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International Urban Farming Conference

- anstiftung
 
#^International Urban Farming Conference

Bild/FotoAm 11.09. und 12.09.2017 treffen sich ForscherInnen und Praxisakteure urbaner Landwirtschaft aus dem Globalen Süden und Norden in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin, um sich über die Themenfelder Ernährungssicherheit & Ernährungssouveränität, Klima & Umwelt, Recht auf Stadt & Zugang zu Ressourcen, Lokales Wirtschaften sowie Bildung und Empowerment auszutauschen. Die anstiftung ist Mitveranstalterin der von der Grünen Liga Berlin organisierten Tagung mit Teilnehmenden aus vier Kontinenten.Hier geht’s zum Programm und zur Anmeldungzum Programm und zur Anmeldung
 Urbane Gärten
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Heute angeboten bekommen, das Bayern-WLAN (von VF) anzubieten. Nur 30-40 Euro im Monat. Besten Dank, wir bleiben Freifunker @freifunkRGB :)
Einweihungsfest des Unique Garden in Höfen

Stadt Nürnberg - Agenda 21 - Aktuelles
 
#^Einweihungsfest des Unique Garden in Höfen

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Am 2.8.2017 um 15 Uhr lädt der Bund Naturschutz zum Einweihungsfest des neuen Urban Gardening Projektes in der Buchheimer Straße 6 ein. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Roten Kreuz sowie der CURALIFE GmbH entstand dieses Projekt für und mit Geflüchteten in Gemeinschaftsunterkünften. [Weiterlesen]
ÜBER 7.600 DICKE BÄUME IM HOHEN BUCHENEN WALD

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
#^ÜBER 7.600 DICKE BÄUME IM HOHEN BUCHENEN WALD

Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) und der WWF Deutschland haben in einem über 3-jährigen Projekt sämtliche dicken Altbäume im vormaligen Schutzgebiet Hoher Buchener Wald bei Ebrach kartiert. "Die über 7.600 erfassten dicken Bäume auf einer Fläche von 775 Hektar belegen die nationale Bedeutung des ehemaligen Geschützten Landschaftsbestandteils", bilanziert Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BN. Diese Ergebnisse belegen klar, dass die damalige Stellungnahme des Forstbetriebes Ebrach falsch war, wonach es keine alten und dicken Bäume im Schutzgebiet gäbe. Der BN kritisiert, dass die Staatsregierung auf dieser zweifelhaften Grundlage den Staatswäldern bei Ebrach bis heute einen konsequenten Schutz verweigert und sogar ein bestehendes Schutzgebiet wieder hat auflösen lassen. "Unser "Dicke Bäume"-Projekt belegt, dass die dicken Buchen im Hohen Buchenen Wald Schutz brauchen, weil ansonsten über 90 % der Starkbäume die Fällung droht. Wir appellieren an Ministerpräsident Horst Seehofer, die dicken und alten Bäume im Steigerwald zu schützen", so Weiger. Die bayernweit herausragende Häufung großer, alter Buchen im Kerngebiet des diskutierten Nationalparks Steigerwald unterstreicht die sehr gute Eignung der dortigen Staatswälder für einen Nationalpark, für den sich der BN weiterhin engagieren wird.

Tausende dicke Buchen bei Ebrach brauchen konsequenten Schutz
Der BUND Naturschutz und der WWF Deutschland haben im März 2014 ein Kartier-Projekt auf den Weg gebracht, um zu überprüfen wie viele dicke, alte Bäume es in dem Schutzgebiet noch gibt. Der staatliche Forstbetrieb Ebrach hatte öffentlich in einer Stellungnahme bestritten, dass es alte Bäume (über 140 Jahre) in dem Schutzgebiet gibt, worauf die Staatsregierung die Auflösung des Schutzgebietes veranlasste. Auf insgesamt 775 Hektar der Fläche des ehemaligen Schutzgebiets wurden 7653 dicke Bäume lagegenau erfasst. Ein Großteil der Starkbäume sind Buchen (77 %), gefolgt von Eichen (10 %) und einigen anderen Baumarten. In den untersuchten Waldbereichen sind im Durchschnitt etwa 10, in einigen Bereichen bis 45 Starkbäume pro Hektar zu finden, deutlich mehr als in vielen anderen Staatswäldern. Dies unterstreicht die bayernweite Sonderstellung des vormaligen Schutzgebietes und dessen hervorragende Eignung als Kernzelle für einen Buchenwald-Nationalpark.

Erhebungen belegen noch vorhandene nutzungsbedingten Defizite
Das Schwergewicht bei den erfassten Starkbäumen liegt nutzungsbedingt noch im unteren Starkholzbereich bis 80 cm Brusthöhendurchmesser (gemessen in 1,3 m Höhe). Nur etwa sieben Prozent der Starkbäume sind schon über 80 cm stark. Ab einem Durchmesser von 80 cm sollen zumindest die Buchen laut Vorgabe des Naturschutzkonzeptes des Forstbetriebes als "Methusalembäume" geschützt werden. Diese Ergebnisse zeigen, dass gerade die Nutzungen auch der jüngeren Vergangenheit dazu geführt haben, dass bislang nur ein kleiner Teil der Bäume die "rettende" 80 cm-Schwelle erreichen konnte. Gerade in den letzten Jahren wurden die jeweils dicksten Bäume bei den Holznutzungen gezielt eingeschlagen. Die forstlichen Nutzungen haben auch dazu geführt, dass nur wenige starke, stehende Totholzbäume und Biotopbäume vorhanden sind. So gibt es nur etwa 1 Biotopbaum pro Hektar unter den erfassten Starkbäumen. Dies zeigt, dass die Bäume im großen Stil umgesägt werden, bevor sie sich im Laufe der Jahrzehnte zu Biotopbäumen entwickeln können. Dies unterstreicht deren große Schutznotwendigkeit. Es fällt außerdem auf, dass viele Biotopbäume und Methusalembäume nicht markiert sind. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass wanderweg-nahe Markierungen der Öffentlichkeit den Eindruck vermitteln sollen, die schützenswerten Bäume seien alle markiert und damit erkennbar geschützt, was sich aber abseits der Wege oft als Trugschluss erweist.

Falschinformation des Staatsforstes widerlegt
Das Landratsamt Bamberg hatte das knapp 800 Hektar große Schutzgebiet erst 2014 ausgewiesen, um dort langfristig einen Naturwald entstehen zu lassen. Die BaySF hatten damals mehrfach behauptet, dass das Schutzgebiet nicht schutzwürdig sei, weil es nur vereinzelt alte und dicke Bäume, aber keine älteren Wälder über 140 Jahre gäbe. Auf Basis dieser Information war in der Staatsregierung in München Kritik an der Schutzgebietsausweisung laut geworden. Diese Falschinformationen sind nun durch das Kartierprojekt klar widerlegt. So sind im Schutzgebiet Hoher Buchener Wald auch großflächig alte bis sehr alte Wälder zu finden, wie z.B. in der Waldabteilung "Pflanzung", ein im Mittel über 190 jähriger Buchenwald, in dem auf über 8 Hektar über 360 Starkbäume kartiert wurden. "Wir appellieren an die Staatsregierung die neue Faktenlage zur Kenntnis zu nehmen", so Weiger. "Das Schatzkästlein Hoher Buchener Wald bei Ebrach sollte durch ein Schutzgebiet geschützt werden und darf nicht der Kettensäge preisgegeben werden."

Hinweis:
Die beim Pressegespräch gezeigte Präsentation kann im Internet heruntergeladen werden.
 Wald
Nationalpark Rhön ist eine große Chance für den Naturschutz

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
#^Nationalpark Rhön ist eine große Chance für den Naturschutz

Die BUND Landesverbände Bayern, Hessen und Thüringen sehen in der möglichen Ausweisung eines Wald-Nationalparks Rhön eine große Chance für den grenzüberschreitenden Naturschutz. Aus naturschutzfachlicher Sicht bleiben zwar auch Steigerwald und Spessart ebenso Top-Kandidaten für einen weiteren bayerischen Nationalpark. Daher ist für den BUND der Nationalparksuchprozess in Bayern mit der Kabinettsentscheidung vom 18.07.2017 längst nicht abgeschlossen

Ein Nationalpark Rhön ist für den BUND ein wertvoller Beitrag für mehr Waldwildnis, Schutz alter Wälder, in Deutschland, für die Regionalentwicklung und zur Bewahrung der Artenvielfalt. Außerdem böte sich durch das bereits in Bayern, Hessen und Thüringen bestehende grenzüberschreitende Biosphärenreservat Rhön die Möglichkeit, die beiden großen Prinzipien des Naturschutzes nämlich "Natur Natur sein lassen" und der "Schutz wertvoller Kulturlandschaft" in zwei eigenständigen, unmittelbar ineinander greifenden Großschutzgebieten zu verwirklichen.

Hintergrundinformationen

Ein dritter Nationalpark für Bayern:
www.bund-naturschutz.de/wald/dritter-nationalpark-in-bayern.html

Pressekontakt:

Richard Mergner, BUND Naturschutz, Landesbeauftragter Mobil 0171 6394370

Thomas Norgall, BUND Hessen, stellv. Landesgeschäftsführer Mobil 0170 22772381

Dr. Burkhard Vogel, BUND Thüringen, Landesgeschäftsführer Mobil 0170 7319593
 Wald
Unterstützen Sie die 2. Auflage des LeihBu

Stadt Nürnberg - Agenda 21 - Aktuelles
 
#^Unterstützen Sie die 2. Auflage des LeihBu

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Auf rund 150 Seiten in sechs Themenkapiteln stellt das LeihBu über 80 Projekte, Vereine sowie Organisationen aus Nürnberg vor, bei denen es ums Schenken, Teilen, Leihen, Tauschen und gemeinsame Nutzen geht. Ein Buch für dich, ein Buch für alle! [Weiterlesen]
Ortstermin im Zukunftswald

www.ostwind.de: RSS-Feed
 
#^Ortstermin im Zukunftswald

„Offensichtlich sind unsere Stecklinge auf fruchtbaren Boden gefallen“, freute sich Raitenbuchs Bürgermeister Josef Dengler bei der Begehung in Begleitung des 2. Bürgermeisters Rudolf Wenzel und der 3. Bürgermeisterin Gabi Stark. Bestätigt wurde er in seiner positiven Einschätzung vom Leiter des Bereichs Forsten am AELF, Jürgen Stemmer. „Die Bäume sind ganz überwiegend gut angewachsen und haben den trockenen Frühsommer sogar besser überstanden als manche Bäume in den benachbarten Nadelwäldern“, resümierte der Forstexperte.

