensburg und Kelheim jeweils südlich der Donau und im Landkreis Landshut. Es kann nur je eine Wiese oder Weide pro Betrieb gemeldet werden. Voraussetzung ist, dass der Aufwuchs landwirtschaftlich verwertet wird und die Fläche mindestens einen halben Hektar groß, sowie artenreich ist.

Die Anmeldung sollte bis 20. April 2017 bei der LfL unter Fax 08161/71-5799 oder im Internet unter www.LfL.bayern.de/Wiesenmeisterschaft erfolgen.

Ab Anfang Mai werden die Flächen von einer Gutachterin besichtigt und bewertet (Daten bleiben vertraulich). Die endgültige Auswahl unter den fünf besten Wiesen trifft dann eine Jury mit Vertretern aus Landwirtschaft und Naturschutz bei einer Rundfahrt, die für Anfang Juni geplant ist.

"Für die Bonitierung der Wiesen werden nicht nur naturschutzfachliche Kriterien, wie die Artenvielfalt, sondern auch landwirtschaftliche Gesichtspunkte, wie der Ertrag und die Verwertung des Mähgutes im landwirtschaftlichen Betrieb erfasst", so die Landschaftsplanerin Inge Steidl, die vor Ort die Wiesen begutachten wird.

Der diesjährige Wettbewerb wird von 35 Organisationen vor Ort unterstützt, u.a. den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Naturschutzbehörden, aber auch von den örtlichen Tourismusverbänden, Imkerverbänden, Maschinenringen und Landschaftspflegeverbänden.

Attraktive Preise zu gewinnen


Die Prämierung der "Wiesenmeister" wird am Donnerstag, den 12.Juli 2018 vormittags mit einer Festveranstaltung im Salzstadl in Landshut stattfinden. Zugesagt haben bereits der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Jakob Opperer, sowie der Vorsitzende des BUND Naturschutz, Prof. Dr. Hubert Weiger. Die zwei bestplatzierten Betriebe erhalten einen Gutschein für einen Aufenthalt im BioHotel im Wert von 500 bzw 300 €. Weitere Preise sind z.B. Gutscheine für die regionalen Gastronomie sowie Geld-, Sach- und Buchpreise, die zum Teil von den Unterstützerorganisationen des Wettbewerbs bereitgestellt werden.

Für Rückfragen:

Marion Ruppaner, BN Referentin für Landwirtschaft,
Tel. 0911/81 87 8-20,
E-Mail: marion.ruppaner@bund-naturschutz.de

Dr. Sabine Heinz, Dr. Gisbert Kuhn, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
Institut für Agrarökologie, Tel. 08161/71-5825/6
E-Mail: Sabine.Heinz@LfL.bayern.de; Gisbert.Kuhn@LfL.bayern.de

Webseiten der Wiesenmeisterschaften:
http://www.LfL.bayern.de/Wiesenmeisterschaft

http://www.bund-naturschutz.de/themen/landwirtschaft/wiesenmeisterschaft.html
 Landwirtschaft und Gentechnik
BUND Naturschutz warnt vor Gefahren der atomaren Zwischenlagerung in Bayern

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BUND Naturschutz warnt vor Gefahren der atomaren Zwischenlagerung in Bayern

Castoren mit hochradioaktivem Atommüll lagern in den atomaren Zwischenlagern in Bayern an den Standorten Isar bei Landshut, Gundremmingen zwischen Günzburg und Dillingen an der Donau, und Grafenrheinfeld bei Schweinfurt. Eine nachhaltige und gesellschaftlich akzeptierte Lösung für eine sogenannte Endlagerung ist nicht in Sicht, und wenn, dann erst wohl weit in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts - trotz vielfältiger Bemühungen von Politik und Zivilgesellschaft. Mit dem beschlossenen Atomausstieg von 2011 wird leider erst in 2021 der Atomreaktor C in Gundremmingen und erst in 2022 der Atomreaktor Isar 2 aus dem elektrischen Leistungsbetrieb genommen, obwohl eine sofortige Abschaltung möglich und auch erforderlich wäre. Aber - die immensen Gefahren der atomaren Zwischenlagerung in Bayern bleiben noch lange bestehen. Eine Studie des BUND e.V. zeigt auf, dass die derzeitigen atomaren Zwischenlager nicht sicher sind gegen Flugzeugabsturz oder terroristische Anschläge. Das Problem: Die Bayerische Staatsregierung scheint unwillig, deren Sicherheit real und technisch zu verbessern. Hier setzt die Kritik des BUND Naturschutz in Bayern, e.V. an: Sicherheit entsteht eben nicht durch formale Genehmigungen sondern vor allem auch durch technische Maßnahmen - und hier fehlt es am Willen der Bayerischen Staatregierung.

"Die Bayerische Staatsregierung hatte an uns herangetragen, dass mit der Wiederaufbereitung des Atommülls ein Konzept vorläge um diesen zu reduzieren. Wir müssen nun feststellen, der Atommüll kommt - in anderer Form - zurück. Ministerpräsident Horst Seehofer führt Geheimgespräche mit der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und sagt zu, Atommüll aus der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield nach Landshut zurückzunehmen. Ja - Bayern muss sich seiner Verantwortung für den in Bayern produzierten Atommüll stellen. Aber Castoren mit hochradioaktiven Glaskokillen haben bis heute keine Genehmigung für das atomare Zwischenlager in Ohu. Wir fordern ein neues öffentliches Genehmigungsverfahren, das die im Raum stehenden Fragen transparent klärt", so Kathy Mühlebach-Sturm, Vorsitzende der Kreisgruppe Landshut des BUND Naturschutz in Bayern e.V. und Mitglied im Landesvorstand.