Im Rahmen der einstündigen Wald-Visite konnte Revierförster Friedrich Prosiegel vor Ort einen bunten Strauß außergewöhnlicher Baumarten präsentieren, darunter Exoten wie die Küstentanne, den Speierling, die Elsbeere oder die Esskastanie. „Die Bäume wurden entsprechend ihrer standörtlichen Eignung gepflanzt, haben sich prächtig entwickelt und bereichern schon heute unsere hiesigen Wälder“, zeigte er sich zufrieden. Die so entstandene Kultur könne den umliegenden WaldbesitzerInnen als Anschauungsbeispiel für den Wald der Zukunft dienen. „Wer weiß, welche Arten hier in hundert Jahren wachsen und dann den gewünschten Ertrag bringen“, so der Revierförster.

Positive Entwicklung
Ein positives Fazit der Initiative zog auch Christoph Markl-Meider, verantwortlich für die Unternehmenskommunikation der OSTWIND-Gruppe, die das Projekt und die Aufstellung von informativen Schautafeln maßgeblich gefördert hat. Zusammen mit der Firmengruppe Max Bögl baut das Unternehmen unter dem Dach der Max Bögl OSTWIND (MBO) auf Flächen der Bayerischen Staatsforsten (Forstbetrieb Kipfenberg) in unmittelbarer Nachbarschaft gerade den größten Wald-Windpark Bayerns. „Wenn es um Klimaschutz und Nachhaltigkeit geht, ergänzen sich Windkraft und Wald ideal“, hob Markl-Meider hervor.

Schutzimpfung gegen Klimastress
Die „Schutzimpfung für den Wald" ist der Versuch, dem Klimastress in den Wäldern des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen gezielt vorzubeugen. Dazu sollen beispielsweise anfällige Monokulturen von Fichte und Kiefer mit stressresistenteren Arten angereichert werden. Initiator ist das AELF. „Wir wollen die privaten Waldbesitzer ermuntern, ihren Forst an kritischen Standorten klimatauglich umzubauen“, betonte Jennifer Plabst, die das Projekt bis Ende 2016 für das AELF betreut hat. „Unsere Erwartungen und Ziele wurden bei weitem übertroffen!“, so ihre positive Bilanz.

Eine große Herausforderung für die Zukunft
Wie groß die Aufgabe des Wald-Umbaus ist, verdeutlichen ein paar wenige Zahlen: 2,5 Millionen Hektar Wald gibt es in Bayern, bei rund 270.000 davon hält die Staatsregierung eine Umstrukturierung für notwendig, also bei mehr als zehn Prozent der Fläche. Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat das AELF die Aufgabe, bis 2019 auf etwa 1.400 der insgesamt 33.000 Hektar Wald neue Baumarten einzupflanzen und ihn so widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Klimawandel zu machen.
Neues Lastenrad mit Elektroantrieb in Nürnberg

Stadt Nürnberg - Agenda 21 - Aktuelles
 
#^Neues Lastenrad mit Elektroantrieb in Nürnberg

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Das Lastenrad KLARA wird von BLUEPINGU e.V. kostenfrei verliehen. Interessierte Nürnbergerinnen und Nürnberger haben so die Möglichkeit, die Vorteile eines Lastenrads zu testen, ohne erst eines kaufen zu müssen. Anmeldung und Buchung erfolgen online. [Weiterlesen]
Geldfreier Leben | Vortrag | Tobi Rosswog | Uni Mainz

geldfreier leben
 zuletzt bearbeitet: Tue, 18 Jul 2017 21:52:17 +0200  
MAßNAHMENPAKET ZUR LUFTREINHALTUNG IST SKANDALÖSE MOGELPACKUNG – GESUNDHEIT DER BEVÖLKERUNG FÜR KABINETT NACHRANGIG

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
#^MAßNAHMENPAKET ZUR LUFTREINHALTUNG IST SKANDALÖSE MOGELPACKUNG – GESUNDHEIT DER BEVÖLKERUNG FÜR KABINETT NACHRANGIG

Nachdem sich Ministerpräsident Horst Seehofer vorvergangene Woche mit den Konzernchefs der bayerischen Autokonzerne und vergangene Woche mit den Oberbürgermeistern bayerischer Großstädte getroffen hat, beschloss das Kabinett am heutigen Dienstag ein Maßnahmenpaket.

"Das heute vom Kabinett beschlossene Maßnahmenpaket ist eine Mogelpackung, die nur wenige Lichtblicke bei der Förderung der Alternativen zum Autoverkehr enthält. Es ändert nichts Grundlegendes an der vorsätzlichen Vergiftung der Bewohner an hochbelasteten Straßen in bayerischen Großstädten. Die Autokonzerne werden aus ihrer Verantwortung entlassen, nur Fahrzeuge zu verkaufen, die auch in der Realität statt nur auf dem Papier die geltenden Vorschriften einhalten. Hunderte von vorzeitigen Todesfällen und krankmachende Luft in den bayerischen Großstädten erfordern die verpflichtende Nachrüstung aller EURO-5- und EURO-6-Diesel-PKW auf Kosten der Autoindustrie und Fahrverbote für KFZ, welche Grenzwerte zum Schutz der Bevölkerung nicht einhalten. Ein reines Software-Update ist in den bayerischen Städten nicht ausreichend. Die Gesundheit der Bevölkerung bleibt ansonsten weiterhin vor den Konzerninteressen auf der Strecke, weshalb Fahrverbote weiterhin nötig sind. Das Bündnis für saubere Luft nimmt in Kauf, dass die Gesundheit der Bevölkerung weiterhin leidet." so Richard Mergner, Landesbeauftragter des BUND Naturschutz.

Der Vorsitzender der BN Kreisgruppe München, Christian Hierneis kommentiert: "Die verschiedenen Maßnahmen zur Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs werden von uns seit vielen Jahren gefordert und werden jetzt als tolle neue Ideen gefeiert. Das Problem ist allerdings, dass es Jahre oder Jahrzehnte dauert, bis der öffentliche Nahverkehr vollständig ausgebaut ist, bis die Elektromobilität sich durchsetzt oder nachhaltige Verkehrskonzepte umgesetzt sind. Das alles hätten wir längst, wenn die Staatsregierung nicht geschlafen und die Automobilindustrie geschont hätte. Die Menschen haben nun den Dreck in der Luft ihrer Städte und in ihren Lungen. Das ist fahrlässig und hat mit politischer Verantwortung nichts zu tun. Keine dieser Maßnahmen wird kurzfristig dazu beitragen, die Grenzwerte auch nur halbwegs einzuhalten. Wir brauchen in München wirksame Sofortmaßnahmen."

Für Rückfragen:
Richard Mergner, Landesbeauftragter: 01716394370
Christian Hierneis, Kreisvorsitzender München: 01785372048

Hintergrund:
Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid werden in bayerischen Städten oftmals nicht eingehalten, besonders an der Messstation Landshuter Allee sind die Jahresmittelwerte doppelt so hoch wie gesetzlich erlaubt. Damit belegt München den zweiten Platz in der Bundesrepublik. Mit dem heutigen Tag wurde ein vom Freistaat Bayern vergebenes Gutachten zur Belastung von den einzelnen Hauptstraßenzügen mit Stickstoffdioxid in München veröffentlicht. Aus diesem geht hervor, dass an 24 % der Münchner Hauptstraßenabschnitte die Grenzwerte für Stickstoffdioxid nicht eingehalten werden. Damit ist klar, dass für Hunderttausende Bewohner der Landeshauptstadt erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Der BUND Naturschutz fordert die sofortige Aktualisierung des Luftreinhalteplans im Zuge der Veröffentlichung der neuen Zahlen des Umweltbundesamtes. Darüber hinaus muss Alexander Dobrindt einen sofortigen Verkaufsstopp für neue Euro-6-Dieselautos aussprechen, wenn sie im Realbetrieb auf der Straße den gesetzlichen Stickoxidgrenzwert von maximal 80 Milligramm pro Kilometer nicht einhalten. Außerdem müssen die Hersteller dafür sorgen, dass bereits verkaufte Fahrzeuge wirksam nachgebessert werden, denn Software-Updates allein reichen nicht aus. Weitere dringend erforderliche Maßnahmen sind die Abschaffung des Steuervorteils für Dieselkraftstoff und die Einführung einer Blauen Plakette für Fahrzeuge, die in sämtlichen Betriebszuständen den gesetzlichen Anforderungen zur Luftreinhaltung genügen.
Ortsumfahrung Ebensfeld

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
#^Ortsumfahrung Ebensfeld

Die seit 2008 laufende Klage des BUND Naturschutz gegen die sog. Kelbachgrundanbindung zwischen Prächting und Ebensfeld war in einer Gerichtsverhandlung am Verwaltungsgericht Bayreuth Mitte Januar 2017 abgewiesen worden. Das hatte riesige Enttäuschung beim BUND Naturschutz ausgelöst. Gespannt warteten die Aktiven aus der BN-Ortsgruppe Ebensfeld und der BN-Kreisgruppe Lichtenfels deshalb auf die Urteilsbegründung. Mitte Juni 2017 und damit fast fünf Monate nach der Verhandlung wurde dem BUND Naturschutz die Begründung des Verwaltungsgerichtes zugeleitet.

Bei einer Pressekonferenz des BUND Naturschutz in Ebensfeld wurde nun bekanntgegeben, dass sich der BN mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtes nicht zufrieden gibt. Nach sorgfältiger Prüfung hat der BN beschlossen, das Urteil anzufechten.

Anton Reinhardt, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Lichtenfels: "Der Grundsatz der Bayerischen Staatsregierung, mit der Fläche und mit den Finanzen sparsam umzugehen, würde mit dieser Straßenplanung konterkariert und zudem mit dem vorliegenden Verwaltungsgerichtsurteil von Bayreuth auch noch gerechtfertigt. Der Eingriff in die Natur und die Zerschneidung der Landschaft ist für uns als BUND Naturschutz und Anwalt der Natur nicht hinnehmbar. Über die fachliche Stellungnahme der Höheren Naturschutzbehörde bei der Regierung von Bayreuth hat sich das Verwaltungsgericht bei seiner Beurteilung teilweise hinweggesetzt, wie etwa beim Fledermausschutz. Im Hinblick auf die Abwägung aller öffentlichen Belange, insbesondere unter Einbezug der aktuellen Verkehrsverhältnisse, der Dimension des Eingriffs in die Schutzgüter Natur und Landschaft im Verhältnis zum Nutzen für die Bürger, ist die Verwirklichung der planfestgestellten Trasse nicht mehr vertretbar. Deswegen haben wir den Antrag auf Zulassung einer Berufungsverhandlung beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München gestellt."

Ludwig Wendler, BN-Ortsgruppenvorsitzender: "Ich bin enttäuscht von dem Urteil der 1. Instanz. Der Eingriff in die Kelbachaue durch die planfestgestellte Trasse wird keine spürbare Entlastung des Ortskerns von Ebensfeld bringen, wie es die Urteilsbegründung darstellt. Denn insbesondere der Schwerverkehr aus Bauunternehmen, einer Computerfirma und einer Spedition im Gewerbegebiet Ebensfeld-Nord wird weiter durch den Ort fahren um nach Bamberg zu kommen. Die betreffenden LKW-Fahrer werden wohl kaum erst durch den Kernort nach Prächting fahren, um dann umständlich auf einer nicht ausgebauten Gemeindeverbindungsstraße zur A 73 zu gelangen. Denn im Zuge der Flurbereinigung hatte der Ortsteil Prächting ja gerade Flächen erworben, um die Z-Kurve der bestehenden Straße begradigen zu können. Ausgerechnet auf diesen Flächen haben aber laut einem anderen Verwaltungsgerichtsurteil die Ausgleichsflächen für die planfestgestellte neue Trasse zu erfolgen. Dort soll z. B. eine 800 Meter lange Hecke entstehen."

Otto Weidner, Mitglied des Ortsgruppenvorstandes: "Als Folge des gegen den BN gesprochenen Urteils käme die Gemeinde Ebensfeld in die Pflicht, die Unterhaltsleistung der dann zur Gemeindeverbindungsstraße abgestuften alten Staatsstraße leisten zu müssen. Allein für die längst fällige Generalsanierung dieser Straße müsste die Marktgemeinde über 2 Millionen Euro aufbringen. Hätte das Gericht dagegen sorgfältig zwischen der planfestgestellten Trasse und der durch den BN vorgeschlagenen Alternativtrasse abgewogen, wäre man zu dem Schluss gekommen, dass diese mit weit weniger Eingriffen und die Bestandstrasse mit Begradigung der Z-Kurve bis zur Brücke unter die A 73 zu realisieren sind."

Helmut Gunreben, Aktiver der Ortsgruppe Ebensfeld: "Die Verkehrsprognose des Staatlichen Bauamts Bamberg ist völlig überzogen. Für das Jahr 2015 prognostizierte man einen durchschnittlichen täglichen Verkehr (DTV) von 2.673 Kfz/24h. Wir haben vier Wochen lang rund um die Uhr alle Kraftfahrzeuge mit einem automatischen Zählgerät im Jahre 2010 erfasst und kamen auf DTV 1.882 Kfz/24h. Diese geringe Verkehrsbelastung rechtfertigt in keiner Weise eine völlig neue Trassierung, vor allem keine, die das Kelbachtal schräg durchschneidet und wesentlich länger ist als die vom BN vorgeschlagene Variante, welche die vorhandene Straße weitgehend nutzen würde. Diese wurde fälschlicherweise als viel zu aufwändig und teuer in der Urteilsbegründung bewertet."

Enrico Scherg, Aktiver der Ortsgruppe Ebensfeld: "Nach der Darstellung des Staatlichen Bauamtes Bamberg würden 77 Prozent des Verkehrs zwischen Ebensfeld und Kleukheim durch Pendlerströme nach Bamberg und Lichtenfels erzeugt. Das trifft auf keinen Fall zu. Ich wohne selbst in Kleukheim und sage, dass ein Kleukheimer, der direkt nach Bamberg will, nicht über Ebensfeld fährt, sondern über Scheßlitz und die A 70 oder Kirchschletten, Zapfendorf und die A 73."

Dem Urteil des VG Bayreuth mangelt es an der Richtigkeit und an Verfahrensfehlern: Das Verwaltungsgericht geht nicht auf das zentrale Argument des BN ein, dass die Planfeststellungsbehörde, die Regierung von Oberfranken, im Rahmen des ergänzenden Verfahrens noch einmal in die grundsätzliche Abwägung eingetreten war. Deswegen hätte die Regierung auch die neuen Verkehrszahlen und das zwischenzeitlich realisierte Gewerbegebiet östlich Ebensfeld einbeziehen müssen. Und das Gericht hätte das zu bewerten gehabt.

Auch beim Fledermausschutz steckt der Teufel im Detail: Das Gericht behauptet im Urteil, dass sich die Regierung über ihre eigene Naturschutzbehörde hinwegsetzen und einem Gutachten eines Büros folgen durfte. Der BN erlebt regelmäßig, dass Gerichte den staatlichen Behörden mehr glauben als vom BN beauftragten Gutachtern. Nur hier nicht!

Der vom BN beauftragte Rechtsanwalt Dr. Bernd Söhnlein hat deshalb mit Schreiben vom 6.7.2017 beim VGH München den Antrag auf Zulassung der Berufung gestellt.

Hintergrund
Die Straßenbauverwaltung plant nach wie vor eine flächenverschwendende Neubautrasse der Staatsstraße 2187 zwischen Prächting und Ebensfeld mit der Direktanbindung an die A 73 (sog. Kelbachgrundanbindung). Weil nur etwa 2.200 Fahrzeuge pro Tag auf der bestehenden Staatsstraße fahren, der Verkehr sogar abnimmt und nur ein Teil die neue Trasse nutzen würde, sieht der BN hier überhaupt keinen Bedarf für einen Neubau.

Die umstrittene Neubautrasse wurde nach jahrelangen Auseinandersetzungen am 8. Januar 2008 planfestgestellt. Der BUND Naturschutz hatte daraufhin am 10.2.2008 vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth dagegen Klage eingereicht und anschließend fachlich und rechtlich begründet. Das Staatliche Bauamt Bamberg nutzte daraufhin seine Sonderrechte zur Nachbesserung der Planung - ein Recht, das dem BUND Naturschutz und anderen Naturschutzverbänden regelmäßig bestritten wird - und diese wurde am 2.7.2014 durch die Regierung von Oberfranken in einem ergänzenden Planfeststellungsbeschluss festgestellt. Man hatte - den Klagebegründungen des BN folgend - mehr Ausgleichsmaßnahmen festgestellt (und damit einen Teil der BN-Kritik eingestanden). Die Regierung hatte sogar zu dem außergewöhnlichen Mittel der Ausnahmegenehmigung im Artenschutzrecht greifen müssen. Auffallend war dabei, dass die Höhere Naturschutzbehörde im ergänzenden Anhörungsverfahren das geplante Straßenbauvorhaben kritisiert hatte, "weil es eine zumutbare und artenschonendere Trassenalternative" gäbe. Sie hatte auch den ergänzenden Beschluss nicht mitgezeichnet. Ende 2014 wurde das bis dahin beim Verwaltungsgericht ruhende Klageverfahren wieder aufgenommen. Nach mehreren Schriftsätzen, Klageerwiderungen, Erwiderungen auf die Erwiderungen kam es am 13.1 2017 zur öffentlichen Gerichtsverhandlung in Bayreuth und zur Urteilsverkündung am 16.1.17: Die BN-Klage wurde abgewiesen. Parallel war auch die Klage des Marktes Ebensfeld gegen den Ergänzenden Planfeststellungsbeschluss verhandelt (und abgewiesen) worden.

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wurden bei der Regierung von Oberfranken Alternativvorschläge zur Anbindung der St 2187 an die A 73 bei Kutzenberg geprüft. Wenn es denn eine direkte Zufahrt zur A 73 geben soll, dann fordert der BN statt der 2,2 km langen Neubautrasse eine deutlich kürzere, die Landschaft weniger zerschneidende und deutlich weniger Fläche beanspruchende Alternative. Diese Trasse soll von der bestehenden Staatsstraße Prächting - Ebensfeld östlich der Autobahn direkt neben der A 73 in Richtung Kutzenberg zur Auffahrt an der A 73 führen, statt den Kelbachgrund schräg zu durchschneiden.

Doch die Straßenplaner des Staatlichen Bauamtes Bamberg bügelten mit z. T. hanebüchenen Argumenten die vom BN ins Spiel gebrachte Trasse ab. Aus "betrieblichen Gründen" wäre die Nutzung der bestehenden Brücke über den Kellbach nicht praktikabel, sie müsste weiter entfernt neu gebaut werden. Behauptet wird, eine Verlegung der östlichen Auffahrt zur A 73 und eine neue Brücke über den Kellbach würden rd. 4,4 Mio. € Gesamtkosten verursachen (gegenüber rd. 2,8 Mio. € für die Neubautrasse). Die Steigung von der Kellbachbrücke zur Anschlussstelle sei zu stark (8%). Die unter Denkmalschutz stehende Lindenallee zwischen Ebensfeld und Kutzenberg würde beeinträchtigt. Der Eingriff in die engere Wasserschutzgebietszone sei genauso stark wie bei der Neubautrasse. Der BN sieht das ganz anders.