"In den atomaren Zwischenlagern in Bayern lagern gigantische Mengen an radioaktivem Material, am Standort Isar z.B. die zig-fache Menge dessen, was bei der atomaren Katastrophe von Tschernobyl in 1986 freigesetzt wurde. Die traurige Realität ist, dass wir zwar in einem zweiten Anlauf in 2011 den Atomausstieg politisch errungen haben und als letztes Atomkraftwerk Ende 2022 der Reaktor Isar 2 aus dem elektrischen Leistungsbetrieb genommen wird, aber dass bis dahin eine weitere gigantische Menge radioaktiver Materialien produziert wird. Dieser hochradioaktive Atommüll wird weit über die genehmigte Zeit hinaus vor Ort bleiben und wir haben gute Gründe an der Sicherheit der atomaren Zwischenlager über so einen langen Zeitraum zu zweifeln!" kritisiert Edo Günther, Sprecher des Bundesarbeitskreises Atomenergie und Strahlenschutz im BUND e.V. und Vorsitzender der Kreisgruppe Schweinfurt des BUND Naturschutz in Bayern e.V.
"Die atomaren Zwischenlager wurden nach dem ersten Atomausstiegsbeschluss ab 2000 gebaut. Trotz Klagen des BUND konnte dies nicht verhindert werden! Die tödliche atomare Gefahr wird Jahrzehnte länger vor unserer Haustür verbleiben als damals bei der Genehmigung vorgesehen. Eine aktuelle Studie des BUND e.V. zeigt nun auf, dass es bereits heute erschreckende Sicherungslücken gibt. Der Standort Isar bei Landshut beispielweise liegt in der Einflugschneise zum Großflughafen München. Die derzeitige Form der Lagerung, deren Genehmigung in 2046 ausläuft, schützt uns weder ausreichend vor einem Flugzeugabsturz noch vor Terrorangriffen. Auf der Basis unserer Studie fordern wir daher die Bayerische Staatsregierung auf, ein neues Konzept für Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherung vor Ort zu entwickeln", so Günther weiter.

Wie die Bundesregierung und der Freistaat Bayern mit dem Atommüll umgehen, erzeugt wenig Vertrauen in die Zusage eines neuen, transparenten und partizipativen Suchvorgangs für ein Atommüll-Endlager. Glaubhaft wäre, wenn sich die betroffenen Bürgerinnen und Bürger vor Ort bei laufenden Verfahren und Problemen auf Transparenz und Mitbestimmungsrechte verlassen könnten! Die oberirdischen Lager haben Sicherheitsdefizite und werden deutlich länger in Betrieb sein als ursprünglich genehmigt. Eine Strategie für die erforderlichen, periodischen Sicherheitsprüfungen ist nicht vorhanden. Das bringt neue Risiken mit sich. Diese Risiken werden von der Bayerischen Landesregierung vollständig ignoriert. Eine öffentliche Debatte über diese wachsenden Risiken findet in Bayern nicht statt. Stattdessen wird sie verhindert und die Probleme werden verheimlicht. Bereits im kommenden Jahr wird die Zwischenlagerung vollständig in die staatliche Verantwortung übertragen.

"Laut Richtlinie 2011/70/Euratom des Rates "über einen Gemeinschaftsrahmen für die verantwortungsvolle und sichere Entsorgung abgebrannter Brennelemente und radioaktiver Abfälle" sind die Mitglieder der Europäischen Union verpflichtet, nationale Programme für die Entsorgung ihrer abgebrannten Brennelemente und radioaktiven Abfälle zu erstellen. Diese Programme müssen alle Stufen der Entsorgung umfassen. Ziel ist die sichere und verantwortungsvolle Entsorgung zum Schutz von Arbeitskräften und Bevölkerung vor ionisierender Strahlung. Künftigen Generationen sollen keine unangemessenen Lasten aufgebürdet werden. Um eine ausreichende Sicherheit zu gewährleisten, muss das deutsche Zwischenlagerkonzept neu bewertet werden. In der BUND-Studie werden die existierenden Probleme der Zwischenlagerung von abgebrannten Brennelementen und hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung diskutiert, vor allem auch die notwendige Verlängerung der Zwischenlagerung und die aus der Verlängerung resultierenden Gefahren. Beunruhigend ist zudem der unzureichende Schutz gegen potenzielle Terroranschläge", erläutert Oda Becker, Diplom Physikerin, Autorin der Sicherheitsstudie des BUND e.V.

Der BUND Naturschutz in Bayern, e.V. fordert, dass die Menschen an den Zwischenlager-Standorten in Landshut, in Günzburg und Dillingen und in Schweinfurt an einem breiten öffentlichen Prozess, wie es mit den Zwischenlagern weitergehen soll und welche Nachrüstungen zur Sicherheit von Mensch und Natur zwingend erforderlich sind, beteiligt werden.

Link zur Studie des BUND e.V.
https://www.bund-naturschutz.de/energie/atompolitik.html

Für Rückfragen:
Dr. Herbert Barthel
Referat Energie und Klimaschutz
mobil: 0151-5048 9963
 Energie und Klima