Für Rückfragen:

Tom Konopka, Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken Fon 0911 81878-14
 Verkehr
BUND NATUrSCHUTZ WIRD FÜR WEITERE NATIONALPARKE IN BAYERN KÄMPFEN

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
#^BUND NATUrSCHUTZ WIRD FÜR WEITERE NATIONALPARKE IN BAYERN KÄMPFEN

Rhön und Donau-Auen sollen in den kommenden Monaten weiter geprüft werden, wie das Kabinett mitteilte. Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) will jetzt mit den beiden Regionen in einen noch intensiveren Dialog treten. Der Spessart und der Frankenwald sind damit aus Sicht der Regierung aus dem Rennen.

Aus naturschutzfachlicher Sicht bleiben aber auch der Steigerwald und der Spessart die Top-Kandidaten für einen dritten bayerischen Nationalpark. Für den BUND Naturschutz ist der Nationalparksuchprozess in Bayern mit der heutigen Kabinettsentscheidung längst nicht abgeschlossen. Der BN hatte von Anfang an betont, dass Bayern das landschaftliche Potenzial für mehr als nur drei Nationalparke hat. Bayerns größter Naturschutzverband fordert daher weiterhin eine „faire Chance“ für die Top-Kandidaten Steigerwald und Spessart.

„Wir freuen uns, dass trotz massiven Protesten von örtlichen CSU-Landtagsabgeordneten, Holzindustrielobbyisten und dem Bayerischen Bauernverband zwei geeignete und ebenfalls vom BN vorgeschlagene Regionen in die Konzeptphase kommen“, erklärte der BN Landesvorsitzende Hubert Weiger. Die nötige Konzept- und Aufklärungsarbeit für einen Waldnationalpark in der Rhön oder einen bundesweit ersten Flussauennationalpark wird der BUND Naturschutz konstruktiv begleiten.

„Bedauerlich ist, dass Horst Seehofer und das Kabinett mit dem Ausschluss von Steigerwald und Spessart jedoch gegen den Mehrheitswillen der Bevölkerung und alle naturschutzfachlichen Argumente handeln“, so Weiger.

„Zum Schaden für die politische Kultur und den Naturschutz in Bayern hat das Kabinett vor der schamlosen, mit groben Unwahrheiten gespickten Gegenkampagne im Steigerwald und im Spessart, angeführt vom unterfränkischen CSU-Vorsitzenden und Innenstaatssekretär Gerhard Eck sowie dem Spessarter CSU- Abgeordneten Peter Winter kapituliert“, kritisiert BN Landesbeauftragter Richard Mergner.

Der BUND Naturschutz appelliert daher an Horst Seehofer, den Weg zur Sicherung eines Weltnaturerbes „alte Buchenwälder“ im Steigerwald und Spessart mit nutzungsfreien Großschutzgebieten weiterzugehen und damit die Nationalparkoption für beide Regionen nicht zu verbauen.

Für Rückfragen
Richard Mergner
Landesbeauftragter
BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN)
Tel. 09 11 / 8 18 78 25
Mobil 01 71 / 63 94 370
 Wald
Öffentliches Treffen am 20. Juli 2017

Landshut im Wandel
 
#^Öffentliches Treffen am 20. Juli 2017

Text: Elisa
Hallo liebe Wandler und Freunde,
das Treffen am 20. Juli 2017 findet wieder wie gewohnt um 19.30 Uhr im Café International statt.

Schön wäre, wenn ein Teilnehmer vom Ausflug zum Mienbacher Waldgarten berichten könnte …

Außerdem sollten wir überlegen ob und was wir diesen Sommer noch vor haben …

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Jeder der sich gerne über unsere Initiative informieren und/oder seine Ideen einbringen möchte ist herzlich willkommen.
 Treffen  Termine
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Gerade gibt es leider kleine Performance Problemchen. Techniker ist aber informiert.
BUND Naturschutz zieht negative ökologische und ökonomische Bilanz des Rhein-Main-Donau-Kanals

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
#^BUND Naturschutz zieht negative ökologische und ökonomische Bilanz des Rhein-Main-Donau-Kanals

Von Anfang an hat sich der BUND Naturschutz (BN) gegen den Bau des rund 100 Kilometer langen Kanalabschnitt zwischen Nürnberg und Kelheim gewandt. Dies auch, weil früh erkennbar war, dass die Querung der europäischen Hauptwasserscheide zwangsläufig mit gewaltigen Natureingriffen verbunden ist und der Kanal durch hochwertige Landschaften führt. Daher war absehbar, was nun im Rückblick Gewissheit geworden ist: wertvollste Biotopflächen und Kulturlandschaften wurden für dieses Prestigeprojekt geopfert.

So gibt es 25 Jahre nach Eröffnung des Rhein-Main-Donau-Kanals zwischen Bamberg und Kelheim nicht nur keinen Anlass zum Jubel, sondern ganz im Gegenteil die Feststellung: "Der Rhein-Main-Donau-Kanal steht beispielhaft für ein unsinniges und naturzerstörendes Prestigeprojekt der damaligen Bundesregierung und der bayerischen Staatsregierung. Der politische Traum wurde zum ökologisch-ökonomischen Alptraum", so BN-Vorsitzender Hubert Weiger. Der BUND Naturschutz fordert, aus dem RMD-Desaster die Konsequenzen zu ziehen, auf flächenfressende Prestigeprojekte zu verzichten und endlich mit dem Flächensparen zu beginnen.

Der rund 100 km lange Rhein-Main-Donau-Kanal südlich von Nürnberg führt über die europäische Hauptwasserscheide Rhein/Donau und durchquert den Fränkischen Jura. Der Höhenanstieg von Nürnberg nach Hilpoltstein (Scheitelhaltung auf 405 m NN) beträgt 94 Meter. Dies hatte alleine auf diesem Abschnitt vier gewaltige Schleusenbauwerke und damit Auffüllungen und Einschnitte in den jeweiligen Stauhaltungen von bis zu 20 Metern zur Folge. Für die 171 km lange Gesamtstrecke des Kanals zwischen Bamberg und Kelheim mussten insgesamt 16 Schleusen gebaut werden.

1. Ökologische Zerstörung
25 Jahre nach der Inbetriebnahme des Kanals sind zwar die damals angelegten Begrünungen eingewachsen und verdecken viele landschaftliche Narben, die durch den Bau des Kanals entstanden sind. "Nur oberflächlich betrachtet erscheint die Landschaft im Altmühltal heute als intakt", so Hubert Stockmeier, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Beilngries.

Vergessen wird dabei häufig, dass nur aufgrund des Einsatzes des BN und örtlicher Proteste im Sulztal und im Altmühltal erstmals 1972 ein landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt wurde, mit dem versucht wurde, Eingriffe zu reduzieren und Ausgleichsmaßnahmen verbindlich festzulegen. Damit wurde der RMD AG in den Planfeststellungsverfahren die Durchführung dieser Maßnahmen zur Auflage gemacht. Doch die tiefgehenden Eingriffe in den Tal-grund und den Grundwasserkörper mit der Folge drastischer Lebensraumverluste für gefährdete Tier- und Pflanzenarten konnten damit nicht entscheidend verhindert werden.

Dabei sind dem Kanalbau schutzwürdigste Täler wie Sulztal, Ottmaringer Tal und Altmühltal - Höhepunkte mitteleuropäischer Kulturlandschaft - zum Opfer gefallen. Nach Erhebungen des BN wurden vor allem in diesen Tälern circa 600 Hektar schutzwürdige Feuchtgebiete und weitere ökologisch besonders wertvolle Flächen irreparabel zerstört bzw. geschädigt.

Die Sulz zwischen Berching und Beilngries und die Altmühl unterhalb von Dietfurt haben aufgehört als Flüsse zu existieren. Sie wurden in einen Kanal umgewandelt, der quasi nur aus einer Staukette besteht.

Die ökologischen Folgen dieses Projekts:
  • Verlust der natürlichen Dynamik im Gewässer und in der Auenlandschaft;
  • Nivellierung des Talgefälles zwischen den einzelnen Schleusen;
  • Verlust der Wasserstandsschwankungen und teilweise der Grundwassererneuerung in der Talaue;
  • Verschlechterung der Wasserqualität: auch ehemals nährstoffarme Gewässer sind nun eutrophiert (z.B. Altwasser bei Essing);
  • Absenkung des Grundwasserstandes in der Talaue um bis zu 3,5 m unterhalb der Schleusen, Auffüllungen bis zu 3-4 m oberhalb der Schleusen;
  • Entwässerung von Feuchtwiesen und Umwandlung in intensive Produktionslandschaften, deutliche Erhöhung des Ackeranteiles im Talgrund;
  • Im Bereich des Ottmaringer/ Kevenhüller Moors sind trotz des Baus einer Dichtungswand fast 20 Hektar nicht wiederherstellbarer Moor-Lebensräume mit höchster Wertigkeit durch den Kanalbau zerstört worden;
  • In der Folge: Verlust zahlreicher ehemals für die Flüsse und deren Feuchtgebiete typischer Arten und Lebensräume sowie Veränderungen in der Artzusammensetzung von Lebensräumen auf Kosten hochspezialisierter, gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Verringerung der Artenvielfalt in der Talaue um durchschnittlich 50 Prozent - in Teilbereichen deutlich größer;
  • Landschaftsbild, Infrastruktureinrichtungen sowie ehemals bekannte und typische Ortsbilder haben sich durch den Kanalbau negativ verändert.
Verschärft wurden diese negativen Folgen durch Folgebaumaßnahmen im Tal wie Straßenbau, Flurbereinigung, Aushubdeponien, Infrastruktureinrichtungen, Gewerbegebietsausweisungen an Länden und Maßnahmen für Freizeit und Erholung (z.B. neues Gewerbe- und Industriegebiet am Kanal in Haidhof).

Generell hat die Hemmschwelle für Kommunen, neue Gewerbegebiete oder Wohnbaugebiete im Talbereich auszuweisen, deutlich abgenommen.

Beispiele für Verlust von Arten durch den Kanalbau:
  • Erdkröte und Wasserspitzmaus sind in weiten Bereichen völlig verschwunden, von ehemals 7 Erdkrötenpopulationen zwischen Kelheim und Riedenburg sind nur noch 2 übrig geblieben. Die Erdkröte war vor dem Bau des Kanals die "Charakterart", die nun ihre Dominanz verloren hat. Die Bestände von Teich- und Bergmolch haben zahlenmäßig stark abgenommen, der Kammmolch ist aus einigen Bereichen völlig verschwunden.
  • Bei den Vogelarten haben z. B. abgenommen: Rohrammer, Sumpfrohrsänger, Feldschwirl, Braunkehlchen, Kiebitz, Eisvogel, Zwergtaucher, Gelbspötter, Kleinspecht. Im Bereich Riedenburg sind beispielsweise folgende Arten mit enger Bindung an den Talraum wegen Lebensraumverlusten völlig verschwunden: Bekassine, Pirol, Schafstelze, während häufige Arten wie die Reiherente zugenommen haben.
  • Libellen: "Auf lange Sicht werden sich "Auendynamikzeiger als typische flussdynamikabhängige Arten im Bereich der Sekundärlebensräume ohne ständige Pflegeeingriffe nicht halten können." (Bilanz Stauhaltung Riedenburg 1997).
  • Heuschrecken: Im Bereich der Stauhaltung Riedenburg haben die feuchtigkeitsliebenden Offenlandarten stark abgenommen.
Ausgleichsversuche
Dabei gibt es bis heute keine offizielle ökologische Gesamtbilanz, in der sämtliche negativen Auswirkungen des Rhein-Main-Donau-Kanals auf den Naturhaushalt und die Artenvielfalt der betroffenen Region im Zusammenhang dokumentiert werden. Stattdessen liegen nur Einzelbilanzen vor, nämlich zur Stauhaltung Kelheim (1996) und zur Stauhaltung Riedenburg (1997) sowie Kontrollbilanzen zu den Stauhaltungen Dietfurt (2012) und Berching (2012). Letztere sollen den Vergleich zwischen den Vorgaben der landschaftspflegerischen Begleitpläne und dem tatsächlichen Zustand der Ausgleichsflächen umfassen.

Diese sind weiterhin in Bearbeitung bzw. nicht abschließend zu beurteilen, wobei als Zwischenergebnis festzuhalten ist:
  • Gerade bei extensiven feuchten und nassen Offenlandlebensräumen besteht ein Flächendefizit von minus 75 %, da gerade im Ottmaringer und im Sulztal die tiefgreifenden hydrologischen Veränderungen im Zuge des Kanalbaus entsprechende Standorte zerstört haben;
  • Stattdessen besteht ein Zuwachs von Wiesen auf nährstoffreichen Standorten, von Gehölzentwicklung auf feuchten und trockenen Standorten sowie von Salbei-Glatthaferwiesen.
  • Die Zerstörung des Ottmaringer/Kevenhüller Moors wurde durch eine Ersatzzahlung der RMD GmbH von 1,4 Mio. Euro abgegolten, wofür nur zu einem geringen Anteil tatsächlich auch wieder Feuchtlebensräume angelegt wurden.
Insgesamt ist festzustellen, dass die Verluste an Feuchtwiesen nach dem landschaftspflegerischen Begleitplan möglichst durch Neuflächen ausgeglichen werden sollten, was aber nicht eingetreten ist.

Die durchgeführten Ausgleichsmaßnahmen haben ihre Wirkung in vielen Fällen verfehlt und vor allem störunempfindliche Arten blieben erhalten. In der Teilbilanz zur Stauhaltung Riedenburg stellt folgerichtig das Planungsbüro Grebe (1997, S.109) fest:

"Bezeichnend ist, dass bei fast allen Tiergruppen die erhalten gebliebenen Flächen und Biotope die wertvollsten Bestände beherbergen. Diese Qualität erreichen bislang nur wenige neu geschaffene Flächen." (eigene Hervorhebung)

Dass die ökologischen Kontrollbilanzen für die Stauhaltungen Riedenburg und Kelheim trotz der festgestellten ökologischen Verschlechterungen und Defizite als abgeschlossen betrachtet werden, zeigt die rhetorische Dehnbarkeit der sogenannten Ausgleichbarkeit. Trotz erheblicher Verschlechterungen und Verluste wird in Zusammenfassungen derartiger Bilanzen dann letztlich konstatiert, dass die in der Planung formulierten Ziele weitgehend erreicht werden konnten - das ist Rhetorik, die aber nichts mit einer echten ökologischen End-Bilanz zu tun hat.

Hier werden die Grenzen einer heute in fast allen Planungen vorherrschenden Ausgleichs- und Planungs- und Machbarkeitsgläubigkeit deutlich sichtbar. Die Natur ist eben nicht so gestaltbar und "ausgleichbar" wie es immer wieder dargestellt wird. Tiere weichen eben nicht einfach mal in andere Biotope aus, wenn ihnen ihr Haupt-Lebensraum genommen wird. Die Komplexität der Zusammenhänge zwischen den Arten und ihrer Lebensräume ist in der Regel eben höher als es eine noch so gut gemeinte Planung durch den Menschen nachbilden kann. Ökologie ist mehr als die Planung von Ausgleichsmaßnahmen.

Gerade Schäden einer solchen Größenordnung in sensiblen Lebensräumen und grundlegende Veränderungen im Wasserhaushalt eines Gebietes können nicht ausgeglichen werden, wenn die grundlegenden und spezifischen Standortverhältnisse (hier Fließgewässer- und Grundwasserdynamik) verloren gegangen sind. Aus ökologischer Sicht war das absehbar, die Warnungen des BN vor den irreversiblen Zerstörungen haben sich im Nachhinein - leider - als richtig herausgestellt.

Fazit: Der Eingriff ist damit nicht "ausgeglichen" und kann es auch nie werden.
Aus ökologischer Sicht führte der Bau des RMD-Kanals zu einer Vielzahl nicht ausgleichbarer Eingriffe. Unersetzbare Lebensräume und ganze Feuchtlandschaften, v. a. Niedermoorgebiete, wie das Ottmaringer Tal oder die Irrlewiesen sind dabei massiv geschädigt bzw. zerstört worden. Bis heute sind diese Schäden nicht ausgeglichen und viele Maßnahmen sind nichts anderes als Schönheitschirurgie.

2. Ökonomische Fehlinvestition
Die tatsächlich auf diesem mit fast 2,5 Milliarden EURO teuersten Abschnitt des Rhein-Main-Donau-Kanals transportierten Gütermengen liegen weit unter den offiziellen Prognosen der Rhein-Main-Donau-AG von 1992. Danach sollten bis 2002 18 Millionen Tonnen auf dem RMD-Kanal transportiert werden. Das Ifo-Institut aus München verstieg sich 1971 sogar zu einer Hochrechnung von jährlich mehr als 20 Millionen Tonnen.

Auf dem besonders umstrittenen Abschnitt zwischen Nürnberg und Kelheim wurden im Jahr 2002 lediglich 6,2 Mio. t transportiert. Mehr als 10 Jahre später ist die Frachtmenge sogar noch weiter gesunken: Im Jahr 2013 wurden nur noch 5,0 Millionen Tonnen befördert, 2014 4,7 Millionen Tonnen und 2015 sank das Frachtaufkommen deutlich auf 4,0 Millionen Tonnen.

Die Prophezeiung des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl anlässlich der Kanaleinweihung am 25.09.1992, dass "der Ausbau dieser Binnenschifffahrtswege (...) eine zukunftsweisende Antwort auf den internationalen Güteraustausch" sei, findet sich in der Realität nicht wieder. Die massive Zunahme des Güterverkehrs, die internationale Verflechtung der Produktionsstandorte, alle weiteren Aspekte, die man unter dem Begriff Globalisierung zusammenfasst, haben fast keine Auswirkungen auf den Kanal. Er besitzt keine große Verkehrsfunktion für die Anbindung bayerischer Häfen an den Rhein oder an Österreich und Ungarn, geschweige denn kann man von einer "internationalen Verkehrsachse" sprechen. Über den Kanal wird weitgehend Regionalverkehr abgewickelt.

Ein Vergleich mit dem Verkehrsaufkommen bei der Mainmündung in den Rhein bei Mainz-Kostheim zeigt deutlich die geringe Verkehrsverflechtung. Siehe Anlage: Vergleich der Frachtmengen zwischen Mainz-Kostheim und Kelheim (Quellen: Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest, Jahresberichte von 2002 bis 2015)

Während vom Rhein kommend oder diesem zufließend der Verkehr bei Kostheim erhebliche Dimensionen erreicht, liegt er bei Kelheim weit darunter. Mit der Differenz der Frachtmengen zwischen Kostheim und Kelheim pro Jahr von ca. je 10 Millionen Tonnen werden Standorte vornehmlich im Rhein-Main-Gebiet bedient, also Hoechst, Frankfurt am Main, Hanau, Aschaffenburg, Würzburg, Schweinfurt.

Entlang des Kanals hat auch kein großer Industriebetrieb eröffnet. Der groß ausgelegte Hafen Nürnberg wird vielfach von LKW-Speditionsunternehmen und Firmen mit hohem Flächenanspruch (z.B. Recycling) genutzt. Der Güterumschlag ist auch hier abnehmend und fällt selbst hinter Zahlen der 80er Jahre zurück.

Güterumschlag in Nürnberg gemäß Grafik in der Anlage (Quellen: (1) Ifo-Institut (2004)Prognosen des Hafenumschlags in den bayerischen Häfen am Main und Main-Donau-Kanal bis zum Jahr 2015, S.162; (2) Bayernhafen (2016). Hafen Nürnberg 2016)

Großunternehmen wie AUDI in Ingolstadt nutzen die Eisenbahn und den LKW. Eine Forderung der Industrie Ingolstadt mit Hafen zu versehen um die Firmenstandorte in Ungarn und in der Slowakei anzubinden wurde nie erhoben. Zwar wurde dies in den 80er Jahren mit der Schiffbarmachung bis Ulm von der Politik verfolgt, aber bereits Ende der 80er Jahre durch Streichung des Ziels aus dem Landesentwicklungsplan beerdigt.

Die ökonomische Marginalisierung des Kanals hat weder mit der Argumentation der RMD AG zu tun, dass aufgrund des noch nicht erfolgten Donauausbaus zwischen Straubing und Vilshofen Probleme bestehen würden, noch mit Wasserstandstiefen oder mit dem Zufrieren des Kanals. Es ist dasselbe Problem, das auch zur Einstellung des Ludwig-Donau-Main-Kanals geführt hatte: Andere Verkehrsträger sind billiger und schneller. Kein Unternehmen würde "die internationale Verkehrsachse" nehmen um Güter von der Nordsee ins Schwarze Meer zu transportieren, weil es zu lang dauert und zu teuer ist. So benötigt ein modernes Frachtschiff von Rotterdam zum Schwarzen Meer über Gibraltar gerade 6 Tage, aber über den Main-Donau-Kanal über 20 Tage. Die Tonnagekapazität eines Binnenschiffs im Vergleich zu einem für die Weltmeere geeigneten Transportschiff ist gering. Die Wartezeiten an den Schleusen sind enorm und schließlich fallen zusätzlich Kanalgebühren an.

Bedeutung auf dem Kanal haben nur die Freizeitschifffahrt zwischen Kelheim und Berching, die in den letzten Jahren gestiegene Fahrgastkabinenschifffahrt (Hotelschiffe) sowie die Überleitung von Donauwasser in das Regnitz-Mainsystem.

Fazit: Dieser Kanal ist damit die teuerste Freizeitwasserstraße der Welt und das teuerste Wasserüberleitungsgerinne, das zudem aufgrund der Stilllegung großer Kraftwerke im Regnitzgebiet (Franken II) seine Bedeutung eingebüßt hat.
Den ökonomischen Nutzen haben private Investoren richtig eingeschätzt - und sich nicht an der Finanzierung beteiligt. Stattdessen wurden zinslose Konzessionsdarlehen der bayerischen Staats- und der Bundesregierung erteilt. Das volkswirtschaftliche Debakel trägt der Steuerzahler, nachdem von den rund 2,5 Milliarden EURO Gesamtbaukosten südlich von Nürnberg Bund und Freistaat Bayern etwa 1,6 Milliarden EURO als zinsloses Darlehen zur Verfügung stellen, die erst um das Jahr 2050 zurückzuzahlen sind.

Ein zinsloses Darlehen mit derart langer Laufzeit kommt aber einem Geschenk gleich - aufgrund des inflationsbedingten Wertverlustes ebenso wie aufgrund der "geschenkten" Zinsen, die sich selbst bei einem Zinssatz von nur 6 % auf 45 bis 90 Mrd. aufsummieren würden. Die Kosten der Kredite trägt hierbei der Staat, der sich das Geld wiederum bei den Privatbanken leihen muss - die sich selbst nicht bei der RMD engagieren wollten.

Auch die Wegekosten für den Betrieb und Unterhalt des Kanals mit circa 15 Millionen EURO/Jahr müssen zu fast 90 % vom Steuerzahler getragen werden.

Entgegen den Hoffnungen des bayerischen Wirtschaftsministeriums hat der Kanal auch nicht zur spürbaren Verringerung des Straßen-Güterverkehrs beigetragen, was schlicht daran liegt, dass unterschiedliche Güter transportiert werden (Schiff = vor allem Schüttgut; LKW = Stückgut). Dagegen hat er sich wegen der typischen Massenguttransporte durch Großgüterschiffe und Schubverbände zur Konkurrenz für die umweltfreundliche Bahn entwickelt, deren Defizit auf der Strecke Nürnberg - Passau durch den Kanal weiter angestiegen ist. Dass sich der Steuerzahler zwei defizitäre Verkehrssysteme leistet, anstatt eines der beiden voll zu nutzen, ist weder finanziell noch durch die Natureingriffe ökologisch zu rechtfertigen.

Resümee:
Der Rhein-Main-Donau-Kanal ist ein ökologisches und ökonomisches Desaster und zugleich ein mahnendes Beispiel, das sich auf keinen Fall beim Ausbau der Donau zwischen Straubing und Vilshofen wiederholen darf. Die meisten Feuchtgebiete sind verschwunden und somit auch der Lebensraum besonderer Tierarten. Planerische "Erfolge" haben nur dort stattgefunden, wo die Lebensräume erhalten blieben. Die Ausgleichsmaßnahmen sind sogar vollkommen hinter den Erwartungen der Planer selbst zurückgeblieben, was beweist, dass derartige Eingriffe nicht beherrschbar sind.

Der BN fordert die RMD AG, die Bundesregierung und die bayerische Staatsregierung auf, endlich ihrer Verpflichtung im Planfeststellungsbeschluss nachzukommen und eine detaillierte ökologische Gesamtbilanz für die gesamte Kanalstrecke vorzulegen. Dies ist gerade im Hinblick auf andere geplante Großprojekte unabdingbar, da diese auch mit der angeblichen Ausgleichbarkeit selbst gravierendster Eingriffe gerechtfertigt werden.

Anlage

Für Rückfragen: Reinhard Scheuerlein Regionalreferent für die Oberpfalz Telefon 0911 81878-14 reinhard.scheuerlein@bund-naturschutz.de
 Wasser  Tiere und Pflanzen  Verkehr
Warum wir die Energiewende jetzt verteidigen müssen

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#^Warum wir die Energiewende jetzt verteidigen müssen

Tag: Donnerstag, den 27. Juli 2017

Zeit: 17:30 Uhr

Ort: Antoniushaus Regensburg

Eintritt: frei

Wahlkampf um Klimaschutz und Kohle-Comeback
Alles schien auf einem guten Weg. Die Energiewende schafft Wohlstand, macht unabhängig von geopolitischen Konflikten, schützt das Klima und stärkt die Demokratie. Und sie ist erfolgreich. Zu erfolgreich. Die "alten" Energien und die Klimaskeptiker gehen nicht kampflos vom Platz. Anstelle von Rückzugsgefechten schalten die Lobbyisten der Kohleindustrie und Atomenergie auf Frontalangriff.

Sie nutzen keine Armee, sondern Propaganda und "Fake News". Mit bislang unbekannter Aggressivität werden Behauptungen, Mythen und Fehlinformationen vorgetragen und der Klimawandel wird geleugnet. Unerwartet befinden wir uns mitten im Krieg der Energiewelten zwischen fossiler Energie und den erneuerbaren Energien. Besonders sichtbar in den USA. Doch auch in Deutschland und Europa ist nicht alles rosig. Das fossile Imperium schlägt zurück. Auch hierzulande.

Es ist höchste Zeit zur Gegenwehr. Claudia Kemfert stellt in ihrem neuen Buch den fatalen Irrtümern und gezielt falschen Informationen, die vor allem im Internet hartnäckig die Runde machen, sachliche Argumente und wissenschaftliche Fakten gegenüber. Die Energiewende ist das wichtigste Projekt auf der globalen Agenda. Wir müssen sie retten. Jetzt!

Claudia Kemfert ist die bekannteste deutsche Wissenschaftlerin für Energie- und Klimaökonomie. Seit 2004 leitet sie die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance. Claudia Kemfert wurde 2016 in den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) berufen und ist seit diesem Jahr auch Mitglied im Präsidium der deutschen Gesellschaft des Club of Rome.

Die gemeinsame Veranstaltung von BüfA und OSTWIND findet am Donnerstag, den 27. Juli 2017, um 17:30 Uhr im Antoniushaus in Regensburg statt. Der Eintritt ist frei!

„Das fossile Imperium schlägt zurück. Warum wir die Energiewende jetzt verteidigen müssen“ von Claudia Kemfert.

Claudia Kemfert ist die bekannteste deutsche Wissenschaftlerin für Energie- und Klimaökonomie. Seit 2004 leitet sie die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance. Claudia Kemfert wurde 2016 in den Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) berufen und ist seit diesem Jahr auch Mitglied im Präsidium der deutschen Gesellschaft des Club of Rome.

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Dem Wald-Windpark beim Wachsen zuschauen!

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#^Dem Wald-Windpark beim Wachsen zuschauen!

Der Bau des größten bayerischen Wald-Windparks im Raitenbucher und Workerszeller Forst schreitet mit riesigen Schritten voran. Noch im Herbst wird mit der vollständigen Errichtung und Inbetriebnahme der insgesamt 16 Windenergieanlagen gerechnet. Doch bevor es mit der Realisierung in die Zielgerade geht, erhalten die Bürgerinnen und Bürger vor Ort Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Großbaustelle zu werfen.

Das weit über die Region hinaus ausstrahlende Vorhaben wird von den Firmengruppen OSTWIND und Max Bögl, zwei renommierten mittelständischen Unternehmen aus Bayern, unter dem Dach der Max Bögl OSTWIND (MBO) umgesetzt. Es ist ein einzigartiges Gemeinschaftswerk, das an der Nahtstelle von Mittelfranken und Oberbayern zwei benachbarte Gemeinden, Landkreise und Regierungsbezirke in der regionalen Energiewende vereint.

Baustellenbegehung im Wald-Windpark
Aufgrund der Nachfrage aus der lokalen Bevölkerung und auf Anregung der beiden Standortgemeinden Raitenbuch und Schernfeld lädt OSTWIND zu einer öffentlichen Baustellenbegehung ein. Alle Besucherinnen und Besucher können sich dabei umfassend über den Stand der Bauarbeiten, über die dort eingesetzte Technik und über die mit dem Projekt verbundenen ökologischen Ausgleichsmaßnahmen informieren.

Um Anmeldung wird gebeten! www.ostwind.de/baustelle

Zeit: Samstag, 22. Juli 2017, stündliche Führungen ab 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr

Anfahrt: Bitte folgen Sie der Beschilderung an der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Raitenbuch und der B13 in den Workerszeller Forst.

Anmeldung: Interessierte Bürgerinnen und Bürger bitten wir vorab um Anmeldung unter www.ostwind.de/baustelle bzw. telefonisch unter 0941-59589-54 bei unserer PR-Mitarbeiterin Alexandra Walz.

Festes Schuhwerk und outdoor-taugliche Kleidung werden empfohlen!
SCHUTZ DER GESUNDHEIT VON BÜRGERN MUSS WICHTIGER SEIN ALS SCHUTZ DER KONZERNE

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
#^SCHUTZ DER GESUNDHEIT VON BÜRGERN MUSS WICHTIGER SEIN ALS SCHUTZ DER KONZERNE

Mit Atemschutzmasken und Patientenleibchen protestieren BUND Naturschutz Aktive heute vor der Staatskanzlei. Sie machen auf die gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Luftschadstoffs Stickstoffdioxid aufmerksam und fordern Sofortmaßnahmen für bessere Luft in Bayerns Städten. Anlass für den Protest ist ein Spitzentreffen von Ministerpräsident Seehofer mit den Oberbürgermeistern der betroffenen Städte: München, Augsburg, Regensburg, Nürnberg, Würzburg und Ingolstadt. Diesem folgt am Nachmittag ein Gespräch mit Vertretern der bayerischen Wirtschaft. Angesetzt wurden die Gespräche, da Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter wegen der dauerhaften Grenzwertüberschreitung mit Stickstoffdioxid zum Schutz der Gesundheit Fahrverbote für Dieselfahrzeuge angedacht hat. Dieses letzte Mittel könnte notwendig werden, da Bundespolitik und Hersteller auch zwei Jahre nach Bekanntwerden des Diesel-Abgasskandals keine Maßnahmen zur Reduzierung der NO2-Belastung realisiert haben. Jetzt sind Landesregierung und Kommunen gefordert den Druck auf Hersteller und Bundesregierung zu erhöhen um zu zeigen, dass zumindest ihnen der Schutz der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger wichtiger ist, als der Schutz der Konzerne.  

„Dass sich Ministerpräsident Seehofer mit den Bürgermeistern zusammensetzt ist ein wichtiges Signal an die Bürger der Großstädte Bayerns. Jetzt müssen Staatsregierung und Kommunen dafür sorgen, dass die Hersteller die tatsächlichen Grenzwerte einhalten und die Belastungen sinken. Scheinlösungen wie die aktuell diskutierten Software-Updates werden die Belastung nicht ausreichend senken und scheinen als Hauptzweck die Vermeidung von Fahrverboten zu haben. Der Schutz der Menschen muss endlich Vorrang vor kurzfristigen Konzerninteressen haben. Der Verstoß gegen Gesetze und Vorschriften zum Schutz der Gesundheit durch Autoindustrie und Zulassungsbehörden darf von Alexander Dobrindt, Horst Seehofer und den Bürgermeistern nicht länger geduldet werden.“ so Richard Mergner, Landesbeauftragter des BUND Naturschutz.

„Statt den Kommunen jetzt allein den schwarzen Peter zuzuschieben, muss Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt endlich wirksame Maßnahmen auf Bundesebene ergreifen,“ ergänzt BUND Verkehrsexperte Jens Hilgenberg. Neben einem Verkaufsstopp aller Diesel-Neuwagen, die Ihre gesetzlichen Stickoxid-Grenzwerte nicht auch im Betrieb auf der Straße einhalten, sei dies vor allem auch die Einführung der Blauen Umweltplakette. „Egal ob Blaue Plakette oder generelles Fahrverbot, eines muss ganz klar sein: für eine wirksame Nachrüstung der Diesel-Pkw zur tatsächlichen Senkung der Stickoxidwerte müssen die Hersteller sowohl Verantwortung als auch Kosten tragen.“

Christian Hierneis, Vorsitzender Kreisgruppe München kommentiert:
„Solange Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt eine bundeseinheitliche Lösung blockiert, muss die Stadt München selbst Maßnahmen ergreifen, um die Belastungen zu reduzieren. Hierzu bedarf es aller denkbaren Maßnahmen zur Reduktion des Autoverkehrs und damit der Emissionen. Die immer noch autofreundliche Mobiliätspolitik der Landeshauptstadt muss endlich vom Kopf auf die Füße gestellt werden, denn die Zukunft der Mobilität in München findet sich nicht unter der Motorhaube, sondern im öffentlichen Nahverkehr, auf dem Fahrrad und dem Fußweg.“

Für Rückfragen:

Jens Hilgenberg, BUND Verkehrsexperte: 015156313302
Richard Mergner, Landesbeauftragter:  01716394370
Christian Hierneis, Kreisvorsitzender München: 01785372048

Hintergrund:
Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid werden in bayerischen Städten oftmals nicht eingehalten, besonders an der Messstation Landshuter Allee sind die Jahresmittelwerte doppelt so hoch wie gesetzlich erlaubt. Damit belegt München den zweiten Platz in der Bundesrepublik. Der BUND Naturschutz fordert die sofortige Aktualisierung des Luftreinhalteplans im Zuge der Veröffentlichung der neuen Zahlen des Umweltbundesamtes. Darüber hinaus muss Alexander Dobrindt einen sofortigen Verkaufsstopp für neue Euro-6-Dieselautos aussprechen, wenn sie im Realbetrieb auf der Straße den gesetzlichen Stickoxidgrenzwert von maximal 80 Milligramm pro Kilometer nicht einhalten. Außerdem müssen die Hersteller dafür sorgen, dass bereits verkaufte Fahrzeuge wirksam nachgebessert werden, denn Software-Updates allein reichen nicht aus. Weitere dringend erforderliche Maßnahmen sind die Abschaffung des Steuervorteils für Dieselkraftstoff und die Einführung einer Blauen Plakette für Fahrzeuge, die in sämtlichen Betriebszuständen den gesetzlichen Anforderungen zur Luftreinhaltung genügen.
Reichswaldbilanz 2017

BUND Naturschutz - Aktuelles
 
#^Reichswaldbilanz 2017

Seit 1973 kämpft der BUND Naturschutz (BN) zusammen mit einer breiten Bürgerbewegung um den Erhalt des Reichswaldes. Zahlreiche aktuell agierende Bürgerinitiativen und befreundete Verbände ziehen hier mit dem BN an einem Strang. Die Bilanz des Reichswaldschutzes im vergangenen Jahr fällt leider nicht positiv aus und große Herausforderungen durch überzogene Planungen stehen bevor.

"Vor allem durch den weiteren Ausbau der Autobahnen sind erhebliche Wald-verluste entstanden. Die Autobahndirektion Nürnberg gehört derzeit zu den schlimmsten Zerstörern im Reichswald. Zuletzt hatten wir großflächige Rodun-gen an der Autobahn A6 zwischen den Kreuzen Nürnberg-Süd und Nürnberg-Ost. Und weitere sind geplant, so der BN-Regionalreferent Tom Konopka. "Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses Martin Burkert (SPD) haben mit der großen Koalition aus CDU/CSU und SPD den Bundesverkehrswegeplan mit all den Reichswaldeingriffen durchgewunken. Diese Politik auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger und des Reichswaldes muss sich endlich ändern", so Tom Konopka.

"Auf dem Stadtgebiet von Nürnberg drohen uns im Bannwald und im Vogel-schutzgebiet der sechsspurige Ausbau der A 73 im Nürnberger Süden im Bereich der Gartenstadt und der gigantische Ausbau der Anschlussstelle Fisch-bach an der A 9. Natürlich ist auch die Nordspange zum Flughafen noch nicht vom Tisch. Und es drohen ein Ausbau der Regensburger Straße im Bereich des geplanten Einkaufszentrums von IKEA und der Ausbau des Knotens Wiener Straße-Marthweg, wo die Stadt am Reichswald knabbern will. Hier überall kämpfen wir um jeden Quadratmeter Wald. Die geplante Wohnsiedlung an der Regensburger Straße wird ebenfalls Wald kosten. Die Fläche ist aber z.T. bereits städtebaulich genutzt. Hier wollen wir v.a. Ausgleich und Ersatz an der richtigen Stelle", so Dr. Otto Heimbucher, 1. Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Nürnberg-Stadt.

"Leider sind auch im Nürnberger Land große Eingriffe geplant. Wir unterstützen die neu gegründete Bürgerinitiative Fischbach im Kampf gegen den Overfly am Autobahnkreuz Nürnberg-Ost und die BI Moosbach wegen der immer noch im Wald an der A 6 geplanten PWC-Anlage. In beiden Fällen ist die Autobahn-direktion die planende Behörde. In den nächsten Jahren drohen uns Rodungen für den leider genehmigten Sandabbau nördlich des Birkensees bei Röthenbach an der Pegnitz. Hier konnten wir nur eine Verkleinerung durchsetzen. Völlig neu sind Überlegungen, das Schulholz bei Neunkirchen am Sand wieder als In-dustriegebiet auszuweisen und neu ist die Planung quer durch den Reichswald bei Rummelsberg eine Straße zur B 8 zu bauen. Hier werden wir Widerstand leisten, so gut es geht", so Sophie Wurm, Stellvertretende Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Nürnberger Land.

Der BN fordert ein Umdenken in der Verkehrspolitik, nur so kann der permanente Reichswaldverlust aufgehalten werden. Nicht der Ausbau der Autobahnen und Bundesstraßen, sondern die Verlagerung des Verkehrs auf die Bahn müsste endlich angegangen werden. Für die Bundestagswahl 2017 bitten die Natur- und UmweltschützerInnen um Stimmen für Parteien und KandidatInnen, die für eine Verkehrswende eintreten.

Aktuelle Planungen
Es droht der Ausbau der A 73 im Nürnberger Süden im Bereich der Gartenstadt auf sechs Spuren (AS Hafen-Ost bis AK Nürnberg-Süd). Das Planfeststellungsverfahren läuft, der BN hat eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben und fordert den Verzicht auf den Ausbau, weil dadurch auch weiterer Verkehr über den Frankenschnellweg in die Stadt gelenkt würde. Hier stehen bis zu 25 ha Reichswald auf dem Spiel.

Mit dem geplanten Umbau des Autobahnkreuzes Nürnberg-Ost (A6; Overfly) und Ausbau der Anschlussstelle Fischbach (A9) stehen etwa 20 Hektar Waldfläche zur Disposition. Der BN kämpft gegen den Ausbau und fordert stattdessen Tempobegrenzungen, um das hohe Verkehrsaufkommen mit den bestehenden Verkehrsflächen zu bewältigen.

Beim geplanten LKW-Parkplatz bei Moosbach an der A6 geht die Planung weiter, sie wurde 2016 wieder aufgenommen, es drohen fünf Hektar Rodung. Hier agiert der BN zusammen mit der BI Moosbach.

Die Nordspange zum Flughafen würde 40 Hektar Reichswald kosten. Wegen der unabsehbaren Dauer zur Beseitigung der Löschschaumrückstände im Grundwasser hat der VGH München angeordnet, das Verfahren ruhen zu lassen. Leider hält die Staatsregierung am Projekt fest und hat es wieder im neuen Bundesverkehrswegeplan untergebracht.

Mit der geplanten Bebauung großer Flächen westlich der Regensburger Straße in Nürnberg für Wohnungen würden ca. 3,9 ha Reichswaldflächen gerodet, die allerdings nicht unter Bannwaldschutz stehen.

Der von der Stadt Nürnberg geplante Ausbau des Knotens Wiener Straße/ Marthweg würde ebenfalls Wald kosten.

Die Gemeinde Schwaig plant die Ausweisung eines Gewerbegebietes "Östliche Haimendorfer Straße". 1,5 Hektar Reichswald sollen hier gerodet werden.

In Röthenbach an der Pegnitz drohen weitere Rodungen südlich der Bahnlinie im Bereich der "Alten Hut". Die Firma Zapf bietet dort auf bewaldeten Flächen 3,6 Hektar Gewerbefläche an.

Seit 2013 kämpft der BN zusammen mit dem Fränkischen Albverein zum wiederholten Mal gegen den Plan der Fa. Zapf, Wald am Birkensee für Sandabbau roden zu können. Das traditionell abbaufreundliche Bergamt Nordbayern hat den Abbau auf 7,5 Hektar zwischenzeitlich genehmigt. Europäisch geschützte Flechtenkiefernwälder stehen hier zur Disposition.

Die neueste Entwicklung: Seit kurzem wird in Neunkirchen am Sand diskutiert das bereits einmal vor Rodung gerettete "Schulholz" für eine Erweiterung der Kranbaufirma Tadano-Faun als Industriegebiet auszuweisen und dafür 10 bis 15 Hektar Reichswald zu roden.

Sollte die geplante Gleichstrompassage Süd-Ost (HGÜ) weiterverfolgt werden, könnte dies ebenfalls den Reichswald betreffen, weil eine Trassenvariante hier entlangführen würde. Die mögliche Reichswaldtrasse ist zuletzt allerdings unwahrscheinlicher geworden. Der BN sieht die Trasse insgesamt als nicht notwendig und für die Energiewende sogar als kontraproduktiv an und unterstützt die vielen Bürgerinitiativen in ganz Nordbayern in ihrem Kampf gegen das Vorhaben.

Der Waldschutz in der Region muss wieder verstärkt werden, um vor allen die Bannwälder auch tatsächlich zu erhalten. Der Wald ist und bleibt für den globalen und für den lokalen Klimaschutz unverzichtbar. Ersatzaufforstungen sind nicht die Lösung, sondern nur der allerletzte Ausweg, wenn ein Eingriff unverzichtbar ist. Es gibt nur wenige Kohlenstoffsenken, die das CO2 aus der Atmosphäre zurückholen. Moore und Wälder wirken hier am stärksten. Und auf lokaler Ebene ist der Reichswald die natürliche Klimaanlage der Städte, die sonst zu überhitzen drohen. Mindestens drei Grad Celsius lägen die Temperaturen an den heißen Sommertagen höher, wenn wir den Reichswald nicht hätten, und das vor allem auch nachts. Ersatzaufforstungen weit weg in der Oberpfalz wie für einige Eingriffe geplant nutzen da wenig.

Zuletzt erfolgte Rodungen
Der sechsstreifige Ausbau der A6 ging auf Kosten des Reichswaldes. Trotz Klimakatastrophe baut der Freistaat und der Bund das Straßennetz munter aus. Die Verbreiterung der A 6 Kreuz Nürnberg-Süd bis Kreuz Nürnberg-Ost hat ca. 3 Hektar Wald gekostet. Die Rodungen erfolgten im ausgehenden Winter 2014/15.

Die Erneuerung einer Brücke an der A3 westlich des Autobahnkreuzes Nürnberg (Bauwerk BW 402e) wurde - wenig waldfreundlich - neben der bestehenden Fahrbahn und damit auf Kosten des Reichswaldes errichtet.

Für den überdimensionierten Ausbau des Knotens an der B 14 südöstlich von Neunkirchen am Sand wurden 0,8 Hektar Reichswald vernichtet.

2015 wurde auch für den vom BN abgelehnten Ausbau der Staatsstraße 2239 Feucht - Penzenhofen gerodet. 4,4 Hektar Wald fielen.

An der Anschlussstelle Nürnberg-Nord an der A 3 wurde gerodet. Dort wird der Knoten aus Sicherheitsgründen umgebaut.

Für den umstrittenen Kreisverkehr am Nürnberger Hafen wurde ebenfalls ein Hektar Reichswald gerodet.

Im Zuge des Neubaues auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei im Nürnberger Süden wurde Wald für ein Regenrückhaltebecken gerodet.

Die Erweiterung des Sandabbaus bei Schwarzenbruck/Ochenbruck wurde 2014 leider genehmigt. Hier hat der BN bereits im Rahmen der Regionalplanung versucht, die Rodungen abzuwehren. Der Wald ist leider verloren.

Im Erlanger Südgelände gehen die Rodungen für weitere Universitätsgebäude unvermindert voran. Die stehen nicht unter Bannwaldschutz.

Unterschriftenliste für mehr Naturwälder, mehr Naturschutz bei Holzernte
Der BN will erreichen, dass der Urwald vor der Haustür besser geschützt wird. Deshalb fordert der BN in den Staatswäldern im Nürnberger Reichswald mehr Naturwaldbereiche zu schützen und auch bei der Holznutzung auf Natur und Erholung mehr Rücksicht zu nehmen. Neben der Einrichtung einiger großer holznutzungsfreier Waldgebiete in den großen Laubwaldgebieten wie Spessart und Steigerwald, für die Nationalparke diskutiert werden, braucht es auch mehr Naturschutz in den nadelbaumreichen Staatswäldern. Dort sollen kleinflächig vorkommende naturnahe Laubwälder in Altholzinseln und Trittsteinen dauerhaft als Naturwälder geschützt werden, d.h. ohne Holznutzung. Konkret fordert der BN ein Trittsteinkonzept für nutzungsfreie Wälder auf mindestens 1 % der Reichswaldfläche. Zudem fordert der BN bei der Holzernte mehr Rücksicht auf Brutzeit und eine Reduktion der eingeschla-genen Holzmengen, weniger Rückegassen und eine naturschonendere Holz-ernte. Der BN wird am Informationsstand dazu eine Unterschriftenliste auslegen, auf der Waldfreunde für mehr Waldnaturschutz unterschreiben können.

Kundgebung am 15.7.17 um 15.00 Uhr im Reichswald
Am Samstag, 15.7.17 demonstrieren wieder die vielen Waldschutz-Initiativen gegen geplante Eingriffe. Vier Bürgerinitiativen, elf Vereine, zwei Waldkindergärten und vier Behörden stellen ihre Arbeit vor. Der Oberbürgermeister von Nürnberg, Dr. Ulrich Maly und der BN-Vorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger werden zum Waldschutz reden.

Am Samstag und Sonntag werden auch die Erfolge im Reichswaldschutz beim 45. Reichswaldfest gefeiert. Am Sonntag-Vormittag gibt es ein Weißwurstfrühstück mit Talkshow unter Moderation des Comedian, Artisten und Waldhorn-bläsers Schorsch Bross.

Dieses Jahr steht die Eiche im Mittelpunkt. Neben einer kleinen Ausstellung, die sich auch dem Thema "Deutsche Eiche?" widmet gibt es mehrere Führungen. Und die mächtigen Eichen des Schmausenbucks bieten die richtige Kulisse.

Für Kinder und Jugendliche gibt es die Möglichkeit, unter fachkundiger Betreuung der BN-Jugendbildungsstätte Wartaweil mit Helm und Seilen eine riesige Eiche zu erklettern. Bei der Jugendorganisation BUND Naturschutz (JBN) werden Geheimnisse um die Eiche gelüftet und eine Märchenerzählerin zieht die Kinder in ihren Bann. Wie in den Vorjahren ist ein lebender Biber beim Fest. Weil er aus Fürth stammt heißt er "Eddy".

Die Musik wird am Samstag gespielt von Wolfgang Bodenschatz ("Ein Mann, eine Gitarre") und am Sonntag von Andre Engelbrecht and Friends (Blues, Folk, Irish Folk, Rock und Soul aus Fürth).

Reichswaldfest-Film: www.reichswaldfest.de.

Für Rückfragen: Tom Konopka, Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken Fon 0911 81878-14
 Wald